Auf einen Blick (14.9.)

Nachricht 14. September 2006

Neuer Seelsorger für Flughafen Hannover-Langenhagen

Hannover (epd). Der 36-jährige evangelische Pastor Holger Birth wird an diesem Sonntag in einem Gottesdienst als Flughafen-Seelsorger in sein Amt eingeführt. Birth hatte diese Aufgabe am Flughafen Hannover-Langenhagen im Mai übernommen, teilte der evangelisch-lutherische Sprengel Hannover am Freitag mit.

Die ökumenische Flughafen-Kapelle gebe es schon seit über einem Jahr. Sie sei Tag und Nacht geöffnet und lade die Besucher zu Andacht und Stille ein, heißt es. Die zahlreichen Eintragungen in die Gästebücher zeigten, wie stark dieser Ort angenommen werde. Der Flughafen habe Birth ein Büro zur Verfügung gestellt, in dem er auch Gespräche mit Ratsuchenden führen könne. Ein Ziel sei es, ehrenamtliche Mitarbeiter für den Dienst in der Kapelle auszubilden.

Der Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen sei Träger der zunächst auf zweieinhalb Jahre befristeten Projektstelle. Birth sei als Seelsorger auch Ansprechpartner für die Mitarbeiter am Flughafen. Der Pastor werde um 15 Uhr in der Christophoruskirche in Isernhagen-Altwarmbüchen von Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann ordiniert.
(epd Niedersachsen-Bremen/b2445/14.09.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++


Gudrun Junge wird neue Pastorin in der Schülerinnen- und Schülerabeit im Haus kirchlicher Dienste

Pastorin Gudrun Junge wird zum 1. Januar 2007 neue Referentin in der Schulen- und Schüler/innenarbeit im Haus kirchlicher Dienste der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Die Schulen- und Schüler/innenarbeit ist Ansprechpartner für Klassen und Kurse ab Jahrgangsstufe 9 in allen Schulformen. Zu ihren Aufgaben zählt die Durchführung von Projekten in Zusammenarbeit mit Schulen und Kirchenkreisjugenddiensten, die Fort- und Weiterbildung von ehren- und hauptamtlich Mitarbeitenden sowie die Entwicklung von Konzepten für die schulbezogene Jugendarbeit vor Ort.

Gudrun Junge ist derzeit Gemeindepastorin in der Kirchengemeinde Nenndorf. Nach dem Theologiestudium und dem Vikariat im Kirchenkreis Göttingen-Süd war sie im Rahmen eines Sondervikariats sowie als Schulpastorin an den Berufsbildenden Schulen in Buxtehude tätig. Hier erteilte sie Religionsunterricht und arbeitete auch über den schulischen Kontext hinaus in Gottesdiensten und Projekten mit den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrenden der Schule zusammen.
+++


Kirche lässt Männer Spiritualität entdecken

Sittensen/Kr. Rotenburg (epd). Mit einem "Männertag" am 7. Oktober in Sittensen bei Bremen lädt die evangelische Kirche im Norden Niedersachsens Männer dazu ein, Religion auch über Gefühle zu erfahren. Unter dem Titel "Den Mann Jesus wieder neu entdecken" gehe es in Vorträgen und praktischen Übungen um männliche Spiritualität, sagte der Referent der Männerarbeit in den Kirchensprengeln Lüneburg und Stade, Helmuth Haase, am Donnerstag.

Der "Männertag" beginnt um 9.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Sittensen. Referent ist der promovierte Philosoph und Theologe Paul Imhof aus Hermannsburg. Der ehemals katholische Priester Imhof wurde 1999 ehrenamtlicher Pastor der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, nachdem er aus der katholischen Kirche ausgetreten war. Anmeldungen für den "Männertag" nimmt Haase unter Telefon 04282/508482, Haase@kirchliche-dienste.de entgegen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2435/14.09.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++


Mehr als 220 Jugendliche beginnen "Soziales Jahr"

Hannover (epd). Mehr als 220 Jugendliche haben in diesen Tagen in diakonischen Einrichtungen der hannoverschen Landeskirche ein "Freiwilliges Soziales Jahr" (FSJ) begonnen. 20 von ihnen kommen aus anderen europäischen Ländern, um die Diakonie in Deutschland kennenzulernen, teilte das Diakonische Werk am Donnerstag in Hannover mit.

