Kirchenasyl geht nach Polizeieinsatz weiter

Nachricht 26. Juli 2006

Holzminden (epd). Die serbische Flüchtlingsfamilie Fekovic bleibt auch nach einem Polizeieinsatz am Mittwoch weiter im Kirchenasyl in Holzminden. Die Beamten sowie Vertreter des Landkreises hätten die Familie am Vormittag erneut zur sofortigen Ausreise aufgefordert, sagte der Pfarrer der evangelischen Thomasgemeinde, Heiko Limburg: "Die Behördenvertreter haben dabei noch einmal erklärt, dass es aus ihrer Sicht keine Chance für ein Bleiberecht gibt."

Die Polizisten hätten das Kirchengebäude nicht betreten, sagte Limburg. Ihm sei zugesichert worden, "dass es auch künftig keinen Einsatz in Sakralräumen geben wird". Deswegen sei es wichtig, dass sich die Flüchtlinge in der Kirche selbst und nicht in Nebenräumen aufhielten. Das gelte auch für die Zeit des Gottesdienstes an diesem Sonntag.

Die Eheleute Rahmann Fekovic und Bisera Kurtanovic sowie ihre drei Kinder zwischen einem und elf Jahren hatten am 17. Juli in der Thomasgemeinde Zuflucht gesucht. Die Entscheidung, ihnen Kirchenasyl zu gewähren, sei vom Kirchenvorstand gebilligt worden, sagte Limburg.

Die Familie Fekovic lebt seit acht Jahren in Holzminden, der Heimatstadt des niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann (CDU). Nach der gerichtlich bestätigten Ablehnung eines Asylantrages hatte der Landkreis Holzminden die Abschiebung eingeleitet. In einem offenen Brief an den Holzmindener Superintendenten Ulrich Wöhler hatte Schünemann Anfang dieser Woche geschrieben, dass die Familie ausreisen müsse. Sie könne auch nicht als so genannter Härtefall anerkannt werden.

Eine Antwort des evangelischen Kirchenkreises Holzminden-Bodenwerder werde es vorerst nicht geben, sagte eine Sprecherin. Wöhler und auch sein Stellvertreter seien im Urlaub.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2038/26.07.06)
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