Nordelbien: Aus 27 Kirchenkreisen werden elf

Nachricht 25. September 2006

Kirche will jährlich rund drei Millionen Euro einsparen

R e n d s b u r g (idea) – Die Synode der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche hat eine weit reichende Strukturreform beschlossen. Sie sieht vor, dass es ab 2009 nur noch elf statt bisher 27 Kirchenkreise geben soll. Dadurch sollen pro Jahr rund drei Millionen Euro eingespart werden.

Der Vorsitzende der Kirchenleitung, Bischof Hans Christian Knuth (Schleswig), bezeichnete die Verringerung der Kirchenkreise als unumgänglich. Sie schaffe die Voraussetzung, weiter Volkskirche für die Menschen zu sein.

Der größte Kirchenkreis wird künftig über 500.000 Mitglieder zählen (Hamburg-Ost). Nach dem Willen der Synode, die vom 21. bis 23. September in Rendsburg tagte, müssen die Kirchenkreise Eutin, Oldenburg, Lübeck und Herzogtum Lauenburg bis zur Synodentagung im Februar 2007 ihre Fusion beschließen. In diesen Kirchenkreisen gibt es Widerstände gegen eine Zusammenlegung. Dem von ihnen gestellten Antrag, für die Fusion eine Erprobungsphase bis 2014 eingeräumt zu bekommen, entsprachen die Synodalen nicht.

Schwerpunktthema der Beratungen war das Thema „Himmel auf Erden – Glauben weitergeben heute“. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste im Diakonischen Werk der EKD, Bischof Axel Noack (Magdeburg), rief in einem Referat dazu auf, gegenüber „den Menschen um uns her deutlicher vom Himmel zu reden, damit sie sich auf der Erde besser zurecht finden“. Er warnte angesichts des zahlenmäßigen Schrumpfens der Kirche vor Resignation. Es gehe darum, das Kleinerwerden zu gestalten und gleichzeitig das Evangelium weiterzugeben und als Kirche wachsen zu wollen.

Die Synode beschloss, einen Prozess geistlicher Erneuerung einzuleiten. Die Kirchenleitung wurde beauftragt, bis zur Synodentagung im Februar 2007 einen entsprechenden Plan vorzulegen. Die Debatte in der Synode sei von der Erkenntnis bestimmt gewesen, dass die kirchlichen Strukturreformen nur dann erfolgreich sein können, wenn die Veränderzungen durch einen gestärkten Glauben unterstützt werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Nordelbische Kirche ist seit ihrer Gründung 1977 von 3,2 Millionen auf heute 2,1 Millionen Mitglieder geschrumpft.
(25.09.2006/14:04)
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