Medizin-Ethiker für geregelte Patientenverfügungen

Nachricht 15. September 2006

Hannover (epd). Die Akademie für Ethik in der Medizin in Hannover hat sich für eine gesetzliche Regelung bei Patientenverfügungen eingesetzt. Die Selbstbestimmung am Lebensende müsse aber auch durch einen Anspruch auf palliatv-medizinische Leistungen gestärkt werden, sagte am Freitag Thela Wernstedt, Koordinatorin der Arbeitsgruppe "Sterben und Tod" der Akademie.

Der Theologe Ralph Charbonnier forderte eine Kultur der Aufmerksamkeit, die auch beim Vorliegen einer Erklärung auf den aktuellen Willen des Patienten achte. Nur so sei eine menschenwürdige Begleitung schwer kranker und sterbender Menschen gewährleistet.

Die Akademie hat als Zusammenschluss von Fachleuten aus Medizin und Pflege, Philosophie, Theologie und Rechtswissenschaft am Freitag "Göttinger Thesen" vorgelegt. Damit will sie Einfluss auf die kommende Gesetzgebung nehmen. Der Medizinethiker Gerald Neitzke sagte in der Medizinischen Hochschule Hannover: "Wir brauchen in Deutschland einen verantwortungsbewussten und verbindlichen Umgang mit Patientenverfügungen."

(epd Niedersachsen-Bremen/b2459/15.09.06)
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