Käßmann kritisiert Auftritt von Popstar Madonna am Kreuz

Nachricht 21. August 2006

(epd-Gespräch)

Hannover (epd). Auch Popstars sollten nach Ansicht der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann nicht mit Symbolen des Leidens spielen. Dies gelte auch für die amerikanische Sängerin Madonna, die in ihrer jüngsten Show mit einer Dornenkrone am Kreuz auftritt, sagte Käßmann am Montag im epd-Gespräch in Hannover: "Am Kreuz ringt Jesus aus Nazareth mit dem Tod und nicht eine millionenschwere Popdiva mit ihrem Song." So eine Inszenierung verletze neben Christinnen und Christen auch all jene Menschen, die persönliche Erfahrungen mit Leiden hätten.

Käßmann wies Presseberichte zurück, nach denen sie zum Boykott des Konzerts am morgigen Dienstag in Hannover aufgerufen haben soll: "Davon kann keine Rede sein." Es gebe für sie jedoch ein Dilemma, sagte die Bischöfin der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland. Gehe man auf die Provokationen von Madonna ein, erreiche sie ihr Ziel: "Ignorieren wir sie aber, kann leicht der Eindruck entstehen, dass es uns gleichgültig ist, wenn wichtige christliche Symbole für Spaß und Show-Zwecke vermarktet werden."

Sie hätte der 48-jährigen Sängerin inzwischen mehr Ernsthaftigkeit zugetraut, zumal diese sich selbst als religiös bezeichne, sagte Käßmann weiter: "Eine gigantische Show, bei der die Manager Einnahmen von 200 Millionen Dollar erwarten, und der ernsthafte, leidende Christus passen einfach nicht zusammen." Es sei schade, dass es Madonna immer nur um die eigene Inszenierung gehe, denn manche ihrer Lieder finde sie durchaus gut.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2218/21.08.06)
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