Auf einen Blick (26.7.)

Nachricht 26. Juli 2006

Diakonie Katastrophenhilfe fordert humanitäre Korridore im Südlibanon

Stuttgart, 26. Juli 2006. Die Diakonie Katastrophenhilfe fordert dringend humanitäre Korridore zur Versorgung der Flüchtlinge im Libanon und ein Ende der Gewalt im Nahen Osten. „Israel hat die zugesagten sicheren Transportwege in den Südlibanon noch immer nicht eingerichtet“, erklärt die Direktorin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel. „Die humanitäre Situation in dieser Region verschlechtert sich deshalb von Tag zu Tag. Die Menschen brauchen umgehend Wasser, Lebensmittel und medizinische Hilfe, nicht erst, wenn Israel seine Kriegshandlungen für beendet erklärt hat.“

In der libanesischen Hauptstadt Beirut ist die Hilfe für Vertriebene hingegen angekommen. Der Kirchenrat des Mittleren Ostens, Partner der Diakonie Katastrophenhilfe, hat inzwischen an die ersten 2.000 Familien Lebensmittel und Hygieneartikel verteilt. Mindestens 650.000 Menschen sind im Libanon auf der Flucht. Rund 100.000 Flüchtlinge fanden Zuflucht in Kirchen, Klöstern und christlichen Schulen. „Die Kirchen im Libanon haben ihre Türen geöffnet. Sie gewähren Menschen in Not ein Dach über dem Kopf, unabhängig davon, welcher Religion sie angehören“, berichtet der Generalsekretär des Kirchenrates, Guirgis Saheh. „Die Gemeinden versorgen die Flüchtlinge mit eigenen Mitteln, doch die Vorräte gehen schnell zur Neige. Sie hoffen auf baldigen Nachschub aus dem Ausland.“

Allein im Beiruter Bezirk Ashrafiyyeh sind 3.000 Vertriebene in acht christlichen Schulen untergekommen. „Probleme bereiten uns vor allem die Versorgung mit Trinkwasser und die hygienischen Verhältnisse. Die sanitären Einrichtungen sind nicht auf eine so große Zahl von Menschen angelegt“, so Guirgis Saleh. Die internationale Allianz kirchlicher Hilfswerke ACT (Kirchen helfen gemeinsam), der die Diakonie Katastrophenhilfe angehört, will ihre Hilfsprogramme ausweiten.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet dringend um Spenden. Kennwort „Naher Osten“. Spendenkonten: Diakonie Katastrophenhilfe: Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70 oder online www.diakonie-katastrophenhilfe.de/naher-osten
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Bremer Projektteam startet Arbeit für Kirchentag 2009

Bremen (epd). Ein dreiköpfiges Team hat vor Ort die Vorbereitungen für den Deutschen Evangelischen Kirchentag 2009 in Bremen aufgenommen. Dazu gehören nach eigenen Angaben der Beauftragte der Bremischen Evangelischen Kirche, Pastor Henner Flügger, Diakonin Petra Dettken und Pastor Friedhelm Stemberg aus der Reformierten Kirche. Mit Gospel- und Sambamusik sowie Aktionen rund um den Kirchentag wollen sie am 8. September um 16 Uhr ihr Projektbüro in der Stadtmitte (Domsheide 8) offiziell eröffnen.

Das Büro soll den Organisatoren zufolge die Gemeinden und Einrichtungen in Bremen und Umgebung bei der Vorbereitung des Christentreffens unterstützen. Als Motor vor Ort initiiere und begleite es Aktivitäten, die Lust auf den Kirchentag machten, hieß es. Die bremische Kirche ist vom 20. bis 24. Mai 2009 Gastgeberin des Kirchentags, der alle zwei Jahre stattfindet. 2007 werden dazu mehr als 100.000 Menschen in Köln erwartet. Das Motto lautet dann "lebendig und kräftig und schärfer". Ein Thema für Bremen steht noch nicht fest. (Internet: www.kirchentag.de)

(epd Niedersachsen-Bremen/b2045/26.07.06)
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Streit um Leiharbeit: Kirchengericht soll entscheiden

Lilienthal/Kr. Osterholz (epd). Im Streit um die Leiharbeit bei der Diakonischen Behindertenhilfe Lilienthal bei Bremen hat die Geschäftsführung den Kirchengerichtshof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) angerufen. Es gehe um die Frage, ob der dauerhafte Einsatz von Leih-Arbeitnehmern in dem Unternehmen zulässig sei, sagte Geschäftsführer Hans Mencke am Mittwoch dem epd. Die Schiedsstelle der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen hatte dies kürzlich verneint. Experten messen einer Entscheidung in dieser Frage bundesweite Bedeutung zu.

Mencke verteidigte die längerfristige Leiharbeit und sagte, die Behindertenhilfe reagiere damit auf den enormen Kostendruck in der Sozialbranche. Sein Unternehmen stellt neue Beschäftigte seit Jahresanfang nur noch über die Leiharbeits-Tochterfirma "Dia Logistik" an. Ihr Gehalt liegt laut Mencke zehn Prozent unter dem, was Heilerziehungspfleger oder Erzieher bekommen, die seit längerem im Unternehmen tätig sind. Vertrauensleute der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sprechen von Vergütungen, die sogar 20 Prozent unter dem herkömmlichen Niveau liegen.

