Erster Spitzenjob für eine Frau in der Behindertenhilfe

Nachricht 15. September 2006

Rotenburg/Wümme (epd). Als erste Frau in der Leitung einer großen Einrichtung der Behindertenhilfe in Niedersachsen ist am Freitag in Rotenburg bei Bremen Pastorin Jutta Wendland-Park offiziell in ihr Amt eingeführt worden. Die 50-jährige evangelische Theologin steht als Vorstandsvorsitzende an der Spitze der Rotenburger Werke der Inneren Mission. Die diakonische Einrichtung zählt in Norddeutschland mit 1.100 Wohnplätzen und knapp 1.500 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern im Bereich der stationären Versorgung behinderter Menschen.

Die Diakonie müsse als Auge der Kirche darüber wachen, ob sich in der sozialen Marktwirtschaft ein Wechsel ins rein Ökonomische vollziehe, sagte der Stader Regionalbischof Manfred Horch bei der Einführung. Das Soziale und der Markt seien nach wie vor die tragenden Säulen der Wirtschaft, wobei behinderte, kranke, alte und sozial schwache Menschen keine starken Partner seien. "Das muss im Streit zwischen dem Sozialen und dem Markt immer wieder betont werden", betonte der Landessuperintendent in einem Festgottesdienst in der Rotenburger Kirche "Zum Guten Hirten".

Wendland-Park wurde im ostfriesischen Westrhauderfehn geboren und studierte in Göttingen Theologie und Sozialwissenschaften. Von 1983 bis 1996 war die Mutter von zwei Söhnen Gemeindepastorin in Loquard und Leybuchtholder bei Emden. Bis Ende März leitete sie das Lutherstift in Falkenburg bei Bremen. Zusammen mit Wendland-Park wurde der Betriebswirt Thorsten Tillner (38) als neuer Finanzvorstand der Werke eingeführt. (Internet: www.rotenburgerwerke.de)

(epd Niedersachsen-Bremen/b2453/15.09.06)
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