Was die Kirche konkurrenzlos macht: eine Hoffnung über den Tod hinaus

Nachricht 14. Juni 2006

C e l l e (idea) – Christen und die Kirchen sollten sich weder in der Tagespolitik verlieren noch sich im frommen Kämmerlein isolieren. Das hat der ZDF-Moderator und Bestsellerautor Peter Hahne (Berlin) beim Kongreß des Hannoverschen Verbandes Landeskirchlicher Gemeinschaften am 11. Juni in Celle gefordert. „Die Kirche hat keine Patentrezepte für Hartz IV, den Weltfrieden oder für Klinsmanns Kicker, sie hat aber das konkurrenzlose Angebote einer Hoffnung, die über den Tod hinausreicht“, sagte Hahne den über 1.500 Besuchern der Veranstaltung unter dem Motto „Ich verlasse dich nicht. Gott“. Die Welt heute brauche „biblisches Lebensbrot“. Wer dies vorenthalte, versündige sich. Hahne schlug den Kongreßbesuchern vor, sich verstärkt um einsame Menschen zu kümmern. Auch im Saal gebe es Menschen, die sich „in der Lindenstraße besser auskennen als in der eigenen Nachbarschaft“. Großen Zuspruch fand ein Seminar der Pastorin und Lebensberaterin Claudia Filker (Berlin) zum Thema „Bis daß der Trott euch scheidet“. Überfüllt war ferner eine Veranstaltung mit Pfarrer Klaus-Jürgen Diehl (Witten) vom westfälischen Amt für missionarische Dienste (Dortmund) „Vom Glauben leise reden – Ein kleine Sprachschule“.


Der stellvertretende Vorsitzende des Verbands, Michael Fleczoreck (Springe), bezeichnete gegenüber idea die Suche nach einem neuen Vorsitzenden als gegenwärtig größte Herausforderung für den Verband. Der bisherige Amtinhaber Pastor Manfred Schultzki (Bad Gandersheim) war aufgrund starker beruflicher Belastung im Frühjahr von dem Ehrenamt zurückgetreten. Zum Verband gehören 200 Gemeinschaften mit rund 3.000 Mitgliedern, unter denen 25 Predigerinnen und Prediger tätig sind. „Auch wenn wir als konservativ gelten, so haben wir keine Probleme mit Frauen im Verkündigungsdienst“, sagte Fleczoreck. Immer mehr Gemeinschaften entwickelten neue Gottesdienstformen, um missionarisch zu arbeiten und Kirchendistanzierte zu erreichen. Teilweise würden diese Veranstaltungen gemeinsam mit den Kirchengemeinden angeboten. Das Verhältnis zwischen Gemeinschaften und den Kirchengemeinden bezeichnete Fleczoreck als „generell sehr gut“. Die Gemeinschaften verstünden sich als Ergänzung, nicht als Konkurrenz für die Kirche. Ein aus Ägypten stammender Prediger engagiere sich in der Ausländermission. Als Gemeinschaftsinspektor amtiert Jürgen Paschke (Celle).

(13.06.2006/13:07)
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