Aus der Synode der Konföderation

Nachricht 17. Juni 2006

Religionslehrer erhalten künftig kirchliche Bestätigung

Hannover (epd). Evangelische Religionslehrer in Niedersachsen sollen künftig eine kirchliche Bestätigung erhalten. Vom 1. November an solle dies die Voraussetzung für Lehrer sein, um das Fach evangelische Religion unterrichten zu können, beschloss die Synode der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen in Absprache mit dem Kultusministerium am Sonnabend in Hannover. "Wir möchten dadurch gern mit den Lehrern ins Gespräch über Gott und die Welt, über die Kirche und die Schule kommen", sagte die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann.

Die fünf evangelischen Kirchen wollten sich anders als die katholische Kirche mit ihrer "missio" nicht in die persönlichen Lebensumstände der Lehrkräfte einmischen. "Das geht uns nichts an", betonte Käßmann. Vielmehr gehe es darum, Religionslehrer aktiv zu begleiten und sie mit Beratungsangeboten und Fortbildungen zu unterstützen. Der Religionsunterricht sei eine gemeinsame Sache von Kirche und Staat: "Das neue Kirchengesetz ist ein Baustein, mit dem unsere Kirchen ihre Mitverantwortung für den Religionsunterricht wahrnehmen wollen."

Mit diesem Schritt folgten die niedersächsischen Kirchen einem Verfahren, das in allen anderen Bundesländern bis auf Bremen und Schleswig-Holstein oft gleich nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt worden sei. Käßmann sagte, sie sei besorgt darüber, dass der Religionsunterricht an vielen Schulen in erheblichem Umfang ausfalle. Es sei für die Kirchen selbstverständlich, dass das Fach in erster Linie von staatlichen Lehrkräften erteilt werde. Die Kirchen seien jedoch gern bereit, auch Pastorinnen und Pastoren zur Verfügung zu stellen.

Die Bischöfin dankte allen Lehrerinnen und Lehrern, die das Fach mit "Einsatz, Fantasie und vor allem Kompetenz" erteilten: "Dies ist ein ganz wichtiger Dienst für unsere Kinder, aber auch für unsere Kirche." Dadurch kämen sehr viele Heranwachsende überhaupt erst mit dem christlichen Glauben in Kontakt. - Zur Konföderation gehören die lutherischen Kirchen von Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Schaumburg-Lippe sowie die Evangelisch-reformierte Kirche mit insgesamt rund vier Millionen Mitgliedern.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1645/17.06.06)
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Bischof Weber erneuert Forderung nach "Altfallregelung"

Hannover/Braunschweig (epd). Der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber hat erneut eine "Altfallregelung" für Flüchtlinge gefordert. "Wir brauchen eine Regelung, die langjährig in unserem Land lebenden Flüchtlingen ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht garantiert", sagte Weber als Vorsitzender des Rates der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen am Sonnabend vor der in Hannover tagenden Synode. Voraussetzung dafür sei, dass die Betroffenen gesellschaftlich integriert seien, die deutsche Sprache beherrschten und dem Grundgesetz zustimmten.

Die Kirchengemeinden reagierten sehr sensibel auf die schwierige Situation von geduldeten Fremden und deren Abschiebung, sagte Weber. Er dankte allen kirchlichen Beteiligten für die Unterstützung, die er für seine Gespräche mit Vertretern der Landesregierung über die Einsetzung einer Härtefallkommission erhalten habe. Das Innenministerium habe die Konföderation inzwischen dazu aufgefordert, eine Stellungnahme zu der geplanten Verordnung abzugeben. Zur Konföderation gehören die lutherischen Kirchen von Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Schaumburg-Lippe sowie die evangelisch-reformierte Kirche.

Die Innenminister der Bundesländer können nach dem seit 2005 geltenden Zuwanderungsrecht Härtefallkommissionen für Flüchtlinge berufen. Diese beraten darüber, ob abgelehnten Asylbewerbern oder ausreisepflichtigen Flüchtlingsfamilien in Einzelfällen aus dringenden humanitären oder persönlichen Gründen dennoch ein Aufenthaltsrecht in Deutschland gewährt werden sollte.

Spricht sich die Kommission für ein Bleiberecht aus, kann das Innenministerium den Aufenthalt genehmigen lassen. Bisher haben 14 der 16 Bundesländer eine solche Kommission nach Paragraf 23a des Aufenthaltsgesetzes eingerichtet. Lediglich Bayern und Niedersachsen haben keine Härtefallkommission.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1646/17.06.06)
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