Hannover: Lesemarathon vor dem Landtag für Flüchtlinge

Nachricht 27. September 2006

Hannover (epd). Mit einem 24-stündigen "Lesemarathon" vor dem Landtag in Hannover wollen sich die Kirchen an diesem Donnerstag und Freitag für eine umfassende Bleiberechtsregelung für Flüchtlinge in Deutschland einsetzen. Zu den Vorlesern gehören rund 30 Politiker von SPD, FDP und den Grünen, Vertreter von Kirchen und Wohlfahrtsverbänden sowie Mitarbeitende in der Flüchtlingsarbeit, sagte der Hildesheimer Caritas-Direktor Hans-Jürgen Marcus am Dienstag vor Journalisten. Anlass sei der "Tag des Flüchtlings" am Freitag, der 1986 von Organisationen wie Pro Asyl und Amnesty International ausgerufen worden sei.

Gelesen werde aus dem Buch "Vom Fliehen und Ankommen. Flüchtlinge erzählen", das Pro Asyl in diesem Jahr herausgegeben hat. In dem Buch berichteten Flüchtlinge über ihre Verfolgung, ihre Ankunft in Deutschland und ihre teils erfolgreichen, teils gescheiterten Versuche, Fuß zu fassen, sagte Marcus. Einige Autorinnen und Autoren würden ihre eigenen Beiträge vorlesen. "Die Stimme der Ohnmächtigen ist leise", sagte Marcus weiter. Deshalb werden auch ohne Mikrofon vorgetragen. Am Rande der Lesung gebe es Ansprechpartner und Informationen.

Mitwirkende an der Aktion sind unter anderen Hannovers Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD) sowie die Landtagsabgeordneten Wolfgang Jüttner (SPD), Gesine Meißner (FDP) und Filiz Polat (Die Grünen). Die Beteiligten lesen jeweils eine Stunde lang von Donnerstag 16 Uhr bis Freitag 16 Uhr vor dem Wirtschaftsministerium an der Karmarschstraße.

Zu den Veranstaltern gehören neben der evangelischen und der katholischen Kirche die Diakonie und die Caritas in Niedersachsen sowie das Ökumenische Netzwerk "Asyl in der Kirche". Die Schirmherrschaft haben der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle und der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber übernommen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2571/26.09.06)
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