Auf einen Blick (29.6.)

Nachricht 29. Juni 2006

Erstmals "Preis für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising" vergeben

Erstmals hat die Fachjury des "Preises für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising" sechs Auszeichnungen vergeben. Den ersten Preis in der Kategorie "Öffentlichkeitsarbeit" erhielt das Adventsprojekt Glanzlichter der Vereinigten Kirchenkreise Dortmund, in der Kategorie "Fundraising" siegte das Projekt "VicelinGarten" der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Hamburg-Sasel. Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik gGmbH (GEP) und die Fundraising Akademie zeichnen mit dem Preis herausragende und beispielhafte Projekte der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit und des kirchlichen Fundraisings aus. Der Preis ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert und wird von der Evangelischen Kreditgenossenschaft und der Bruderhilfe Pax Familienfürsorge unterstützt.

Der erste Preis in der Kategorie "Öffentlichkeitsarbeit" geht an das Dortmunder Adventsprojekt Glanzlichter. Um Menschen im vorweihnachtlichen Trubel der City einen Moment der Besinnung und der Ruhe schenken, wurde an den 24 Tagen des Advents an öffentlichen Orten ein lebendiger Adventskalender gestaltet. "Ganz hervorragend gelingt es den Machern, ein Netzwerk aus Prominenten, Künstlern und Geschäftsleuten zu bauen, die sich öffentlich für die Adventszeit einsetzen", urteilt die Jury.

Die evangelische Gemeinde Berkenthin in Schleswig-Holstein erhält für die Aktion 3000+ Einladung zum Kircheneintritt den zweiten Preis. Die Aktion zielt auf die deutliche Steigerung der Zahl der Gemeindemitglieder. Die Jury meint dazu: "Überzeugt hat uns, wie mit großem Engagement zum einen die Gemeinde als einladende Gemeinschaft weiterentwickelt und zum anderen dieses Engagement mit den Mitteln der Öffentlichkeitsarbeit begleitet wurde."

Mit dem dritten Preis ausgezeichnet hat die Jury Mensch Kirche der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Stuttgart. Die Stuttgarter hatten alle Gemeindemitglieder zu einer Veranstaltungsreihe eingeladen, die durch die Kombination von ungewöhnlichen Veranstaltungsorten und Referenten mit vermeintlich nichtkirchlichen Themen Aufmerksamkeit erregte. Die Jury hebt hervor: "Den Machern gelingt es mit einer beachtenswerten Resonanz, dass auch kirchendistanzierte Mitgliedern ihre Kirchenmitgliedschaft als sinnvoll und bereichernd erleben. Kirche stellt sich sympathisch und kommunikativ dar."

Der erste Preis in der Kategorie "Fundraising" geht an das Projekt VicelinGarten in Hamburg-Sasel. Für die Umgestaltung eines Kirchengeländes zu einer grünen Oase warb die Gemeinde knapp 200.000 Euro ein. Deutlich gesteigerte Bekanntheit, Aufbruchstimmung in der Gemeinde, und ein Umsatzsprung beim Eine-Welt-Laden zeugen vom Erfolg. Die Jury befindet: "Wie hier Fundraising-Aktivitäten mit einem erfolgreichen Programm des Gemeindeaufbaus Hand in Hand gehen und damit nachhaltig angelegt sind, ist vorbildlich."

Mit dem zweiten Preis bedachte die Jury die Evangelische Mariengemeinde in Frankfurt am Main. Die Fundraising-Gruppe der Gemeinde schaffte es, für den Umbau des alten Pfarrhauses zum Gemeindehaus mit rund 80.000 Euro zehn Prozent der Gesamtkosten über Spenden einzuwerben. "Insgesamt eine Fundraising-Aktion, die auf andere Gemeinden gut übertragbar ist", betont die Jury.

Mit dem dritten Preis wurde die Evangelische Wichernkirche im Kirchenkreis Alt-Hamburg ausgezeichnet. Über eine Umwandlung von Büchersachspenden in Geldspenden wurde eine Bücherstube samt Bücher-Café eingerichtet, die zum zentralen Treffpunkt der Gemeinde geworden ist.

Die Ausschreibung des Preises stieß mit rund 100 Bewerbungen aus allen Teilen der EKD auf ein gutes Echo.

Die Preisverleihung findet am 28. September um 15 Uhr im Rahmen der Fundraising-Messe Kollekta in Hannover im Stephansstift statt.
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Pfarrer erleben mehr verhaltensauffällige Jugendliche

Vechelde/Kr. Peine (epd). Evangelische Pfarrer sehen sich im Konfirmandenunterricht immer häufiger mit verhaltensauffälligen Jugendlichen konfrontiert. Auch in den kirchlichen Kindertagesstätten nehme der Umgang mit schwierigen Kindern einen deutlich breiteren Raum ein, sagte am Donnerstag der Öffentlichkeitsbeauftragte der Propstei Vechelde, Hans-Peter Kinkel. Inzwischen befasse sich der Pfarrkonvent mit diesem Problem.

