Hannoverscher Pastor ist neuer Leitender Militärdekan

Nachricht 16. August 2006

Kiel/Hannover (epd). Die evangelischen Landeskirchen im Norden haben erstmals einen gemeinsamen Militärdekan. Der hannoversche Pastor Armin Wenzel (49) leitet seit Anfang August in Kiel die Militärseelsorge mit ihren 27 Dienststellen in Schleswig- Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen. Wenzel ist Nachfolger von Heinz Zimmermann-Stock (65), der im Juni in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Wenzel war bereits 14 Jahre lang Militärseelsorger, sagte er am Mittwoch dem epd in Kiel. Nach Abschluss seines Studiums trat er eine Pfarrstelle im niedersächsischen Munster an. Später ging er an die Offizierschule des Heeres nach Hannover und war bis Frühjahr 2006 zehn Jahre lang Gemeindepastor in Hannover-Langenhagen.

Die Seelsorge für die Soldaten sei das Zentrum der Militärseelsorge, sagte Wenzel weiter. Die Trennung vom vertrauten Lebensumfeld und dem Lebenspartner sei vor allem für junge Soldaten und Soldatinnen schwierig. Dazu kämen soziale Probleme wie etwa Überschuldung. Es sei auffällig, dass auch Soldaten ohne kirchliche Bindung häufig das Gespräch mit den Militärseelsorgern suchten.

Die Auslandseinsätze hätten die Militärseelsorge positiv verändert, sagte Wenzel. Die Bundeswehr lege bei jedem Auslandseinsatz viel Wert auf die Begleitung durch evangelische und katholische Pastoren. Dass sie unter gleichen Bedingungen wie die Soldaten lebten und ihre Belastungen teilten, habe ihre Akzeptanz merklich erhöht.

Themen wie Verletzung, Sterben und Tod seien für viele Soldaten durch die Auslandseinsätze näher gerückt, sagte Wenzel. Traumatische Erlebnisse der Soldaten durch Gewalt müssten psychologisch und seelsorgerlich begleitet werden. Derzeit seien zwei norddeutsche Pastoren in Afghanistan und in Bosnien. Ein dritter bereitet sich auf seinen Einsatz im Kongo vor. Zwei bis drei Auslandseinsätze seien für jeden Militärpfarrer während ihrer Dienstzeit die Regel. Dies bedeute für den jeweiligen Standort aber auch, dass dort für etwa acht Monate nur eine Notversorgung zu leisten sei.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2180/16.08.06)
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