Kirche beschließt Neuordnung des Haushaltsrechtes

Nachricht 02. Juli 2006

Hannover (epd). Zu mehr Transparenz kirchlicher Etats und besserer wirtschaftlicher Steuerung soll die Neufassung des Haushaltsrechts führen, die der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) verabschiedet hat. In allen 23 Landeskirchen werde damit der Weg bereitet für die Erstellung kirchlicher Bilanzen und die Einführung des kaufmännischen Buchungssystems, erläuterte Thomas Begrich, Finanzdezernent im Kirchenamt der EKD, am Freitag in Hannover.

Die entscheidende Neuerung besteht nach Darstellung des EKD-Finanzdezernenten in der Zielorientierung kirchlicher Arbeit. Während bei der Haushaltsplanung bisher die Frage im Vordergrund gestanden habe, wie viel Geld für eine bestimmte Aufgabe bereitgestellt wird, sollten künftig die inhaltlichen Ziele und die Ergebnisse der kirchlichen Arbeit Vorrang haben. "Tun wir die richtigen Dinge und tun wir diese richtig?" ist Begrich zufolge künftig die zentrale Frage bei der Haushaltsplanung.

Der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber bezeichnete die Neuordnung des Haushaltsrechts als wichtigen Beitrag zur "Zukunftsfähigkeit des deutschen Protestantismus". Damit könne das Rechnungswesen bei den anstehenden innerkirchlichen Reformen einen wichtigen Beitrag zur Diskussion und Festlegung der Ziele kirchlicher Arbeit leisten.

Eine EKD-Arbeitsgruppe hatte umfassende Vorschläge zu kirchenspezifischen Anpassungen von Rechnungsstilen, zu Erfassung und Bewertung kirchlichen Vermögens sowie zur Gestaltung kirchlicher Haushaltspläne erstellt. Kirchen sollen künftig auch Abschreibungen zur Finanzierung der Bauunterhaltung und Rückstellungen für Versorgungslasten erwirtschaften. Vorgesehen sind auch neue Instrumente wie Budgetierung sowie Kosten- und Leistungsrechnung.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1749/30.06.06)
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