Kinkel beklagte, dass Konzepte fehlten und den Beratungsstellen die Mittel gekürzt würden. Nach seiner Ansicht sollte die braunschweigische Landeskirche einen Schwerpunkt setzen und ein Sonderprogramm starten. Er halte es auch für denkbar, dass sich Sponsoren dafür finden ließen. Einige seiner Kollegen hätten "harte Erfahrungen" im Konfirmandenunterricht hinter sich, berichtete Kinkel.

Pfarrer Heiko Lamprecht vom Arbeitsbereich Religionspädagogik der braunschweigischen Landeskirche befürchtet, dass mit der Einführung von Ganztagsunterricht die Probleme wachsen. Die Jugendlichen kämen nach einem langen Schultag in den Konfirmandenunterricht, sagte Lamprecht dem epd. Der kirchliche Unterricht müsse Hauptschüler ebenso wie Gymnasiasten erreichen. Versucht werde dies mit differenzierten Angeboten und durch Methoden aus der Jugendarbeit.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1731/29.06.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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„Landlust – Lebenslust“
Kirche auf Tarmstedter Messe wieder mit dabei

Tarmstedt/Elbe-Weser. Matthias Schlicht, Studiendirektor im Kloster Loccum, wird am Sonntag, den 9. Juli 2006 auf der Tarmstedter Messe predigen. Der 45jährige promovierte Pastor springt kurzfristig für den terminlich verhinderten Bischof der schaumburg-lippischen Landeskirche Jürgen Johannesdotter ein, der bis 2001 Landessuperintendent im Sprengel Stade war. Unter dem Motto „Landlust - Lebenslust“ wird im Großen Festzelt ab 9.30 Uhr Gottesdienst gefeiert. Neben einem Anspiel des Tarmstedter Frauenkreises werden Menschen aus der Region an Gebeten und Wortbeiträgen beteiligt sein, unter ihnen auch der niedersächsische Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen. Die musikalische Gestaltung haben Posaunen- und Vokalchöre unter der Leitung von Alexandra Schwiering und Uwe Bettels aus der Region Tarmstedt übernommen. Landfrau Inge Schimpf wird aus der plattdeutschen Bibel lesen, die Gemeindepastoren Stephan Kottmeier (Tarmstedt) und Norbert Hintz (Wilstedt) werden mit der Gemeinde beten.

Der diesjährige Prediger Matthias Schlicht, als Studiendirektor verantwortlich für die Ausbildung künftiger Pastorinnen und Pastoren, kennt die landwirtschaftliche Ausstellung bereits seit Kindertagen. „Mein Patenonkel hat mich früher immer nach Tarmstedt mitgenommen“. Und so ist für den dreifachen Familienvater, der auf dem Land aufwuchs, Plattdeutsch seine Muttersprache.

Von Freitag, 7. Juli bis Montag, 10. Juli 2006 wird die evangelisch-lutherische Kirche darüber hinaus mit einem eigenen Messestand in der Halle 6 A in Nachbarschaft zum Dorfhelferinnenwerk und dem Landfrauencafé vertreten sein. Interessierte können sich jeweils von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr über die vielfältige Arbeit der hannoverschen Landeskirche in der Elbe-Weser-Region informieren. Verschiedene kirchliche Arbeitszweige wie der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA), das Ev.-luth. Missionswerk Niedersachsen (ELM), der Kirchliche Dienst auf dem Lande (KDL) und „Plattdüütsch in de Kark“ werden ihre Arbeit vorstellen. Mit dabei sein wird ebenfalls die Männerarbeit sowie die Freizeit- und Begegnungsstätte Oese bei Bremervörde.

Stephan Wichert-von Holten, Pastor beim KDL, hat die Vorbereitungen koordiniert. „Die Landlust boomt“, so seine Beobachtung. „Gerade in Zeiten der Globalisierung schätzen viele zunehmend das Leben auf dem Land mit seinen Begegnungsmöglichkeiten und den Freiräumen zur Gestaltung.“ Und so kann am Messestand der Kirche ganz spielerisch auf einer großen hölzernen Scheibe ausprobiert werden, wie das dörfliche Leben im Gleichgewicht gehalten werden kann. Damit aus der Landlust wirklich Lebenslust wird.

Stade, 29. Juni 2006
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