Auf einen Blick (12.7.)

Nachricht 12. Juli 2006

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Der Kinotipp: Esmas Geheimnis
von Imke Störmer, produziert vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen (ekn - www.ekn.de)für Radio ffn
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"Tacheles" diskutiert über "Familie: Luxus pur?"

Hannover (epd). Die Kirchen-Talkshow "Tacheles" fragt in ihrer nächsten Aufzeichnung am 18. Juli in Hannover nach dem Kinderglück in einer Konsumgesellschaft. Unter dem Thema "Arme Kinder - reiches Land - Familie: Luxus pur?" diskutieren um 19 Uhr in der Marktkirche Kirchenleute und Experten über die kulturelle und soziale Verantwortung der Gesellschaft, kündigte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Mittwoch an.

Rund zwei Millionen Kinder lebten in Deutschland an oder unter der Armutsgrenze, erklärte die EKD. Mit der Armut würden auch schlechtere Bildungschancen vererbt. Über Auswege sprechen die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann, Bernd Siggelkow als Gründer der Arche-Projekte in Berlin und Hamburg, Werner Hesse vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband und die Soziologie-Professorin Doris Bühler-Niederberger aus Wuppertal. Die Diskussion wird am 22. Juli um 22.15 Uhr und am 23. Juli um 17 Uhr auf dem Fernsehender Phoenix ausgestrahlt sowie auf NDR Info im Hörfunk gesendet.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1870/12.07.06)
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Missionsgesellschaft verschenkt 600 Bibeln an Schulen

Bad Bederkesa (epd). Die Stader Bibel- und Missionsgesellschaft hat 600 Lutherbibeln an Schulen im Elbe-Weser-Raum verlost. Die Gewinner der 20 Klassensätze mit jeweils 30 Büchern wurden am Dienstagabend in einer Ziehung im Evangelischen Bildungszentrum Bad Bederkesa ermittelt. 96 von 344 angeschriebene Schulen hätten ihr Interesse an den Bibeln bekundet, sagte der Vorsitzende der Missionsgesellschaft, der Buxtehuder Superintendent Helmut Blanke.

"Für den christlichen Glauben ist die Bibel zentral", betonte Blanke. Die hannoversche Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track ergänzte, der Religionsunterricht sei der geeignete Ort für Schülerinnen und Schüler, die Bibel zu entdecken. Mit ihr könne der Grundstein dafür gelegt werden, dass der Glaube in der globalisierten Welt "zur Lust und nicht zur Bedrohung wird". Die Bibel und der Religionsunterricht regten zum interreligiösen und interkulturellen Lernen an und zeigten, dass es kein glattes Leben ohne Brüche gebe.

Die verlosten Bibeln haben laut Blanke einen Wert von knapp 5.300 Euro. Finanziert wurden sie aus Überschüssen des christlichen Buchladens der Bibel- und Missionsgesellschaft in Stade. Der Verein wurde 1832 von Bauern, Lehrern und Pastoren mit dem Ziel gegründet, die Bibel zu einem erschwinglichen Preis zu verbreiten. Hinter der Bibelgesellschaft stehen 163 Kirchengemeinden sowie 29 Einzelmitglieder.
(Internet: www.stader-bibelgesellschaft.de)
(epd Niedersachsen-Bremen/b1866/12.07.06)
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Göttinger Theologe plädiert für offene Kirchen =

Hannover/Göttingen (epd). Der Göttinger evangelische Theologe Wolfgang Reinbold plädiert für mehr offene Kirchen. Fast 500 evangelische Kirchen in Deutschland seien inzwischen zu festen Zeiten geöffnet, schreibt er in der jüngsten Ausgabe der evangelischen Mitarbeiterzeitschrift "Dialog", die Mitte Juli in Hannover erschienen ist. Der christliche Glaube verstecke sich nicht in Räumen, deren Adressen nur die Eingeweihten kennen, schreibt Reinbold, der Privatdozent für Neues Testament an der Göttinger Universität und zugleich Pastor in Hannover ist.

Er erinnere sich an die Zeiten, in denen evangelische Kirchen außerhalb des Gottesdienstes verschlossen waren. Auch heute sei das mancherorts noch so. "Aber es ist etwas in Bewegung gekommen", erläutert Reinbold. Kirchenführungen, die Kirchenpädagogik und die Gestaltung des Kirchenraumes rückten mehr und mehr ins Blickfeld. Vor allem in den Städten machten Gemeinden die Erfahrung: "Ist die Kirche erst einmal geöffnet, kommen auch die Besucher." Neben offenen Kirchen seien offene Veranstaltungen nötig wie eine "Lange Nacht der Kirchen".

Nach Angaben des Fachgebiets "Kirche im Tourismus" der hannoverschen Landeskirche tragen derzeit 477 evangelische Kirchen in Deutschland das Signet für verlässlich geöffnete Kirchen. Sie verpflichten sich damit, ihre Kirche ein halbes Jahr lang täglich vier Stunden offen zu halten. In der hannoverschen Landeskirche sind es 217 Kirchen, etwa jedes siebte Kirchengebäude. Zudem haben rund 150 Kirchen ohne Signet nach weniger strengen Kriterien geöffnet. Bayern, Nordelbien und Berlin-Brandenburg haben ein eigenes Logo.

