Auf einen Blick (11.9.)

Nachricht 11. September 2006

Radio hören im Internet
produziert vom Evangelischen Kirchenfunk (ekn - www.ekn.de)

-> Das Kinderbibelquiz vom 10.9.2006 (mp3-Datei, 2,7 MB)

Das Thema der Woche: 11. September
Es ist natürlich das Thema heute: Die Terroranschläge vom 11. September. Um die 3000 Menschen haben ja bei den Anschlägen vor fünf Jahren in New York ihr Leben verloren. Mark Eickhorst aus der Hit-Radio Antenne Kirchenredaktion ist an dem Thema dran. Mark, was merkt man in New York heute noch von den Anschlägen?

-> anhören (mp3-Datei, 2 MB)

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„Gewissens-Experte“ gesucht

Gewissensbisse kennt jeder. Aber wer bietet einen Rat an, wenn wir nicht mehr weiter wissen? Für die neue Reihe „Engelchen und Teufelchen – Gewissensbisse im Alltag“ suchen die Evangelische Radiokirche und NDR 1 Niedersachsen eine Expertin/ einen Experten, die/ der einmal pro Woche eine Gewissensfrage der Radiohörer mit Fingerspitzengefühl und Augenzwinkern beantworten kann.

In vielen Alltagssituationen verbergen sich ethisch-moralische Fragestellungen. Soll ich einem Obdachlosen Geld geben, obwohl er so aussieht, als ob er von meinem Almosen sofort Alkohol kauft? Darf ich in meinem Garten einen Maulwurfschocker aufstellen, auch wenn die Wühler dann die Nachbargärten heimsuchen? Darf ich mit Erkältung in einen Zug steigen, auch wenn ich andere vielleicht anstecke?

Wer Lust auf christliche Alltagsethik hat, gut schreiben kann und eine angenehme Radiostimme besitzt, kann sich als Gewissens-Experte für die Reihe „Engelchen und Teufelchen – Gewissensbisse im Alltag“ bewerben.

Bewerber sollten die oben genannten drei Beispielfragen beantworten – pro Antwort sind 2.000 Zeichen möglich. Einsendeschluss ist der 9. Oktober 2006.

Start der Sendereihe bei NDR 1 Niedersachsen ist im Winter 2006. Gefördert wird die neue Reihe von der Hanns-Lilje-Stiftung.

Weitere Infos unter www.radiokirche.de.
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Tourismus-Verbände sehen Kirchenführungen positiv

Hermannsburg/Kr. Celle (epd). Das Image von Kirchen verbessert sich nach Ansicht von Tourismus-Verbänden, wenn diese verlässlich geöffnet sind und Kirchenführungen angeboten werden. Die Befragung der Verbände in Niedersachsen habe ergeben, dass die Kirchen dann als kunden- und marktorientierter empfunden werde, sagte Professor Ralf Hoburg von der Evangelischen Fachhochschule Hannover am Wochenende in Hermannsburg bei Celle.

Hoburg stellte erste Ergebnisse einer Untersuchung vor, in der die Evangelische Fachhochschule die Ausbildung von ehrenamtlichen Kirchenführern in Niedersachsen wissenschaftlich begleitet. In Hermannsburg erhielten 25 Ehrenamtliche die bundesweite Anerkennung als Kirchenführer. Sie haben eine Ausbildung mit insgesamt 120 Stunden abgeschlossen, die "Kirche und Tourismus" der hannoverschen Landeskirche zusammen mit dem Religionspädagogischen Institut Loccum anbietet.

Die Tourismus-Branche sieht Hoburg zufolge die Kirche als einen wichtigen Kooperationspartner in der Region an. Durch Kirchenführungen würden auch jüngere Zielgruppen angesprochen. "Für die Kirchenführer selbst bildet das Angebot von Kirchenführungen einen Teil des Erneuerungsprozesses von Kirche und Gemeinde", sagte der Professor für Systematische Theologie und Diakoniewissenschaft.

