Unkenntnis über Judentum in Deutschland schmerzlich

Nachricht 11. Juni 2006

30. Jahrestagung der Lutherischen Europäischen Kommission Kirche und Judentum (LEKKJ) berät in Hannover

Dass Unkenntnis über das Judentum sowie Vorurteile und Antisemitismus in Deutschland weiterhin existieren, bezeichnete der Leiter des Lutherischen Kirchenamtes der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Präsident Dr. Friedrich Hauschildt (Hannover), als „schmerzlich“. In einem Grußwort in der Marktkirche in Hannover sagte Dr. Hauschildt anlässlich der 30. Jahrestagung der Lutherischen Europäischen Kommission Kirche und Judentum (LEKKJ) am 11. Juni, dass die Kirchen verstärkte Initiativen gegen Antisemitismus ergreifen müssten. In diesem Zusammenhang würdigte er die Arbeit der LEKKJ. Sie habe das Verhältnis von Christen und Juden innerhalb des europäischen Luthertums „maßgeblich verbessert“ und „wichtige Impulse für den weiteren Weg der theologischen Arbeit gegeben“. Dabei habe sie die Kirchen und ihre Theologie „verändert und bereichert“.

Die LEKKJ führt vom 8. bis 12. Juni in Hannover ihre Jahrestagung durch. Sie wurde vor dreißig Jahren in Christiansfeld (Dänemark) gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern im Jahre 1976 gehörten auch die VELKD und das deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB). Neben dem Erfahrungsaustausch stehen vor allem Fragen nach der Darstellung des Judentums im kirchlichen Unterricht, in Predigt und Liturgie sowie Maßnahmen gegen Antisemitismus auf dem Programm. Vorsitzender der LEKKJ ist Pfarrer Johannes Gruner (Böblingen). Den stellvertretenden Vorsitz hat Bischof Dezsö Zoltán Adorjani (Cluj/Rumänien) inne. Die Geschäftsführung liegt in den Händen von Pastor Wolfgang Raupach-Rudnick, dem Beauftragten für den christlich-jüdischen Dialog der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.


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