Auf einen Blick (15.8.)

Nachricht 15. August 2006

Das Kinderbibelquiz
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Protestanten sehen positiven Dialog mit Orthodoxen

Hannover/Berlin (epd). Die evangelischen Kirchen in Europa sehen ein positives Signal im Gespräch mit den orthodoxen Kirchen. Der Dialog mit deren Vertretern habe sich "erfreulicherweise nach zögerlichen Anfängen verstetigt", erklärte der Sekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Wilhelm Hüffmeier, am Montag in Hannover. Dies könne zu einer gegenseitigen Anerkennung der Taufe führen.

Zur GEKE gehören 105 lutherische, reformierte, unierte oder methodistische Kirchen, unter ihnen auch fünf frühere evangelische Einwandererkirchen in Südamerika. Sie gewähren sich untereinander Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Orthodoxe Kirchen sind vor allem in Osteuropa verbreitet. Sie orientieren sich am Jahrhunderte alten byzantischen Ritus. Die größte unter ihnen ist die russisch-orthodoxe Kirche.

Hüffmeier sprach sich auch dafür aus, den Gegensatz zu den Baptisten weiter zu entschärfen. Die evangelische Freikirche müsse "in irgendeiner Form anerkennen, dass auch die Taufe ohne den unmittelbar gegebenen Glauben des Täuflings eine Würde hat". Baptisten lehnen die in den Volkskirchen übliche Kindertaufe als unbiblisch ab und taufen nur erwachsene Gläubige nach deren eigener Entscheidung. Möglicherweise könnten die Baptisten einräumen, dass die Taufe zu ihrem Ziel gekommen sei, wenn die als Kind Getauften später zum Glauben kämen, sagte Hüffmeier.

Die sechste Vollversammlung der GEKE tagt Mitte September in Budapest unter dem Motto "Gemeinschaft gestalten - Evangelisches Profil in Europa". Hüffmeier ist zugleich Präsident der Kirchenkanzlei der Evangelischen Kirche der Union in Berlin. Zum Jahresende geht er in den Ruhestand.
(epd Niedersachsen-Bremen/b2161/14.08.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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„Abschied von einem Kirchengebäude – Entwidmung“

Unter dem Titel „Abschied von einem Kirchengebäude – Entwidmung“ hat die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) jetzt eine Handreichung veröffentlicht. Die Kirchenleitung der VELKD hatte nach Beratung in der Bischofskonferenz der VELKD dieses Heft beschlossen. Erarbeitet wurde die gottesdienstliche Ordnung vom Liturgischen Ausschuss der VELKD, der ein in der Protestantischen Kirche in den Niederlanden gebräuchliches Formular den Gegebenheiten in Deutschland angepasst hat.

In seinem Vorwort zu der achtseitigen Publikation schreibt der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Dr. Johannes Friedrich (München), es gebe unterschiedliche Anlässe, einen – möglicherweise vorläufig – letzten Gottesdienst in einem Kirchengebäude zu feiern. Etwa wenn eine Gemeinde ihre zu kleine oder schadhafte Kirche durch einen Neubau ersetzen müsse. In anderen Fällen könnten demographische Veränderungen und Entwicklungen dazu führen, dass eine Kirchengemeinde ihr Gotteshaus nicht mehr in der vorgegebenen Größe brauche und sich den finanziellen Aufwand für dessen Erhalt auch nicht mehr leisten könne. In der konfessionellen Vielfalt, die Deutschland kennzeichne, könne es zudem geschehen, dass eine Kirche oder Freikirche, die bisher am Ort nur eine Notunterkunft oder gar keine Stätte für ihre Gottesdienste habe, das Gebäude übernehme. „Ein schmerzlicher Fall des Abschiednehmens tritt dann ein, wenn eine Gemeinde, die sich einer anderen Gemeinde anschließt, ihre Kirche für eine säkulare Nutzung oder für einen Abriss aufgeben muss.“ Ein solcher Fall „braucht die besondere Aufmerksamkeit kirchlichen Handelns. Es braucht einen Ritus, um ihn bewältigen zu können, so der Leitende Bischof. Er hoffe, dass die liturgische Hilfe für diesen Fall nur sehr selten benötigt werde.

Das Heft „Abschied von einem Kirchengebäude – Entwidmung“ kann kostenlos im Lutherischen Kirchenamt (Richard-Wagner-Str. 26, 30177 Hannover, Tel.: 0511/62 61 237, Fax: 0511/62 61 211, E-Mail: zentrale@velkd.de) angefordert bzw. im Internet unter www.velkd.de herunter geladen werden. In der Reihe „Texte aus der VELKD“ ist als Nr. 122 die 16-seitige Veröffentlichung „Was ist zu bedenken, wenn eine Kirche nicht mehr als Kirche genutzt wird? Leitlinien des Theologischen Ausschusses der VELKD und des DNK/LWB“ erschienen, die ebenfalls kostenlos über das Lutherische Kirchenamt zu beziehen oder auf der VELKD-Homepage zu finden ist.

Lutherisches Kirchenamt - Pressestelle
Richard-Wagner-Str. 26
30177 Hannover
Tel.: 0511/62 61 - 236
Fax: 0511/62 61 - 511
eMail: hahn@velkd.de
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Göttinger Hanns-Lilje-Preis für Theologen aus Jena

Göttingen/Jena (epd). Die Akademie der Wissenschaften in Göttingen hat ihren diesjährigen Hanns-Lilje-Preis an den Theologen Martin Keßler vergeben. Der in Jena und Basel lebende Wissenschaftler habe die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für seine Dissertation "Der Theologe unter den Klassikern. Johann Gottfried Herder als Generalsuperintendent von Sachsen-Weimar" erhalten, heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag. Keßler promovierte mit der Arbeit an der Theologischen Fakultät der Universität Jena.

Der Hanns-Lilje-Preis wird alle zwei Jahre für herausragende Leistungen in den historisch orientierten Disziplinen der Theologie vergeben. Er gilt als renommierteste Auszeichnung in diesem Bereich. In diesem Jahr wurde er zum ersten Mal nicht geteilt, sondern allein Keßler zugesprochen. Der Preis erinnert an den früheren Bischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Hanns Lilje (1899-1977).

(epd Niedersachsen-Bremen/b2170/15.08.06)
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