Aus der Landessynode

Nachricht 17. Juni 2006

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Kirche lehnt Studiengebühren ab und verkleinert Synode

Hannover (epd). Die Synode der hannoverschen Landeskirche hat zum Abschluss ihrer Frühjahrstagung in Hannover Studiengebühren abgelehnt und das Kirchenparlament verkleinert. Sie beschloss am Sonnabend, auf Gebühren für die Evangelische Fachhochschule Hannover (EFH) zu verzichten und wies damit einen entsprechenden Gesetzentwurf des Kirchensenats zurück. Nach dem Entwurf sollten Studenten vom Wintersemester 2006/2007 an 500 Euro pro Semester zahlen. Die EFH wird voraussichtlich im September 2007 von der staatlichen Fachhochschule Hannover übernommen.

Es sei nicht sinnvoll, dass die Kirche für den kurzen Zeitraum bis zur Übernahme noch Gebühren verlange, sagte die Vorsitzende des Ausbildungsausschusses, Superintendentin Petra Wallmann aus Walsrode. Der Verwaltungsaufwand dafür sei zu hoch. An der EFH studieren derzeit rund 1.400 Studenten Religionspädagogik und soziale Berufe. Das Land Niedersachsen hat zum Wintersemester 2006/2007 bereits Studiengebühren für seine Universitäten und Hochschulen eingeführt.

Zugleich beschloss das Kirchenparlament, die Zahl seiner Mitglieder von 98 auf 75 zu senken. Dies soll bereits für die 24. Landessynode gelten, die 2007 für sechs Jahre gewählt wird. Die Entscheidung ist Teil eines Sparpakets, mit dem die Kirche auf sinkende Einnahmen reagiert. Die Synode ist der Gesetzgeber der Landeskirche und verabschiedet auch die Haushaltspläne. Nach wie vor sollen mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder Ehrenamtliche sein, also weder Pastoren noch kirchliche Mitarbeiter.

Die hannoversche Landeskirche ist mit 3,07 Millionen Mitgliedern in 1.565 Kirchen- und Kapellengemeinden die größte evangelische Landeskirche in Deutschland. Sie umfasst den größten Teil Niedersachsens von Ostfriesland bis zum Südharz.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1643/17.06.06)
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Landesbischöfin fordert mehr Unterstützung für Familien

Hannover (epd). Landesbischöfin Margot Käßmann hat am Freitag vor der Landessynode in Hannover mehr Unterstützung für Familien gefordert. Das von der Bundesregierung beschlossene Elterngeld sei ein guter Ansatz, aber Familien brauchten eine weitaus breitere Förderung, sagte Käßmann. Nötig sei ein Bündel von Maßnahmen, um Paare zu Kindern zu ermutigen. "Deutschland ist zu einem kinderarmen Land geworden", sagte die Bischöfin.

Politische und wirtschaftliche Maßnahmen allein könnten die Geburtenrate jedoch nicht steigern, sagte Käßmann, die Mutter von vier Töchtern ist. Es gehe auch um ein grundsätzliches Lebensgefühl: "Die Beziehung zum Kind ist die letzte unkündbare Beziehung in unserem Land." Die Theologin bezeichnete die evangelischen Kindertagesstätten als "großen Schatz der Kirche". Diese Arbeit müsse gefördert, gestützt und anerkannt werden. In den kirchlichen Kindergärten seien auch Kinder aus anderen Religionen willkommene Gäste.

Zur finanziellen Situation der Landeskirche sagte der Vizepräsident des Landeskirchenamtes, Rolf Krämer, dass es im vergangenen Jahr einen weiteren Rückgang bei der Kirchensteuer gegeben habe. 2005 habe die mit mehr als drei Millionen Mitgliedern größte deutsche protestantische Kirche rund 298,8 Millionen Euro an Kirchensteuern eingenommen. Vor zwei Jahren waren es noch 345,6 Millionen Euro.

Krämer bekräftigte, dass der Haushalt für 2005 mit einem Defizit von 51,1 Millionen Euro abschließe. Mitarbeitervertreter hatten diese Zahl angezweifelt und eine geringere Zahl genannt. Der Vorsitzende des Mitarbeiter-Vertretungs-Verbands in Niedersachsen, Werner Massow, erneuerte am Freitag seinen Vorwurf, die Landeskirche "trickse" bei den Zahlen und rechne sich künstlich arm. Der Präsident des Landeskirchenamtes in Hannover, Eckhart von Vietinghoff, wies diesen Vorwurf vor Journalisten zurück.

Außerdem beschloss das Kirchenparlament am Freitagnachmittag, dass die von der Einstellung bedrohte "Evangelische Zeitung" (EZ) für drei weitere Jahre in Hannover erscheinen wird. Das Lutherische Verlagshaus in Hannover erhält dafür von 2007 an 400.000 Euro im Jahr. Der Zuschuss wurde im Zuge der kirchlichen Einsparungen stark gekürzt: Bisher gab die Landeskirche mehr als 900.000 Euro im Jahr für das Traditionsblatt.

Die EZ erscheint als "Christliche Wochenzeitung für Niedersachsen" in den Landeskirchen Hannover, Braunschweig und Oldenburg. Ihre Auflage sank in den vergangenen fünf Jahren von 35.000 auf rund 26.000. Der Vorsitzende des Öffentlichkeitsausschusses Jörn Surborg bezeichnete die Lösung als "suboptimal", weil sie nur ein Zwischenschritt sei. Im kommenden Jahr müsse die Synode eine langfristige Lösung finden.

Denkbar sei, dass mehrere Landeskirchen über Niedersachsen hinaus bei der Kirchengebietspresse zusammenarbeiteten. Möglich sei auch, das Modell einer Wochenzeitung endgültig durch das in Frankfurt/Main erscheinende Monatsmagazin "Chrismon" abzulösen. - Die Synode tagt noch bis einschließlich Sonnabend in der hannoverschen Henriettenstiftung.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1639/16.06.06)
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