Auf einen Blick (25.7.)

Nachricht 25. Juli 2006

Kirchen begrüßen Härtefallkommission für Niedersachsen

Wolfenbüttel (epd). Die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen hat die Einrichtung einer Härtefallkommission begrüßt. Die von der Landesregierung beschlossene Verordnung sei ein wichtiger Schritt dazu, humanitäre Härten für Flüchtlinge in Niedersachsen künftig besser zu vermeiden, sagte Bischof Friedrich Weber als Ratsvorsitzender der Konföderation am Dienstag in Wolfenbüttel dem epd. Weber bedauerte, dass verschiedene Anliegen der Kirchen in der Verordnung nicht stärker berücksichtigt worden seien.

Vor aller Detailkritik gelte es jetzt jedoch, die Praxis zu beobachten, sagte der Ratsvorsitzende. Nach der Einrichtung der neunköpfigen Kommission im September müsse sich erweisen, ob dann wirklich Abschiebungen in Härtefällen vermieden werden könnten. Die evangelischen Kirchen haben den künftigen Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Schindehütte, zur Berufung in den Ausschuss nominiert. Er ist derzeit noch geistlicher Vizepräsident des Landeskirchenamtes in Hannover.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2028/25.07.06)
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Zukunft des Kirchensprengels Calenberg-Hoya weiter offen

Nienburg (epd). Nach der Ernennung des Nienburger Landessuperintendenten Arend de Vries zum Geistlichen Vizepräsidenten des Landeskirchenamtes in Hannover ist die Zukunft des evangelischen Sprengels Calenberg-Hoya weiter offen. "Man kann die Sprengel-Frage nicht nach Personen entscheiden, da müssen andere Kriterien her", sagte de Vries am Dienstag auf epd-Anfrage. Beide Fragen müssten streng voneinander getrennt werden. De Vries leitet den Sprengel seit 1999.

Calenberg-Hoya ist einer von acht Teilbezirken der hannoverschen Landeskirche. Das Gebiet mit fünf Kirchenkreisen und mehr als 280.000 Kirchenmitglieder reicht von Hameln entlang der Weser bis kurz vor Bremen. In der Landeskirche wird derzeit darüber diskutiert, ob der Sprengel aufgelöst oder erweitert werden soll, um die Zahl der Sprengel insgesamt von acht auf sechs zu verringern.

Ende November werde die Synode, das Parlament der Landeskirche darüber endgültig entscheiden, sagte de Vries. Bis dahin werde die Stelle des Landessuperintendenten auf jeden Fall nicht wiederbesetzt. Allerdings würden die bestehenden Sprengel-Strukturen unter anderem gebraucht, um Kandidaten für die nächste Synoden-Wahl im Herbst 2007 aufzustellen.

Im Falle einer Erweiterung könnte Calenberg-Hoya den bisherigen landeskirchlichen Überlegungen zufolge die Kirchenkreise Diepholz, Walsrode und Holzminden-Bodenwerder übernehmen. In diesem Falle würden die Sprengel Osnabrück und Ostfriesland sowie Hildesheim und Göttingen vereinigt. Im Falle einer Auflösung des Sprengels könnten die Kirchenkreise Nienburg und Stolzenau-Loccum in den Sprengel Hannover wechseln. Hameln-Pyrmont und die Grafschaft Schaumburg gingen an den Sprengel Hildesheim, Syke-Hoya an den Sprengel Stade.
(epd Niedersachsen-Bremen/b2027/25.07.06)


Das aktuelle Stichwort: Sprengel

Hannover/Nienburg (epd). Die Landeskirche Hannover mit ihren rund 3,07 Millionen Mitgliedern ist in acht Kirchenbezirke, sogenannte Sprengel, aufgeteilt. Das Wort "Sprengel" kommt aus der Zeit, als Bischöfe in ihrem Kirchenbezirk das Recht zur Segnung durch "Sprengen" mit Weihwasser hatten.

Die Sprengel sind mit einem Regierungsbezirk vergleichbar und in Kirchenkreise unterteilt, die sich wiederum aus den Kirchengemeinden zusammensetzen. An der Spitze eines Sprengels stehen die Landessuperintendenten. Als "Regionalbischof" vertreten sie die Landesbischöfin, ordinieren die Pastoren, weihen Kirchen ein und nehmen in "Visitationen" die dienstrechtliche Aufsicht wahr.

Die acht Sprengel der hannoverschen Landeskirche haben nach dem Stand von 2005 folgende Mitgliederzahlen: Calenberg-Hoya 284.000, Hannover 483.000, Hildesheim 348.600, Göttingen 284.900, Lüneburg 525.300, Stade 562.800, Osnabrück 310.900 und Ostfriesland 273.200.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2026/25.07.06)
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Die H E L P L I N E
präsentiert von Hit-Radio Antenne und der Diakonie Niedersachsen.

Sonntag, 30.07.2006, 20:00 bis 22:00 Uhr
„Wenn der Kühlschrank leer bleibt - Hunger in Niedersachsen“

Wenn der Geldbeutel gegen Monatsende leer ist, heißt es sparen - oft auch am Essen. Dass das Geld für Lebensmittel ausgeht, kann schneller passieren, als man denkt. Anja hat es erlebt. Nach der Scheidung von ihrem Mann verweigerte der die Unterhaltszahlungen. Anja musste jeden Cent umdrehen und so knurrte ihr oftmals gegen Monatsende der Magen. Genau hierfür gibt es die Tafeln. 60 Einrichtungen allein in Niedersachsen versorgen Menschen wie Anja mit Lebensmitteln, und das ehrenamtlich. Anja erzählt der Helpline-Moderatorin Maren Sieber, wie sie ihre Situation erlebt hat. Zu Gast ist auch Uwe Grellmann, Leiter der Tafel Stade des Diakonischen Werks. Er stellt u. a. die Idee der Tafeln vor.

Schalten Sie ein am Sonntag, 30. Juli, von 20 bis 22 Uhr! Zusammen mit der Diakonie und dem Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen nennen wir Ihnen Hilfsangebote und Beratungsstellen auch in Ihrer Nähe.
Ab sofort ist die Helpline-Hotline auch erreichbar von Montag bis Donnerstag von 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr sowie Freitag von 8.30 Uhr bis 13.30 Uhr! Die Telefonnummer: 01805-98 77 66.

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ZDF überträgt Kirchenpädagogik-Gottesdienst in Osnabrück

Osnabrück/Loccum (epd). Das ZDF wird am 8. Oktober einen Sonntagsgottesdienst mit kirchenpädagogischem Schwerpunkt aus der evangelischen St. Marienkirche in Osnabrück übertragen. Erwartet werden etwa eine Million Zuschauer, wie Kirchenpädagogik-Dozentin Christiane Kürschner vom Religionspädagogischen Institut Loccum bei Nienburg mitteilte. Die Übertragung könne in den Gemeinden zu einem steigenden Interesse an der Kirchenpädagogik führen, hofft sie.

Die Kirchenpädagogik will Besuchern Kirchenräume näher bringen. Dabei steht nicht die historische Information über Künstler und Jahreszahlen im Vordergrund, sondern das eigene Entdecken mit allen Sinnen. In den vergangenen Jahren hat sich hierfür ein eigener Arbeitszweig in der Kirche entwickelt. Große Kirchen wie die Osnabrücker St. Marienkirche oder die Marktkirche in Hannover machen inzwischen regelmäßig kirchenpädagogische Angebote. Kleinere Kirchen werden von ehrenamtlichen Beraterinnen unterstützt. (Internet: www.bvkirchenpaedagogik.de)

(epd Niedersachsen-Bremen/b2025/25.07.06)
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Lutherische Ethik heute

Hannover – Unter dem Titel "Was tun? Lutherische Ethik heute" (Lutherisches Verlagshaus, Hannover, 312 Seiten, 24,90 Euro) ist jetzt eine Veröffentlichung des "Theologischen Konventes Augsburgischen Bekenntnisses" (TKAB) erschienen. In der Publikation geht es u.a. um die Frage, inwieweit dem Alten und dem Neuen Testament Prinzipien lutherischer Ethik zu entnehmen sind, um das reformatorische Freiheitsverständnis und die Zwei-Reiche-Lehre sowie um die Tragfähigkeit lutherisch-ethischer Grundsätze im Blick auf eine aktuelle Friedens- und Wirtschaftsethik im Zeitalter der Globalisierung.

Autoren des Buches sind: Reiner Anselm, Klaus Grünwaldt, Dietrich Korsch, Christof Landmesser, Götz Planer-Friedrich, Hermann Sautter, Jan Pedro Schaad, Arnulf von Scheliha, Volker Stümke, Hans G. Ulrich sowie von Tim Unger, der als Herausgeber fungiert.

Der TKAB wurde 1949 von der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Arbeitsgemeinschaft lutherischer Kirchen und Gemeinden (Detmolder Kreis) gegründet. Er dient laut seiner Satzung der Arbeit an gemeinschaftlichen Fragen lutherischer Theologie in der Bindung an das Augsburger Bekenntnis. Ihm gehören zirka 25 Mitglieder aus fast allen Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an.


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