Bischof Weber für Stärkung der Kirchen-Konföderation

Nachricht 24. Juli 2006

Wolfenbüttel (epd). Der Ratsvorsitzende der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Bischof Friedrich Weber, hat die Mitgliedskirchen zum Abbau von Misstrauen und zu stärkerer Zusammenarbeit aufgerufen. Er könne sich aufgrund sinkender Mitglieder- und Bevölkerungszahlen vorstellen, dass sich aus der Zusammenarbeit langfristig eine "neue evangelisch-lutherische Landeskirche in Niedersachsen" entwickele, sagte der braunschweigische Landesbischof am Montag in Wolfenbüttel in einem epd-Gespräch. Derzeit sehe er jedoch keinen Grund für Braunschweig, seine Selbstständigkeit aufzugeben.

Der 1971 gebildeten Konföderation gehören die lutherischen Landeskirchen Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe sowie die Evangelisch-reformierte Kirche an, die ihren Sitz in Leer hat. Ein solcher Zusammenschluss sei einmalig im deutschen Protestantismus, sagte Weber. Der braunschweigische Landesbischof kritisierte erneut das Perspektivpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), das diese Form der Zusammenarbeit nicht berücksichtigt habe. In dem EKD-Papier wird unter anderem gefordert, die Zahl der Landeskirchen von 23 auf neun bis zwölf zu reduzieren.

Weber wies darauf hin, dass die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen unter anderem für die Beziehungen zum Land, für die Evangelische Erwachsenenbildung, die evangelische Publizistik, die Polizeiseelsorge und das Arbeits- und Dienstrecht zuständig sei. Aus seiner Sicht stagniere die Konföderation allerdings. In dem epd-Gespräch kündigte Weber eine Bestandsaufnahme und neue Überlegungen an, wo die Kirchen gemeinsam Verantwortung tragen könnten.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2016/24.07.06)
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