Zu den Ausbildungsinhalten der Kirchenführer gehören neben Kirchen- und Baugeschichte auch Themen wie Spiritualität und Kirchenpädagogik. "Die Nachfrage ist vorhanden und die Sehnsucht nach Spiritualität ist enorm", sagte der Leiter von "Kirche in Tourismus", Klaus Stemmann. Ein weitere Ausbildungskurs beginnt im Frühjahr 2007 (www.kirche-im-tourismus.de)

Zurzeit tragen 477 evangelische Kirchen in Deutschland das Signet für verlässlich geöffnete Kirchen. Sie verpflichten sich damit, ihre Kirche ein halbes Jahr lang täglich vier Stunden offen zu halten. In der hannoverschen Landeskirche sind es 217 Kirchen, etwa jedes siebte Kirchengebäude.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2399/11.09.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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SS-Terror, Zwangsarbeit und Schläge
Moringer KZ-Häftlinge erzählen Konfirmanden von ihrer Haft

Von Reimar Paul (epd)

Moringen/Kr. Northeim (epd). Fritz Klicka wurde Ende 1941 verhaftet, als er versuchte, aus dem besetzten Österreich heimlich in die Schweiz zu gelangen. Nach einer Odyssee durch zahlreiche Zuchthäuser sperrten die Nazis den 21-Jährigen Anfang 1944 im Jugend-Konzentrationslager Moringen ein, wo er bis zur Befreiung des Lagers gefangen blieb. 61 Jahre später ist er in die Kleinstadt zurückgekehrt. Zu dem Gedenktreffen der ehemaligen Moringer KZ-Häftlinge sind acht der noch etwa 20 überlebenden Gefangenen gekommen: aus Deutschland, Österreich und Slowenien.

Sie tauschen Erinnerungen aus. Machen einen Rundgang über das frühere KZ-Gelände, und sie erzählen Moringer Konfirmanden, wie sie das Konzentrationslager erlebten und überlebten. Der heute 82 Jahre alte Klicka musste als Schlosser in der KZ-Schmiede schuften, später wurde er Gehilfe des Lagerkochs. Als die SS ein Häftlingskommando zum Minenräumen abkommandierte, wollte Klicka nicht mitgehen. Schwere Kerkerhaft war die Strafe. "Ich habe da nur alle drei Tage etwas Warmes zu essen bekommen und musste auf dem Steinfußboden schlafen", sagt er.

An einem anderen Tisch fügt Richard Kieslich (78) seine Erinnerungen zu einem Bericht zusammen. Er hatte in den Sommerferien 1943 seine Großmutter in Polen besucht. Beim Beerensammeln im Wald war der 15-Jährige zufällig Zeuge einer Massenerschießung durch deutsche Soldaten geworden. "Das erzählte ich zu Hause, ohne mir dabei was zu denken." In Moringen musste Kieslich Zwangsarbeit in einer nahe gelegenen unterirdischen Munitionsfabrik leisten. "Ich saß an einem Tisch und kontrollierte die Verschlüsse von Granaten." Wenn der SS-Aufseher vorbei kam, schlug er Kieslich mit einer Gerte auf den Rücken.

Die Gefangenen im Moringer Jugend-KZ waren Terror, Hunger und drakonischen "Erziehungsmethoden" ausgesetzt. Viele von ihnen starben, wurden zwangsweise sterilisiert oder in andere Konzentrationslager deportiert. Das Lager wurde im April 1945 geräumt, die rund 500 verbliebenen Häftlinge auf einen Evakuierungsmarsch getrieben. Bis zu 100 Gefangene sollen dabei ums Leben gekommen sein. Klicka und Kieslich hatten Glück. Klicka fuhr den abmarschierenden Kameraden mit dem Kästchenlastwagen hinterher - und direkt einer Patrouille der US-Army in die Arme. Kieslich gelang unterwegs die Flucht.

Die Gedenktreffen der Moringer KZ-Häftlinge gibt es seit 20 Jahren. Einige frühere Gefangene seien fast jedes Mal dabei, berichtet Dietmar Sedlaczek, Leiter der Moringer KZ-Gedenkstätte und Organisator der Treffen. "Sie sind an den Ort zurückgekehrt, an dem sie vor Jahrzehnten eingesperrt und gequält wurden und an dem sie nun versuchen, mit dem Erlebten umzugehen."

(epd Niedersachsen-Bremen/b2392/10.09.06)
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