Die jungen Frauen aus Osteuropa arbeiteten für zwölf Monate in dem Programm "FSJ - Fit für Europa" mit Senioren, behinderten Kindern oder Erwachsenen und bei der Seemannsmission in Bremerhaven, heißt es. In Seminaren würden sie auf das Leben in Deutschland vorbereitet und auch besonders pädagogisch betreut.

Die Nachfrage nach einem Diakonie-Jahr wachse auch bei deutschen Jugendlichen. Insgesamt seien mehr als 600 Bewerbungen eingegangen. Die jungen Erwachsenen erhielten neben Taschen- und Verpflegungsgeld häufig auch eine kostenlose Unterkunft. In begleitenden Seminaren würden Perspektiven zur Berufs- und Lebensplanung erarbeitet. Auch anerkannte Kriegsdienstverweigerer könnten statt Zivildienst ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. Nähere Informationen im Internet unter www.fsj-in-niedersachsen.de oder Telefon 0511/3604-292.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2443/14.09.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++


Jugendliche lesen in Zügen "Oskar und die Dame in Rosa"

Rotenburg/Wümme (epd). Schüler wollen den Fahrgästen der "metronom"-Eisenbahngesellschaft zwischen Hamburg und Bremen in den kommenden Wochen Kostproben aus dem Buch "Oskar und die Dame in Rosa" vorlesen. An der Aktion vom 18. bis 29. September seien sechs Schulen und Jugendgruppen beteiligt, sagte am Donnerstag "metronom"-Sprecherin Karen Ritter dem epd. Die Lesungen sind Teil einer Kampagne, die der evangelische Kirchenkreis Rotenburg und die Kommune bereits an diesem Freitag unter dem Motto "Eine Stadt liest ein Buch" starten.

"Wir haben bewusst die Pendelzüge herausgelassen, damit es nicht zu eng wird", sagte Ritter. Ab sofort finden die Fahrgäste in den Waggons auch "Findelbücher", die zur Beschäftigung mit dem Buch des französischen Bestseller-Autors Eric-Emmanuel Schmitt anregen sollen. Die Bücher können mitgenommen, gelesen und dann wieder in den "metronom"-Zügen abgelegt werden.

Eric-Emmanuel Schmitt erzählt die Geschichte des zehnjährigen Oskar, der an Leukämie erkrankt und später auch stirbt. Während die Eltern und die Ärzte aus Befangenheit kaum mit Oskar reden können, wird eine ehemalige Catcherin und ehrenamtliche Krankenhaus-Seelsorgerin zu seiner engsten Vertrauten. In mehr als 50 Veranstaltungen geht es bis zum 7. Oktober in Rotenburg um das Buch und das Thema. Nähere Informationen zum Programm gibt es im Internet unter der Adresse www.rotenburgliest.de.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2439/14.09.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++


"Wir brauchen einen Marshall-Plan frühe Bildung" - Vorschulexpertin Ilse Wehrmann zum ersten "Kindergipfel" in Berlin - (epd-Interview)

Bremen (epd). Die kirchliche Vorschulexpertin Ilse Wehrmann hat unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen ersten "Kindergipfel" in Deutschland initiiert. Der gemeinsam mit Arbeitgeberverbänden und Stiftungen geplante Aktionstag am Weltkindertag (20. September) in Berlin solle der Auftakt zu einem "Marshall-Plan für frühkindliche Bildung" sein, sagte Wehrmann dem epd. Mit dem Marshall-Plan hatten die USA nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau Westeuropas gefördert. Über die Hintergründe des Kindergipfels sprach epd-Redakteur Dieter Sell mit der Leiterin des Landesverbandes Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder in Bremen.

epd: Am 20. September kommen erstmals Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kirchen und Verbänden zu einem "Kindergipfel" nach Berlin. Wozu braucht Deutschland den Gipfel?