"Viele Menschen merken, dass ein Kirchenbesuch außerhalb des Gottesdienstes für sie ein kleiner Gottesdienst im Alltag sein kann", sagte Projekt-Koordinator Klaus Stemmann im "Dialog"-Interview. Offene Kirchen seien greifbarer für die Menschen. Zwar äußerten Skeptiker immer wieder Angst vor Diebstahl und Vandalismus. Dem könne jedoch wirksam vorgebeugt werden: "Es muss nicht immer die teuerste Bibel ausliegen." Die Gemeinden müssten sich fragen lassen, ob die Kirche ein Museum sein solle oder ein Lebensort.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1864/12.07.06)
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Schwetje fordert mehr Selbstbestimmung für Behinderte

Lüneburg (epd). Für ein möglichst selbstbestimmtes Leben von geistig Behinderten hat sich der Direktor des Diakonischen Werkes der hannoverschen Landeskirche, Manfred Schwetje, ausgesprochen. Für Menschen mit Behinderungen sei Wahlfreiheit oft besser als wohlmeinende Konzepte, die von außen an sie heran getragen würden, sagte Schwetje am Wochenende bei einem Symposium in Lüneburg: "Wir müssen lernen, Menschen mit Behinderungen zu verstehen."

Die Gesellschaft müsse beweglicher und auch in den Köpfen barrierefrei werden, sagte Schwetje, der bis Ende vergangenen Jahres in Rotenburg bei Bremen einem der größten Träger der Behindertenhilfe in Niedersachsen vorstand. Experten aus der Behindertenarbeit der evangelischen und katholischen Kirche stellten in Lüneburg Konzepte vor. Anlass des Symposiums war das 30-jährige Bestehen der Behindertenarbeit im evangelischen Kirchenkreis Lüneburg.

In Lüneburg entstand die Behindertenarbeit an der Nicolaikirche aus der gemeinsamen Initiative einer Mutter, einer Ehrenamtlichen und des damaligen Gemeindepastors. Vor 30 Jahren fand dort erstmals eine Konfirmation für geistig Behinderte statt. Es habe sich eine Arbeit mit bundesweitem Modellcharakter, sagte Gemeindepastor Folker Thamm: "Damals hatte so gut wie keine Gemeinde Menschen mit geistigen Behinderungen im Blick."

Heute gebe es weiter Nachholbedarf, sagte der Sprecher des Arbeitskreises "Seelsorge und Theologie" der Bundesvereinigung Lebenshilfe, Jochen Straub. Es gebe zuwenig Seelsorger für behinderte Menschen. Damit diese Menschen wirklich am kirchlichen Leben teilhaben könnten, müssten Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu gehörten Gottesdienste, zu denen alle kommen können, Kirchen ohne Schwellen, Gesangbücher mit Großdruck und Hörhilfen. Straub ist im katholischen Bistum Limburg für Arbeit mit Behinderten zuständig.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1840/09.07.06)
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Diakonie Katastrophenhilfe setzt auf Katastrophenprävention

Stuttgart, 12. Juli 2006. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat im vergangenen Jahr mit rund 68,7 Millionen Euro die zweithöchsten Einnahmen in ihrer 52-jährigen Geschichte verzeichnet. Das Spendenaufkommen lag bei 53,5 Millionen Euro. Dazu trug vor allem die Unterstützung für die Tsunami-Opfer mit 40 Millionen Euro bei. Angesichts der wachsenden Zahl von Naturkatastrophen mit verheerenden Folgen will die evangelische Hilfsorganisation ihre Programme zur Katastrophenprävention ausbauen.

Gemeinsam mit ihren lokalen Partnern setzte die Diakonie Katastrophenhilfe im vergangenen Jahr 182 Hilfsprojekte in 47 Ländern um. „Neben dem Tsunami und dem Erdbeben in Kaschmir mussten wir eine erschreckende Anzahl von Überschwemmungen, Hurrikans und Dürren erleben. Leidtragende waren vor allem Menschen, die schon zuvor in extremer Armut lebten“, erklärte die Direktorin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel, bei der diesjährigen Bilanz-Pressekonferenz in Stuttgart.

„Das Ausmaß dieser vermeintlichen Naturkatastrophen hat mit natürlichen Ursachen aber nur sehr bedingt zu tun. Die Armen, die darunter am meisten leiden, sind Opfer einer verfehlten Wirtschafts- und Energiepolitik in den Industrieländern.“ Dieser Entwicklung will die Diakonie Katastrophenhilfe in den nächsten Jahren gezielt entgegen wirken. „Wir werden unsere Programme zur Katastrophenprävention ausbauen und uns für einen besseren Klimaschutz einsetzen“, so Füllkrug-Weitzel. Katastrophenhilfe, die sich nicht zur Verbündeten einer Katastrophenpräventions- und Klimapolitik mache, sei „kurzsichtig und heuchlerisch“.

Bereits im vergangenen Jahr wurde in den besonders katastrophengefährdeten Ländern Bangladesch, Indien und Sri Lanka ein Programm unter dem Motto „Katastrophenhilfe im Zeichen des Klimawandels“ gestartet. Dabei geht es um Prävention. Ein breites Spektrum einzelner Maßnahmen soll die Folgen künftiger Überflutungen und Wirbelstürme für die Bevölkerung verringern.

In Bangladesch, einem der Länder, das am meisten durch die Folgen des Klimawandels gefährdet ist, werden Mangroven angepflanzt, um die Wucht von Überschwemmungen zu dämpfen. Zehn Dörfer im Delta der Flüsse Ganges und Brahmaputra erhalten Saatgutspeicher, damit das Saatgut vor Unwettern geschützt ist. Die Häuser von knapp 700 Fischerfamilien, die in unmittelbarer Nähe der Küste leben, werden befestigt. Darüber hinaus werden Rückhaltebecken für Süßwasser und flutsichere Viehweiden angelegt.

Weitere Informationen zum Programm „Katastrophenhilfe im Zeichen des Klimawandels“ sowie Fotos zum download finden Sie im Internet www.diakonie-katastrophenhilfe.de unter der Rubrik „Presse“.