Mencke sagte dem epd, von den rund 500 Beschäftigten in der Behindertenhilfe seien bereits 40 bei "Dia Logistik" angestellt. Nur mit "marktfähigen Tarifen" könne die Streichung von Personalstellen oder eine Insolvenz der wirtschaftlich gesunden Einrichtung vermieden werden. Unter den 40 Beschäftigten sind laut ver.di auch Mitarbeiter, die zum Teil seit Jahren mit immer wieder befristeten Verträgen tätig sind und nun zu "Dia Logistik" wechseln mussten.

Die Schiedsstelle hatte Ende Mai entschieden, dies sei nicht mit kirchlichem Recht vereinbar. Damit wurde die Auffassung der Mitarbeitervertretung bestätigt, dass Leiharbeitsverhältnisse nur bei kurzfristigen Krankheits- oder Urlaubs-Vertretungen möglich sind. Gewerkschaft und Mitarbeitervertretung werfen der Geschäftsführung Lohndumping vor.

"Das Urteil des Kirchengerichtshofes wird für alle diakonischen Einrichtungen von Bedeutung sein", sagte Regina Morr vom ver.di-Bezirk Bremen-Nordniedersachsen. So hat ähnlich wie in Lilienthal auch die diakonische Stiftung "Friedehorst" in Bremen eine Tochterfirma gegründet, die bis zu 30 Prozent weniger Gehalt für neue Beschäftigte zahlt.

Bevor der Streit vor dem Kirchengerichtshof verhandelt werden kann, muss zunächst geprüft werden, ob die Kammer überhaupt zuständig ist. Während Mencke in der Auseinandersetzung einen Fall von grundsätzlicher Bedeutung sieht, ist der Bremer Fachanwalt für Arbeitsrecht, Bernhard Baumann-Czichon, anderer Auffassung. Die Schiedsstelle habe sich laut eigener Urteilsbegründung "abschließend" mit dem Thema befasst. In der niedersächsischen Diakonie sind rund 40.000 Menschen beschäftigt, bundesweit sind es etwa 450.000.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2039/26.07.06)
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Israelische Qumran-Expertin forscht in Göttingen

Göttingen (epd). Die israelische Qumran-Expertin Professor Devorah Dimant von der Universität Haifa forscht ein Jahr lang in Göttingen. Sie werde ab September an der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen einen Kommentar über den nicht-biblischen Teil der vor 60 Jahren am Toten Meer gefundenen althebräischen Schriften vorbereiten, teilte die Fakultät mit.

Kooperationspartner von Dimant sind den Angaben zufolge die Qumran-Forschungsstelle der Theologischen Fakultät sowie das "Qumran-Wörterbuch" der Göttinger Akademie der Wissenschaften. Für Juni 2007 ist eine internationale Konferenz von israelischen und deutschen Wissenschaftlern über Fragen der Schriftauslegung zwischen Bibel und Qumran geplant.

Die Überreste der Siedlung Qumran waren 1947 am Ufer des Toten Meeres entdeckt worden. In den zahlreichen Höhlen fanden Forscher Schriftrollen und Pergamente aus den ersten vor- und nachchristlichen Jahrhunderten, darunter auch Bücher des Alten Testaments mit Kommentaren. Die Dokumente geben Aufschluss über die Schriftsprache und das Leben einer vom Tempel in Jerusalem gelösten Bruderschaft, vermutlich der Essener.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2040/26.07.06)
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Theologen fordern kreativere Gottesdienste

K a r l s r u h e (idea) – Für mehr Gestaltungsvielfalt im Gottesdienst haben sich Referenten eines „Liturgischen Tages“ der badischen Landeskirche ausgesprochen. „Kreative Gottesdienste erinnern an Gott den Schöpfer, den Kreator“, sagte der Theologische Referent der Kirchenleitung, Oberkirchenrat Michael Nüchtern, vor rund 100 Besuchern am 22. Juli in Karlsruhe.

Der Vorsitzende der Liturgischen Kommission der Landeskirche, Pfarrer Christian Schwarz (Aglasterhausen bei Heidelberg), plädierte für mehr Abwechslung bei den Gottesdienstformen. Dazu könnten beispielsweise Musikgruppen verschiedener Stilrichtungen, Filmausschnitte oder Theaterszenen beitragen. „Wenn Menschen mit ihren besonderen Gaben am Gottesdienst mitwirken, kann die Vielfalt des Geistes in der Kirche zum Ereignis werden“, so Schwarz. Die Beteiligung vieler Personen am Gottesdienst verhindere auch den Eindruck, es handele sich um eine Veranstaltung von Pfarrern.

Der Direktor des Evangelischen Zentrums für Gottesdienst und Kirchenmusik der hannoverschen Landeskirche, Jochen Arnold (Hildesheim), sprach sich dafür aus, Gottesdienste musikalisch so zu gestalten, daß die Besucher Tradition und Innovation „kompetent und lustvoll“ annehmen: „Wo Popularmusik generell verteufelt oder belächelt wird, da herrscht der Geist der Restauration genauso wie dort, wo der Organist sich entschuldigen muß, wenn er ein Musikstück eines modernen Komponisten spielt.“ (25.07.2006/16:00)

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