Dekade zur Überwindung von Gewalt

Nachricht 12. Juli 2006

Internationaler Gebetstag für den Frieden - 21. September mit Schwerpunkt Lateinamerika
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Franz von Assisi hat uns das Leben eines Friedensstifters vorgelebt. Das ihm zugeschriebene Friedensgebet ist sehr bekannt und wir können alle von Herzen in die Bitte einstimmen: Mach mich zum Werkzeug deines Friedens. Dieses Gebet wurde von der Spurgruppe als Thema für den Europa-Fokus 2007 der Dekade zur Überwindung von Gewalt (DOV) ausgewählt. Der Spurgruppe gehören junge Erwachsene aus ganz Europa an. Das Thema ruft uns auf, Gewalt in Europa aktiv und gezielt zu überwinden und uns dabei auf Gottes Kraft und Verheißung zu verlassen, nicht auf uns selbst.

Das Leben an sich und das Leben eines jeden Menschen ist ein Geschenk Gottes – ebenso wie der Frieden! Wir können uns an diesem Geschenk freuen, aber wir müssen auch verantwortlich handeln – als einzelne, als Bürger und als Gemeinschaften. Ob wir von Menschenrechten, Menschenwürde oder menschlicher Sicherheit sprechen, der unschätzbare Wert des menschlichen Lebens ist ein Schlüsselbegriff für das Verständnis von gerechtem Frieden. Gott will für seine Schöpfung und für jeden einzelnen Menschen Leben in Fülle. Warum sollten wir weniger wollen? Warum sollten wir nationale oder materielle Sicherheit höher bewerten als menschliche Sicherheit? Warum sollten uns irdische Besitztümer wichtiger sein als die Heiligkeit des Lebens?

Die Spurgruppe identifizierte für den europäischen Kontext sieben wichtige Anliegen. Diese Themen werden bereits von vielen bearbeitet und werden auch auf der Tagesordnung der Europäischen Ökumenischen Versammlung stehen, die im September 2007 in Sibiu, Rumänien, stattfinden wird. Eine Erweiterung und Vertiefung der Themen im Rahmen des Europa-Fokus hängt von den jeweiligen Situationen ab. Die Überwindung von physischer, psychologischer und sexueller Gewalt sowie Gewalt in Form von Vorenthaltung und Vernachlässigung setzt voraus, dass eine Verbindung zwischen den Problemen hergestellt wird, dass Geschichten erzählt und Vergleiche angestellt werden und dass wir unser Handeln koordinieren. Dies soll quer durch Altersgruppen, wie auch über ethnische und religiöse Grenzen hinweg geschehen.

Wir müssen Gewalt sehen, benennen und überwinden im Blick auf…

… Menschenhandel – tausende von Menschen, mehrheitlich Frauen und Kinder, werden ausgebeutet

… Jugend – wichtigste Konsumentenzielgruppe der Gewaltindustrie sind Jugendliche

… Migration – die europäischen Länder stehen vor diesem großen Problem der Globalisierung

… Häusliche und interpersonelle Gewalt – verursachen mehr Todesfälle als bewaffnete Konflikte

… Menschliche Sicherheit – eine gemeinsame Aufgabe über die Grenzen hinaus und jenseits von nationalen Interessen

… Die Umwelt – die unter den Folgen der Gewalt gegen die Erde leidet

… Gewalt in der Kirche – Beschäftigung mit uns selbst

… Eine Theologie des gerechten Friedens – Kirchen auf dem Weg von der Theorie des gerechten Krieges zur Praxis des gerechten Friedens


Die Arbeitshilfe der Dekade ist in 10 verschiedenen Sprachen erhältlich

Die Arbeitshilfe "Warum Gewalt? Warum nicht Frieden?", kann jetzt in zehn verschiedenen Sprachen aus der ganzen Welt heruntergeladen werden. Weitere Übersetzungen sind in Bearbeitung und werden verfügbar sein, sobald sie vervollständigt sind.


Gewalt überwinden - Kirchen für Frieden und Versöhnung
Herausgegeben vom Koordinationsbüro der Dekade, ÖRK
Erhältlich auch in englischer, französischer und spanischer
Sprache
Für weitere Informationen:
DOV Koordinationsbüro
Ökumenischer Rat der Kirchen
Postfach 2100
1211 Genf 2
Schweiz
Telefon +41 22 791 6047
Fax +41 22 791 6406
E-mail: dov@wcc-coe.org
www.gewaltueberwinden.org
Nachdruck des Inhaltes unter Quellenangabe erwünscht
Hergestellt in der Schweiz