Auf einen Blick (22.6.)

Nachricht 22. Juni 2006

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Osnabrücker Kirchengemeinde will Kapelle verkaufen

Osnabrück/Hannover (epd). Die Paul-Gerhardt-Gemeinde in Osnabrück und Wallenhorst will nach eigenen Angaben eine aus den 60er Jahren stammende Kapelle verkaufen. Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers schließt nicht aus, dass sich weitere Gemeinden im Zuge von Sparmaßnahmen auch von Kirchengebäuden trennen werden. "Es ist sicherlich nicht ausgeschlossen, dass wir eine Handvoll Kirchen verlieren", sagte Sprecherin Gabriele Arndt-Sandrock am Donnerstag dem epd.

Vor wenigen Tagen hatte die Stiftung Liberales Judentum in Hannover angekündigt, sie wolle die evangelische Gustav-Adolf-Kirche im Stadtteil Leinhausen kaufen. In den vergangenen 30 Jahren wurden nach Angaben der Landeskirche neun Kirchen entwidmet, in den vergangenen fünf Jahren nur eine. Die hannoversche Landeskirche will bis zum Jahr 2010 rund 80 Millionen Euro einsparen. Dabei werden auch die Zuschüsse für Kirchenkreisen und Gemeinden sinken.

Dem Verkauf von Kirchen sind nach Angaben der Landeskirche enge Grenzen gesetzt. Zunächst sollte, wenn eine Veräußerung von Gebäuden für notwendig erachtet werde, an Pfarr- oder Gemeindehäuser gedacht werden. "Kirchen sollten als kulturelles Erbe und als Flaggschiffe der Gemeinden möglichst erhalten bleiben - auch für eine Zeit, in der es uns wieder besser geht", sagte Arndt-Sandrock.

Die Landeskirche entscheide immer im Einzelfall, ob der geplante Verkauf einer Kirche genehmigt werde. Verschiedene Kriterien wie der Denkmalschutz oder die Zahl der Gemeindemitglieder spielten dabei ebenso eine Rolle wie der potentielle Käufer. Eine kirchennahe Nutzung wie etwa die durch eine jüdische Gemeinde sei wünschenswert. An zweiter Stelle stehe eine kulturelle Nutzung. Doch auch den Abriss einer Kirche und an deren Stelle den Bau von Wohnhäusern habe es schon gegeben.

Ein ähnliches Szenario ist nach Angaben der Gemeinde auch in Wallenhorst denkbar. Die Matthias-Claudius-Kapelle, in der Gottesdienste und Andachten gefeiert würden, sei sehr baufällig, erläuterte Pastorin Anita Block. Der Kirchenvorstand habe sich schweren Herzens zum Verkauf entschlossen, zumal der betreffende Gemeindeteil wachse. Unausweichlich sei jedoch der Neubau eines Gemeindehauses an anderer Stelle gewesen. Das alte sei ebenfalls sanierungsbedürftig gewesen.

Der Kirchenkreis Osnabrück habe deshalb die klare Vorgabe gemacht, dass die Gemeinde, die sich aus drei Teilen in zwei politischen Kommunen zusammensetzt, sich von einem anderen Gebäude trennen müsse. Superintendent Hans Hermann Hammersen betonte, dass es bei diesem Einzelfall bleiben solle: "Das wird auch bei uns nicht der Beginn einer Verkaufsaktion von Kirchen sein."
(epd Niedersachsen-Bremen/b1679/22.06.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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Christliche Pfadfinder rüsten fürs Bundeslager

Vom 3. bis 12. August findet in Großzerlang in Brandenburg das Bundeslager des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) statt. 4000 Teilnehmende aus dem ganzen Bundesgebiet werden in dem Ort an der Mecklenburgischen Seenplatte für rund eine Woche eine eigenständige Kleinstadt aus Zelten errichten. Doch das Treffen ist mehr als ein großes Zeltlager: Das Bundeslager, das alle vier Jahre stattfindet, ist diesmal ein Kongress zum Thema Frieden. Unter dem Motto "100 PRO. Die Welt gestalten." wollen die Pfadfinderinnen und Pfadfinder gemeinsam mit UNICEF den Schulbau in Afrika unterstützen.

