Diakonie fordert Klarheit für Gesundheitssystem

Nachricht 04. September 2006

Hannover (epd). Der hannoversche Diakoniedirektor Manfred Schwetje hat Klarheit über die Zukunft des Gesundheitswesens in Deutschland gefordert. Auch Wohnungslose, Alleinerziehende und junge Familien müssten uneingeschränkten Zugang zu bezahlbaren Gesundheitsleistungen haben, mahnte Schwetje am Montag in Hannover. "Wir dürfen diese Menschen nicht aus den Augen verlieren", sagte er. Es sei ein Trauerspiel, wie sich die politischen Kräfte derzeit gegenseitig blockierten.

Bei der Jahrespressekonferenz des Diakonischen Werks der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hob Schwetje die ehrenamtlichen Leistungen hervor, mit denen Kirche und Diakonie gegen Not und Vereinsamung helfen wollten. Die "Woche der Diakonie" vom 3. bis 10. September steht unter dem Motto "Wenn Krankheit Mauern baut". Dazu stellte die Diakonie ehrenamtliche Tätigkeiten für Kranke, Alte und junge Familien vor. Insgesamt engagierten sich in Niedersachsen 950.000 Menschen im Ehrenamt kirchlich und sozial, hieß es.

In Krankenhäusern und Altenheimen in Niedersachsen arbeiten rund 1.200 "Grüne Damen", teilte Johanna Gerhard von der Evangelischen Krankenhaushilfe mit. Der Bedarf steige, zumal der Anteil schwer erkrankter Patienten in den Kliniken wachse, sagte sie. Im Projekt "wellcome" in Winsen/Luhe kümmern sich Ehrenamtliche um junge Familien. Es solle unter der Schirmherrschaft der niedersächsischen Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) auf mehr als zehn Standorte erweitert werden, kündigte Schwetje an.

Das Diakonische Werk unterstützt Modellprojekte zur Gesundheitsvorsorge, etwa zu einer gesunden Ernährung auch bei geringem Einkommen. Mitarbeiter von Besuchsdiensten und andere Ehrenamtliche werden für ihre Arbeit geschult. Die zuständige Referentin Eva-Maria Zabée berichtete, dass sich immer mehr Menschen zu einer Mitarbeit in sozialen Diensten bereit erklärten. Das kann aber laut Schwetje die gegenwärtigen Probleme des Gesundheitswesens nicht lösen. Die Gesamtsituation sei dramatisch und verlange nach einer politischen Lösung.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2320/04.09.06)
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