Evangelischer Krankenhausverband in Niedersachsen sorgt sich um Patientenversorgung

Nachricht 14. Juli 2006

Hannover, 14. Juli 2006. "Die Eckpunkte der Gesundheitsreform bedeuten für die Krankenhäuser unzumutbare Härten, die ihre chronische Unterfinanzierung weiter fortschreiben und verstärken werde", so Michael Schwekendiek, Vorsitzender des Evangelischen Krankenhausverbandes in Niedersachsen (EvKVN) zu den Plänen der Bundesregierung. Er fragt: "Wie können wir das heutige Niveau der Patientenversorgung erhalten und alle am medizinischen Fortschritt teilhaben lassen, wenn gleichzeitig die Arbeit in den Krankenhäusern stetig erschwert wird?"

Die Gesundheitsreform sieht weitere Kürzungen der Krankenhausbudgets in Höhe von 1 Prozent vor. Zusätzlich sollen die Krankenhäuser 0,5 Prozent ihres Budget für die Finanzierung von ambulanten Leistungen zur Verfügung stellen. Angesichts dieser Belastungen, der allgemein steigenden Kosten beispielsweise durch die Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes und der Mehrwertsteuererhöhung sieht der Krankenhausverband der Diakonie für das kommende Jahr 2007 Mehrkosten von mindestens 4 Prozent auf die Krankenhäuser zukommen, Andere Berechnungen sprechen sogar von 10 Prozent. Laut Schwekendiek treffen diese Erhöhungen vor allem die freigemeinnützigen und besonders wirtschaftlich arbeitenden Krankenhäuser. "Die Kostendämpfungspolitik honoriert nicht Wirtschaftlichkeit, sondern bestraft sie, weil sie zwischen wirtschaftlichen und unwirtschaftlichen Krankenhäusern nicht differenziert. So werden die Besten zugrunde gerichtet!"

Schwekendiek begrüßt dagegen ausdrücklich die in der Gesundheitsreform vorgesehene Verbesserung der Versorgung an der Schnittstelle zwischen Akutversorgung, Rehabilitation und Pflege, auch durch die Einbeziehung von Leistungen der Pflegeversicherung in die integrierte Versorgung. "Im Versorgungsnetzwerk der Diakonie weisen wir bereits heute die dafür notwendige Infrastruktur auf", so Schwekendiek.

Zum Evangelischen Krankenhausverband in Niedersachsen (EvKVN) gehören 25 Evangelische Krankenhäuser mit 5.000 Betten und 10.000 Mitarbeitenden.


Bernd Prigge
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