Großzerlang hat weniger als 150 Einwohner. Wenn die Teilnehmenden des Bundeslagers im Naturpark "Stechlin-Ruppiner Land" ihre Zelte aufschlagen, müssen sie die notwendige Infrastruktur für die 4000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder mitbringen. Dazu gehört ein eigenes Lagerkrankenhaus mit Krankenwagen und Notoperationssaal ebenso wie ein eigener Supermarkt mit Scannerkassen. Mit den angemieteten Wiesenflächen rund um den Bundeszeltplatz des VCP wird das Lager eine Fläche von 35 Hektar haben. Dort werden über 600 Zelte unterschiedlichster Größe stehen. Über 3.700 Meter Elektrokabel müssen gelegt werden, 2.200 Meter Trinkwasserleitung und über einen Kilometer Abwasserpumpleitung. Aber auch 110 Toilettenkabinen, 32 Duschen und zehn Waschzelte werden noch aufgebaut. Die Mengen sind gigantisch: Allein beim letzten Bundeslager vor vier Jahren wurden über 80.000 Brötchen, 4.000 Brote und fast 3.000 Gläser Nuss-Nougat-Creme verfrühstückt, dazu flossen über 10.000 Liter Milch.

Die Pfadfinderinnen und Pfadfinder werden auch lokale Projekte durchführen. So werden unter anderem Kindertagesstätten renoviert, Spielgeräte saniert, Kräutergärten angelegt und Kleintiergehege gebaut.

Großzerlang liegt im Bundesland Brandenburg, rund 100 Kilometer nordwestlich von Berlin. Die nächsten größeren Orte sind Rheinsberg und Neuruppin.

Hannover, 20. Juni 2006
Pressestelle der EKD
Silke Fauzi

Weitere Auskünfte zum Bundeslager bekommen Sie bei Diane Tempel-Bornett, Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des VCP, Telefon: 0561 / 78 43 7 - 19, E-Mail: diane.tempel@vcp.de
http://www.vcp.de
http://www.100pro.info/
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Gesucht und gefunden: Frauen ab 50, die Zeit verschenken möchten - eine Information der Evangelischen Familien-Bildungsstätt im Haus kirchlicher Dienste

25 Frauen konnten von der Ev. Familien-Bildungsstätte Hannover für das Projekt „Zeit für Kinder“ gewonnen werden. Die ehrenamtlich tätigen Frauen (im Alter von ca. 50 – 65 Jahren) helfen Müttern in der oft schwierigen ersten Phase der Säuglingszeit.Sie betreuen max. zweimal pro Woche für zwei bis drei Stunden den Säugling oder auch ein Geschwisterkind, um die Mutter zu entlasten. Die junge Mutter kann sich in dieser Zeit Aufgaben in ihrem Haushalt widmen oder z. B. für sich einen Arztbesuch einplanen. Es soll ihr mit diesem Angebot aber auch die Möglichkeit gegeben werden, nach anstrengenden Nächten Schlaf nachzuholen.

Seit Sommer 2005 läuft das Projekt. Die ersten Familien wurden durch Information in Eltern-Kind-Kursen auf dieses Angebot aufmerksam. Es handelt sich um Familien, die nach der Geburt des ersten oder zweiten Kindes und nach der Wiederaufnahme der Berufstätigkeit des Partners überlastet sind. Großeltern oder andere Familienangehörige wohnen weit entfernt, der Partner ist beruflich stark eingespannt oder auswärtig tätig. Eine zweite Gruppe sind (werdende) Eltern von Zwillingen. Sie melden sich in der Regel schon Wochen vor der Geburt, um möglichst zeitnah nach dem Klinikaufenthalt eine Unterstützung zu bekommen.

Vierzehn Ehrenamtliche sind zurzeit in fünfzehn Familien eingesetzt, zwei weitere warten auf die Geburt der Zwillingsbabys im Juli bzw. im August.
Die jungen Mütter fühlen sich sehr entlastet. Es ist aber nicht nur die zeitliche Entlastung, oft entsteht ein freundschaftlicher Kontakt, in dem die Jüngere die Ältere als Ansprechpartnerin und Beraterin schätzt.

Die ehrenamtliche Mitarbeiterin wiederum genießt es, gebraucht zu werden, sie mag den Umgang mit kleinen Kindern, sie ist manchmal „Oma-Ersatz“. Die Frauen fühlen sich wohl in der Gruppe von Ehrenamtlichen.

Insgesamt stehen auf unserer Liste zurzeit 25 Frauen, manche pausieren zeitweilig wegen längerer Urlaubs- oder Krankheitszeiten.
Die Ehrenamtlichen zeigen großes Interesse an regelmäßigen Treffen, Austausch in der Gruppe und an der Begleitung durch die Ev. Familien-Bildungsstätte Hannover.

Den gelungenen Start werden wir zum Anlass nehmen, weitere lebenserfahrene Frauen für unser Projekt zu gewinnen und mit jungen Familien in einen guten Kontakt zu bringen.

Kontakt und Information:
Evangelische Familien-Bildungsstätte
Archivstr. 3
30169 Hannover
Tel.: 05 11/12 41-5 42
E-Mail: fabi.hannover@kirchliche-dienste.de
Ansprechpartnerinnen: Anne Günther, Helga Schönewald
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