Wehrmann: Deutschland hat einen erheblichen Reformbedarf im Bereich der frühkindlichen Erziehung und Bildung. Das haben auch die Mitinitiatoren des Kindergipfels erkannt, die Arbeitgeberverbände, die Robert-Bosch-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung. Alle sind der Meinung, dass wir einen Mentalitätswechsel für Kinder in Deutschland brauchen: Ein Kind zu haben bedeutet mehr als die Sicherung unserer Renten. Deshalb lautet das Motto des Gipfels "Kinder bilden! Deutschlands Zukunft".

epd: Meistens wird beim Thema Bildung aber über Schulen und Hochschulen diskutiert...

Wehrmann: Wir brauchen eine Kinderbeauftragte, eine Integrationsfigur, die in Bund, Ländern und Kommunen darauf achtet, dass in Gesetzgebungs-Verfahren und politischen Beschlüssen etwas für Kinder geschieht und in Gang kommt. Deutschland gibt überdurchschnittlich viel Geld im Hochschulbereich aus und wenig in der Elementarbildung. Alle anderen Länder in Europa machen es genau umgekehrt. Aber die ersten sieben Jahr sind die wichtigsten. In dieser Zeit entscheidet sich die Bildungs- und die Lebensbiografie eines Kindes, nicht in den späteren Schulen. So betreut in Deutschland beispielsweise eine Erzieherin im Durchschnitt 20 Kinder. International liegt die Quote bei eins zu acht oder eins zu zehn.

epd: ...wobei die Betreuungsquote unterschiedlich sein kann, weil die Kommunen für die Einrichtungen finanziell zuständig sind.

Wehrmann: Das ist mein Hauptpunkt - die staatliche Steuerung muss verändert werden. Es kann nicht sein, dass die Entwicklung eines Kindes von der Finanzkraft einer Kommune oder von der Einsicht eines Bürgermeisters oder Pfarrers abhängt. Die Entwicklungsbedingungen von Kindern sind aufgrund dieser kommunalen Zuständigkeit unterschiedlich zwischen Schleswig-Holstein und Bayern. Mit dem Niedergang der wirtschaftlichen Kraft gehen auch Bildungschancen verloren.

epd: Quer durch die Parteien wird zwar über kostenlose Kita-Plätze diskutiert. Aber woher könnte denn angesichts chronisch knapper öffentlicher Kassen das nötige Geld kommen?

Wehrmann: Wir brauchen so etwas wie einen Marshall-Plan für die frühkindliche Bildung. Wir müssen in einer konzertierten Aktion Bund, Länder, Kommunen, Wirtschaft, Gewerkschaften und Trägerverbände an einen Tisch setzen. Die Bundeskanzlerin muss eine Ministerpräsidenten-Konferenz zu diesem Thema einberufen. Wir brauchen Mut zu einem Richtungswechsel: 10 bis 15 Euro weniger Kindergeld oder ran an das Ehegatten-Splitting. Dafür einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, ganztags und für alle. Wenn beispielsweise wie in Bremen in sozialen Brennpunkten Ganztagsplätze abgebaut werden, weil die Eltern arbeitslos sind, dann ist das ein falscher Weg. Wir enthalten den Kindern damit systematisch Bildung vor. Gleichzeitig werden Schwimmbäder, Jugendfreizeitheime und Bibliotheken geschlossen. Woher soll denn dann der Bildungsschub kommen? Es ist besser, früh zu investieren als spät zu reparieren.

epd: Was erhoffen Sie sich speziell vom Kindergipfel?

Wehrmann: Der Gipfel soll einen Anstoß geben, ein Auftakt für eine konzertierte Aktion. Danach fängt die Arbeit erst an. Ich hoffe, dass dabei die Kirchen und große Unternehmen mit gutem Beispiel vorangehen. Es müssen Maßnahmen folgen, die auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den zuständigen Ministerien angeschoben werden. Ich erwarte da mehr Steuerung von der Bundesregierung. Der Erfolg der frühkindlichen Bildung kann nicht dem Föderalismus überlassen bleiben.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2428/14.09.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen