Aus der Landessynode der braunschweigischen Landeskirche

Nachricht 16. Juli 2006

Kirche gibt Kindergarten-Zentralisierung auf

Wolfenbüttel (epd). Die braunschweigische Landeskirche will die Verwaltungsvorgänge in ihren Kindertagesstätten straffen. Das Landeskirchenamt rückt aber von seinen Plänen ab, für die Kindergärten eine eigene zentrale Verwaltungsstelle einzurichten, teilte Landeskirchenrat Cornelius Hahn am Sonnabend in Wolfenbüttel der Landessynode mit. Die Zentralisierung war in den Kirchengemeinden auf starke Vorbehalte gestoßen.

Hahn sagte, es gebe auch Zweifel, ob eine zentrale Personalbewirtschaftung und ein Personaleinsatz in der ganzen Landeskirche für die Mitarbeiter sowie für die Qualität der Arbeit sinnvoll sei. Die Landeskirche will jetzt unter anderem ein einheitliches EDV-Programm beschaffen und Qualitätsstandards und Musterdienstanweisungen erarbeiten.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1919/16.07.06)
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Thema Kirchenpresse soll auf niedersachsenweite Ebene

Wolfenbüttel (epd). Mit der Zukunft der in drei Landeskirchen erscheinenden "Evangelischen Zeitung" wird sich jetzt die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen befassen. Die Konföderation habe die Kirchen um die Mitwirkung an einer Neukonzeption der evangelischen Printpublizistik in Niedersachsen gebeten, teilte am Sonnabend in Wolfenbüttel der Sprecher der braunschweigischen Landeskirche, Michael Strauß, mit.

Bisher war über das Schicksal der seit 60 Jahren bestehenden Wochenzeitung in den einzelnen Landessynoden von Braunschweig, Hannover und Oldenburg verhandelt worden. Dabei war das Blatt vor allem in der hannoverschen Synode umstritten. Strauß sagte, nun erhalte die Zeitungsdebatte die notwendige gesamtniedersächsische Plattform und überwinde die bisherige hannoversche Engführung. Die solidarische Beharrlichkeit Braunschweigs habe daran ihren Anteil. Die hannoversche Landessynode will im November 2007 entscheiden, ob die Evangelische Zeitung über das Jahr 2009 hinaus bestehen soll.

Die Zeitung erscheint im Lutherischen Verlagshaus in Hannover. Dessen Betriebsrat hatte bereits im November 2003 in einem Schreiben an die hannoversche Landessynode kritisiert, dass die publizistische Arbeit von der Ebene der Konföderation zurück in die Landeskirchen geholt werde. Damit gingen Synergieeffekte der Kooperation verloren und auch der Verband Evangelischer Publizistik Niedersachsen-Bremen als derzeitiger Herausgeber der Zeitung verliere zumindest einen großen Teil seiner Existenzberechtigung.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1918/16.07.06)
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Jurist aus Dresden wird Oberlandeskirchenrat

Wolfenbüttel (epd). Hans-Peter Vollbach (35) aus Dresden ist am Sonnabend in Wolfenbüttel zum neuen Oberlandeskirchenrat der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig gewählt worden. Der Jurist wird im Landeskirchenamt in Wolfenbüttel das Rechtsreferat leiten. Die Synode wählte Vollbach im ersten Wahlgang mit 33 Stimmen. Acht Synodale stimmten für Jens Lehmann, der als juristischer Referent bereits im Wolfenbütteler Landeskirchenamt angestellt ist. Es gab eine Enthaltung.

Vollbach ist seit Anfang 2004 Dienstrechts- und Besoldungsreferent im Landeskirchenamt der sächsischen Landeskirche. Er gehört dem Rechtsausschuss der Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) an. An der Spitze des Landeskirchenamtes in Wolfenbüttel stehen neben dem Landesbischof vier Oberlandeskirchenräte, zwei Juristen und zwei Theologen. Vollbach wird Nachfolger von Karla Sichelschmidt, die im vorigen Jahr zur bayerischen Kirche gewechselt ist.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1920/16.07.06)
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Bischof Weber reagiert skeptisch auf Fusionspläne

Wolfenbüttel (epd). Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber bezweifelt, dass eine Fusion von Landeskirchen Verbesserungen und Einsparungen ermöglicht. Weber äußerte sich am Sonnabend vor der braunschweigischen Landessynode in Wolfenbüttel kritisch zu einem Perspektivpapier des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), das eine deutliche Reduzierung der Zahl der evangelischen Landeskirchen vorschlägt.

Größere Bereiche zu bilden, müsse nicht Fusion bedeuten, meinte Weber. Bereits vorhandene Zusammenschlüsse wie die seit 1971 bestehende Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen könnten verbessert werden. Die Orientierung an der Zahl der Bundesländer nannte der Landesbischof "für die Zahl der Landeskirchen sachfremd". Braunschweig sei als große der kleineren Landeskirchen gut aufgestellt.

Weber sprach sich grundsätzlich für eine Stärkung der Kooperationen und Koordination von Aufgaben aus. "Nicht jede Landeskirche muss alles selber machen", sagte er. Welche Aufgaben und Arbeitsbereiche zusammengelegt werden könnten, sollte "eingehend eruiert werden". Der braunschweigische Landesbischof räumte ein, dass die ökonomische Basis der Kirche derart schrumpfe, dass gehandelt werden müsse. Das Perspektivpapier der EKD sei hierzu "ein weiterer - nicht unbedingt origineller - Impuls".

Gegen den Trend wolle die Kirche wachsen, gab Weber zu bedenken. Sie wende sich gegen den Rückbau und müsse "so weit wie möglich vor Ort und in der Region verlässlich bei den Menschen bleiben".
(epd Niedersachsen-Bremen/b1922/16.07.06)
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Kirchenamt: Pfarrer leiden häufiger unter Erschöpfung

Wolfenbüttel (epd). In der evangelischen Pfarrerschaft häufen sich die Burnout-Symptome. Die Dienstunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen komme in letzter Zeit häufiger vor, heißt es in einem Bericht, den das Landeskirchenamt in Wolfenbüttel am Sonnabend der Landessynode vorgelegt hat. Die Anzeichen für Ausgebranntsein von Pfarrern und Mitarbeitern reichten von geringen Schwächen bis hin zum völligen Zusammenbruch. Oberlandeskirchenrätin Brigitte Müller bezeichnete die Situation als "bemerkenswert, aber noch nicht besorgniserregend".

Das Landeskirchenamt macht in seinem Bericht "sehr verschiedene" Ursachen für diese Entwicklung verantwortlich. Genannt werden veränderte Arbeitsbedingungen, höhere Anforderungen und geforderte Flexibilität. Auch Gehaltskürzungen durch Wegfall des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes und steigende Nebenkosten führten zur Verunsicherungen und förderten Burnout-Syndrome.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1923/16.07.06)
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