Landesbischöfin: Keine Gefahr eines evangelischen Zentralismus

Nachricht 08. August 2006

Berlin/Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann ist Befürchtungen entgegengetreten, die Empfehlungen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu einer umfassenden Strukturreform förderten einen kirchlichen Zentralismus. "Ich halte es für völlig überzogen, die Gefahr eines evangelischen Zentralismus an die Wand zu malen", sagte die Bischöfin der größten evangelischen Landeskirche in einem Interview der Tageszeitung "Die Welt" (Dienstagsausgabe).

Mit Hinweis auf 23 autonome EKD-Landeskirchen ergänzte Käßmann, Vielfalt gehöre zum evangelischen Profil. In dem EKD-Impulspapier wird ein "Mentalitätswechsel" und ein Umbau auf allen kirchlichen Ebenen bis zum Jahr 2030 empfohlen. Dazu gehört auch der Vorschlag, dass es langfristig nur noch maximal zwölf Landeskirchen geben solle. Gegen diese Reformpläne gab es aus den kleineren Landeskirchen zumeist kritische Stimmen.

Die Reforminitiative werde außerhalb der Kirche positiver wahrgenommen als in der Kirche, sagte Bischöfin Käßmann: "Vielleicht bewegt sich durch einen solchen Impuls mehr als mit 20 Gremiensitzungen und 20 Protokollen." Auf Dauer könne man es sich nicht leisten, dass sich die evangelische Kirche "in unendlich vielen Strukturen" aufreibe.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2134/08.08.06)
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