Landesbischof Friedrich: Kein Durchbruch in der Ökumene zu erwarten

Nachricht 24. Juli 2006

Hannover/München (epd). Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich rechnet in nächster Zukunft mit keinem "entscheidenden Durchbruch" in der Ökumene zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche. Die schwierigen dogmatischen Differenzen bestünden im unterschiedlichen Verständnis des Bischofsamtes, betonte Friedrich am Montag in Hannover in einer Pressemitteilung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Friedrich ist Leitender Bischof der VELKD.

Die von katholischer Seite vertretene Verbindung von Abendmahl und "Weihepriestertum" trenne die Kirchen. Deshalb werde es beim Thema "gemeinsames Abendmahl" in absehbarer Zeit "wohl keine Fortschritte" geben, sagte Friedrich. Es sei nicht sinnvoll, ein gemeinsames Abendmahl von katholischen und evangelischen Christen immer wieder anzumahnen.

Friedrich forderte die katholische Deutsche Bischofskonferenz auf, in Einzelfällen auch evangelische Christen zum Abendmahl in einer katholischen Kirche zuzulassen. Die katholischen Bischöfe sollten deshalb ihren Seelsorgern die "kirchenrechtlich unproblematische" Freiheit geben, dem evangelischen Partner in einer konfessionsverschiedenen Ehe das Abendmahl zu spenden.

Mehr Entgegenkommen erhofft sich Friedrich von der katholischen Kirche bei gemeinsamen ökumenischen Wortgottesdiensten am Sonntagvormittag. Die Genehmigung solcher Gottesdienste werde von den katholischen Diözesen bislang eher restriktiv gehandhabt, bedauerte Friedrich. In der VELKD sind acht lutherische Landeskirchen zwischen Bayern, Nordelbien und Sachsen mit insgesamt rund 10,4 Millionen Gemeindemitgliedern zusammengeschlossen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2013/24.07.06)
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