LWB-Generalsekretaer Noko verurteilt Eskalation des Konflikts im Nahen Osten

Nachricht 18. Juli 2006

Genf, 18. Juli 2006 (LWI) - Der Generalsekretaer des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfr. Dr. Ishmael Noko, hat die aktuelle schwere Eskalation des Konflikts in Israel, in Gaza und im Libanon verurteilt. In einer Erklaerung betonte Noko am Dienstag, 18. Juli, dass eine klare Ablehnung jeglicher Gewalt als Mittel zur Friedenssicherung sowie eine aufrichtige Verpflichtung zur Gerechtigkeit fuer alle Menschen im Heiligen Land noetig sei, um der sich beschleunigenden Spirale der Gewalt zuvorzukommen.

"Wenn wir eines aus der unruhigen Geschichte des Heiligen Landes lernen koennen, dann, dass Gewalt keinen Frieden bringt", so der LWB-Generalsekretaer. Ausschliesslich Extremismus werde von der anhaltenden Gewalt profitieren. Angesichts der Erfahrung des immer wiederkehrenden Auftretens von Gewalt scheine die fehlende Einsicht dieser Tatsache absichtlich zu sein. In dieser Situation seien Begriffe wie "angemessene Mittel" und Kritik an "unverhaeltnismaessigen Reaktionen" schlicht unangebracht.

Noko forderte die internationale Staatengemeinschaft auf, endlich ueber Plattitueden hinauszugehen und das Erforderliche zu unternehmen, um der Gewalt entgegenzuwirken. Es gebe weder Hoffnung noch Vernunft in diesem toedlichen Kreislauf der Gewalt. Die Gewalt, von welcher Seite und mit welcher Rechtfertigung auch immer, muesse ein Ende finden. Grundlegende Ungerechtigkeiten muessten behoben werden, wenn Frieden mehr als ein Wort sein soll. Laut Noko ist es hoechste Zeit fuer die internationale Staatengemeinschaft, eine klare, entschlossene und bedingungslose Sprache zu finden. Wenn die Mitglieder der internationalen Staatengemeinschaft nicht auf Gerechtigkeit als Grundlage des Friedens bestuenden, werden sie an der unausweichlichen Fortdauer des Konflikts mitschuldig sein.
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Im Folgenden finden Sie den vollen Wortlaut der Erklaerung von LWB-Generalsekretaer Pfr. Dr. Ishmael Noko zur Situation im Nahen Osten:

Erklaerung von Pfr. Dr. Ishmael Noko
Generalsekretaer des Lutherischen Weltbundes
Genf, 18. Juli 2006

Ich schliesse mich all jenen an, die die aktuelle schwere Eskalation des Konflikts in Israel, im Gazastreifen und im Libanon verurteilen. Ich beklage die Toten und das Leid, das diese Gewalt so vielen Menschen bereitet hat, und ihre Auswirkungen auf ganze Gemeinschaften. Und ich trauere um die schweren Schaeden, die diese Ereignisse fuer die Hoffnungen auf ein Wiederaufleben des Friedensprozesses bedeuten. Extremismus, und nur Extremismus, wird von der anhaltenden Gewalt profitieren.

Wenn wir eines aus der unruhigen Geschichte des Heiligen Landes lernen koennen, dann, dass Gewalt keinen Frieden bringt. Aber angesichts einer so grossen Erfahrung des immer wiederkehrenden Auftretens von Gewalt scheint die fehlende Einsicht dieser Tatsache absichtlich zu sein. In dieser Situation sind Begriffe wie "angemessene Mittel" und Kritik an "unverhaeltnismaessigen Reaktionen" schlicht unangebracht. Um der sich beschleunigenden Spirale der Gewalt zuvorzukommen, ist eine klare Ablehnung jeglicher Gewalt als Mittel zur Friedenssicherung noetig, sowie eine aufrichtige Verpflichtung zur Gerechtigkeit fuer alle Menschen im Heiligen Land.

Ich bete dafuer, dass all jene, fuer die Gewalt die instinktive Antwort auf Gewalt darstellt, auf den Weg des Friedens geleitet werden. Ich bete dafuer, dass keine weiteren Soehne und Toechter Abrahams, weder israelische noch arabische, im Namen gewalttaetiger und andere Menschen ausschliessender Ideologien sterben muessen. Ich bete dafuer, dass die Menschen erkennen, "was zum Frieden dient", dass das Heilige Land wieder ein Land des Friedens und eine Inspiration fuer die Welt wird. Ich bete besonders fuer die Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land und die anderen christlichen Kirchen der Region, dass ihr Einstehen fuer den Frieden gegen die lauten Kriegstrommeln ankommt. Und ich bete dafuer, dass alle - die MitarbeiterInnen des Jerusalem-Programms des LWB eingeschlossen - , die den von der aktuellen Situation betroffenen Gebieten Hilfe und Unterstuetzung zukommen lassen, ebenfalls Unterstuetzung fuer ihre unentbehrliche Arbeit erfahren.

Angesichts der momentanen Krise muss die internationale Staatengemeinschaft endlich ueber Plattitueden hinausgehen und das Erforderliche unternehmen, um der Gewalt entgegenzuwirken, Hoffnung aufkommen zu lassen und Frieden und Gerechtigkeit zu befoerdern. Es gibt weder Hoffnung noch Vernunft in diesem toedlichen Kreislauf der Gewalt. Die Gewalt, von welcher Seite und mit welcher Rechtfertigung auch immer, muss ein Ende finden. Grundlegende Ungerechtigkeiten muessen behoben werden, wenn Frieden mehr als ein Wort sein soll. Es ist hoechste Zeit fuer die internationale Staatengemeinschaft, eine klare, entschlossene und bedingungslose Sprache zu finden. Ihre Friedensbemuehungen im Nahen Osten - Oslo-Abkommen und Road Map gleichermassen - wurden durch die andauernde Gewalt und die fortbestehenden Ungerechtigkeiten torpediert. Ein neuer Ansatz fuer Frieden im Heiligen Land ist vonnoeten, in dem Gerechtigkeit den Kern aller Bemuehungen bildet. Wenn die Mitglieder der internationalen Staatengemeinschaft nicht auf Gerechtigkeit als Grundlage des Friedens bestehen, werden sie an der unausweichlichen Fortdauer des Konflikts mitschuldig sein.

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Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegruendet, zaehlt er inzwischen 140 Mitgliedskirchen, denen rund 66,2 Millionen ChristInnen in 78 Laendern weltweit angehoeren.