Christ sein können

Nachricht 19. September 2006

Religionspädagogen tagten im Michaeliskloster

Hildesheim (eb) Wie kann die christliche Religion heutzutage bestmöglich vermittelt werden? Wie und wo kann Kirche den Glauben pädagogisch erfolgreich weiter geben? Zu diesen und weiteren religionspädagogischen Fragen hatten sich Hochschullehrer aus ganz Deutschland zu ihrer Jahrestagung im Michaeliskloster Hildesheim versammelt.

Auf Einladung von Professor Dr. Martin Schreiner vom Institut für Evangelische Theologie waren 100 Religionspädagogen nach Hildesheim gekommen. In seinem Eröffnungsvortrag umriß Professor Dr. Christian Grethlein aus Münster das Tagungsthema „Lebens-Orte und Lebens-Räume von Religion“.

Dabei konzentrierte sich Grethlein auf die Zielfrage religionspädagogischer Überlegungen. Was kann und soll das Ziel schulischen und außerschulischen Religionsunterrichtes sein? Traditionelle Formen der Glaubensvermittlung seien nicht mehr tragfähig.

Auch die in der Vergangenheit fraglos gültigen Inhalte christlichen Glaubens müssten der jungen Generation neu verständlich gemacht werden. „Ziel der Religionspädagogik“, so Grethlein, „ist das Lernen, Christ sein zu können“. Laut einschlägigen Untersuchungen fühlten sich Jugendliche „religiös allein gelassen“. Hier müssten „praktische Formen religiöser Kommunikation“ wie Gebet und Segen angeboten werden.

Die Weitergabe des Glaubens geschehe nicht mehr automatisch, es seien vielmehr pädagogische Anstrengungen zu unternehmen, um religiöse Bildung und Kompetenz zu fördern. Mit Berufung auf Martin Luther hielt es Grethlein deshalb für entscheidend, einen „biografiebezogenen, elementaren Zugang zum christlichen Glauben“ zu eröffnen. Unterricht in Religion habe sich an den praktischen Erfordernissen religiösen Lebens zu orientieren. „Nicht die Frage nach Gott, sondern wie mit Gott kommuniziert werden kann“ sei die Kernfrage heutiger Religionspädagogik. Lernorte dafür seien die Familie, der Religions- und Konfirmandenunterricht sowie die Medien.

Im Weiteren bot die zweitägige Tagung Vorträge, Workshops und ein Kulturprogramm. Veranstalter war der Arbeitskreis für Religionspädagogik (AfR), zu dem sich die Hochschuldozenten aus Deutschland zusammengetan haben.



Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
im Sprengel Hildesheim
der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
Eberhard Blanke
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