Soziologe fordert mehr Hilfen für Familien im Abseits

Nachricht 21. Juni 2006

Bremen (epd). Der Bremer Soziologe Professor Johannes Huinink hat mehr Hilfen für Familien in sozialen Brennpunkten gefordert. Um wachsenden Aggressionen und mangelndem Selbstvertrauen benachteiligter Kinder wirksam zu begegnen, seien unter anderem Betreuungsangebote und Programme zur Elternbildung nötig, sagte Huinink am Mittwoch zur Eröffnung des zweiten Bremer "Familienforums". Besonders schwierig sei die Situation alleinerziehender Mütter in den Brennpunkten.

Die meisten Alleinerziehenden seien arm, sagte Huinink. Ihnen könne mit Krippen- und Kindergartenplätzen geholfen werden, damit sie einen Job antreten könnten. "Der beste Schutz vor Armut ist ein Vollzeit-Arbeitsplatz." Zum Ausbau von Ganztagsschulen und zur Aufstockung des pädagogischen und psychologischen Fachpersonals in den Schulen sieht Huinink keine Alternative.

Sozialsenatorin Karin Röpke (SPD) zog eine positive Zwischenbilanz des vor zwei Jahren gegründeten Bremer "Bündnis für Familie". Ein wichtiger Meilenstein sei die geplante Ausweitung der Betreuungsplätze für unter Dreijährige. Dafür gebe das Land im laufenden und im kommenden Jahr 5,4 Millionen Euro aus, sagte Röpke. In nächster Zeit sollten zudem ein Kinderstadtplan herausgegeben und ein Kindergarten-Informationssystem im Internet freigeschaltet werden. Ein "Familienpass" biete schon jetzt Rabatte.

Zum Kuratorium des Bremer Bündnisses gehören Vertreter aus Politik, Gewerkschaften, Kammern, Kirchen und der freien Wohlfahrtspflege. Um auf lokaler Ebene konkrete Verbesserungen für Familien anzustoßen, hat das Bundesfamilienministerium Anfang 2004 die Initiative "Lokale Bündnisse für Familie" gestartet. Nach Angaben des Ministeriums sind bisher in rund 270 Städten, Gemeinden, Kreisen und Regionen Bündnisse entstanden.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1681/21.06.06)
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