Experte sieht Gründungsboom unter evangelischen Schulen

Nachricht 08. Juni 2006

Bremen (epd). Die evangelischen Schulen in Deutschland erleben nach eigenen Angaben seit Jahren einen ungebrochenen Gründungsboom. Im zurückliegenden Jahrzehnt seien mehr als 100 neue Schulen entstanden, sagte am Mittwochabend in Bremen Fachreferent Jörg Schulz von der Schulstiftung der Evangelischen Kirche in Deutschland. Mittlerweile gebe es bundesweit rund 1.000 Einrichtungen mit knapp 150.000 Schülern, ergänzte Schulz bei einem Informationsabend zum geplanten Eduard-Nebelthau-Gymnasium der Diakonie-Stiftung "Friedehorst" in Bremen.

"Eltern wollen einen sinnorientierenden Unterricht", sagte der Referent für Schulentwicklung. Evangelische Einrichtungen seien "der Stachel im Fleisch der öffentlichen Schulen" und belebten die Konkurrenz. Sie betonten die Orientierung an christlichen Werten und wollten zugleich möglichst individuell auf die Bedürfnisse einzelnen Schüler eingehen. "Friedehorst"-Vorsteher Georg-Hinrich Hammer sagte, das Eduard-Nebelthau-Gymnasium plane neben einem verpflichtenden evangelischen Religionsunterricht einen wirtschaftsethischen Schwerpunkt.

In der zweisprachig auf Deutsch und Englisch ausgerichteten privaten Ganztagsschule soll nach den Sommerferien 2007 der Unterricht in zwei fünften Klassen beginnen. Laut Hammer ist es wahrscheinlich, dass das Gymnasium zunächst in die alte Schule Vor dem Stephanitor am westlichen Rand der Bremer Innenstadt einzieht. Da das Gebäude aber abgerissen werden solle, sei später ein Umzug nötig. Als endgültiger Standort sind Hammer zufolge das Gebäude des ehemaligen Paket-Postamtes am Hauptbahnhof und die Schule in der Kornstraße im Gespräch. (Internet: www.friedehorst.de)
(epd Niedersachsen-Bremen/b1547/08.06.06)
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Das aktuelle Stichwort: Evangelische Schulen

Bremen (epd). In Deutschland gibt es rund 1.000 evangelische Schulen. Für viele Eltern sind diese Privatschulen eine Alternative zum staatlichen Bildungswesen. Knapp 150.000 Schülerinnen und Schüler besuchen evangelische Schulen, die in ganz Deutschland verteilt sind. Unter der Trägerschaft von Landeskirchen, Vereinen und der Diakonie gibt es 257 Gymnasien, Realschulen und Grundschulen sowie 216 sonderpädagogische und 502 berufsbezogene Schulen.

Einzelne Schulen halten Angebote für bestimmte Gruppen bereit, wie die Schule für Zirkuskinder in Nordrhein-Westfalen oder die auf 1.150 Metern Höhe gelegene Christophorusschule in Berchtesgaden. Dort lernen asthmakranke Kinder, aber auch auf Hochleistung trainierende Wintersportler. Verbunden sind die evangelischen Schulen durch ihre gemeinsame Orientierung an christlichen Werten. Zugleich wollen sie möglichst individuell auf die einzelnen Schüler und ihre Bedürfnisse eingehen.

Vor allem in den neuen Bundesländern stößt dieses Konzept, das seine Wurzeln im Bildungsideal von Reformatoren wie Philipp Melanchthon hat, auf zunehmende Resonanz. Heute gibt es auf dem Gebiet der früheren DDR 225 evangelische Schulen mit rund 25.000 Schülern. (Internet: www.evangelische-schulen-in-deutschland.de)
(epd Niedersachsen-Bremen/b1548/08.06.06)
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