Missionswerk gibt Außenstelle in Hildesheim auf

Nachricht 03. Juli 2006

Hildesheim (epd). Das Evangelisch-lutherische Missionswerk in Niedersachsen hat seine Außenstelle in Hildesheim aufgegeben und will seine Angebote künftig am Stammsitz Hermannsburg bei Celle konzentrieren. Durch regionale Mitarbeiter werde das Werk aber weiterhin in Südniedersachsen präsent sein, sagte sein stellvertretender Geschäftsführer Lothar Steinborn am Montag dem epd. Das Werk hatte am Freitag als Folge finanzieller Engpässe die Bildungsstätte "Haus am Weinberg" in Hildesheim geschlossen. Es muss seinen Etat bis 2010 um 4,4 Millionen Euro kürzen.

Die 1909 erbaute Jugendstil-Villa "Weinberg 57" wird zurzeit auf dem freien Markt zur Vermietung angeboten, sagte Steinborn. Sie diente bisher als Gäste- und Tagungshaus. Das Missionswerk bot dort zudem hauseigene Programme an wie Konfirmandentage, das Projekt "Schritte gegen Tritte", Seminare zur Missionsarbeit, eine "Ökumenische Werkstatt" und eine Ausstellung über Indien. Diese Programme könnten künftig in Hermannsburg stattfinden, sagte Steinborn.

Im Juli seien die beiden letzten Wochenend-Tagungen zu Gast in dem Haus. Künftig könnten etwa Gewerbetreibende wie Ärzte, Architekten oder Anwälte oder Privatleute als Mieter einziehen. Wenn sich dies nicht verwirklichen lasse, schließe das Werk auch einen Verkauf nicht aus. Das benachbarte Haus "Weinberg 62" soll hingegen im Besitz des Missionswerks bleiben. Dort sind zurzeit das Kirchenkreis-Archiv sowie der Kirchliche Entwicklungsdienst und weitere entwicklungspolitische Projekte als Mieter ansässig.

Mit der Schließung der Bildungsstätte am Weinberg gingen 46 Jahre Bildungsarbeit zu Ende. Die Villa war seit 1960 im Besitz der "Leipziger Mission", die 1977 im Evangelisch-lutherischen Missionswerk in Niedersachsen aufging. Im vergangenen Jahr hatte die Synode der hannoverschen Landeskirche beschlossen, die jährlichen Zuweisungen an das Werk im Zuge eines Sparpaketes um 30 Prozent zu kürzen.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1762/03.07.06)
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