Auf einen Blick (2.6., erg. 4.6.)

Nachricht 02. Juni 2006


"Was mich bewegt" - die Kolumne von Landesbischöfin Margot Käßmann. Produziert vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen (ekn - www.ekn.de)
-> Beitrag vom 2. Juni, Thema: "Pfingsten" anhören (mp3-Datei)



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PFINGSTBOTSCHAFT 2006
DER PRÄSIDENTINNEN UND PRÄSIDENTEN DES ÖRK

Am Pfingsttag, den das zweite Kapitel der Apostelgeschichte beschreibt, verwandelte der Heilige Geist eine Gruppe ganz unterschiedlicher Menschen, von denen viele aus fernen Ländern gekommen waren (Apg 2,5-11). Im vergangenen Februar erlebten Tausende von Christinnen und Christen aus allen Teilen der Welt etwas Ähnliches: ihnen wurde bei der Teilnahme an der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Südbrasilien eine Pfingsterfahrung zuteil.

Die Gebete und Lieder der Neunten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Porto Alegre klingen weiter in unseren Ohren und Herzen nach. Wir machten uns auf die Heimreise, in der festen Überzeugung, dass unser Gebet "In deiner Gnade, Gott, verwandle die Welt" erhört worden war.

In der Kraft desselben Geistes, der am ersten Pfingstfest auf die Jünger herabkam, haben wir uns in Porto Alegre verpflichtet, unsere Bemühungen um christliche Einheit fortzusetzen, nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit in Mission und Dienst zu suchen und in Frieden zusammenzuleben. In diesem Zusammenhang ist auch unsere Neuverpflichtung gegenüber der Dekade zur Überwindung von Gewalt (2001-2010) zu sehen.

Wir wissen, dass wir die Qualität unserer Beziehungen verbessern müssen, wir bemühen uns um mehr Relevanz und Glaubwürdigkeit in unserem ökumenischen Leben und wir streben nach Zusammenarbeit in Dienst und Mission - bei alledem ermutigt uns das erste Pfingstereignis, uns dem Geist neu zu öffnen, der an jenem Tag erfahrbar wurde, als alle, die dabei waren, die neue Gemeinschaft verspürten, zu der sie nun gehörten. Ihre neue Erfahrung zeigte sich in der gemeinsamen Begeisterung und im Gefühl einer neuen Identität und Zugehörigkeit zu Christus und zueinander in der Kraft des Geistes. Sie brachten dies auf vielfältige Weise zum Ausdruck, je nach ihrer Kultur und ihrem Kontext.

Im Zusammenhang mit dieser Pfingsterfahrung wird in Apg 2,42 auch das Wort koinonia (Gemeinschaft, Teilhabe) verwendet. Es heißt dort: "Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft (koinonia) und im Brotbrechen und im Gebet." Jene ersten Christen und Christinnen waren also Teil einer Glaubens- und Lebensgemeinschaft.

Dieses neue Leben in Gemeinschaft bewegt uns wie ein Wind des Wandels, verändert unsere Sprache, verändert die Art und Weise, wie wir miteinander und mit der Welt kommunizieren und umgehen. Möge das Pfingstfest in diesem Jahr eine Zeit des Neuanfangs für uns sein: eine Zeit der Erneuerung unserer Bindung an Gott und aneinander, eine Zeit der Stärkung unseres gemeinsamen Zeugnisses als Diener und Dienerinnen in der Mission Gottes.

Die Verheißung und Herausforderung in Apostelgeschichte 1,8 gilt auch uns heute: "Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde."

Pfingsten zeigt auf sehr konkrete Weise die beiden Kräfte, die die christliche Bewegung vorantreiben: Geist und Wort. Diese Stärke wird den Glaubenden zuteil als Geschenk des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (Apg 2,33). Das Kommen des Heiligen Geistes bewirkt die Gemeinschaft der Glaubenden und befähigt sie, die Heilsbotschaft weiterzugeben. Das Kommen des Geistes zeigt auch, dass Gottes Gnade allen gilt. Der Heilige Geist, der durch die Propheten sprach, hatte dies schon lange angekündigt: "Und nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen." (Joel 3,1)

So wollen wir uns darüber freuen, dass Gott der ganzen Kirche zu Pfingsten die Gegenwart des Heiligen Geistes schenkt, und wir wollen gemeinsam darauf antworten, indem wir alle Christi Zeugen und Zeuginnen sind, bis an das Ende der Erde.

Gebet

Gott der Gnade,
komm zu uns, komm und begleite uns auf unserem Weg,
damit wir weitergehen können in deiner Gnade und deinem Frieden.
Erfülle uns mit Hoffnung, damit wir Schranken niederreißen können.
Erleuchte uns auf unserer ökumenischen Reise
und schaffe Raum für Begegnung und Dialog.
Sende deinen Heiligen Geist, dass er uns stärke für unseren prophetischen Auftrag,
die Freiheit zu verkündigen, die von dir kommt.
Dein Heiliger Geist sei uns ein sanftes Wehen, wenn wir Trost und Sicherheit brauchen,
aber ein starker Wind, wenn es uns zu gut geht,
als dass wir unsere Stimme erheben würden.
Dein Leben spendender Friede möge in uns wohnen und seinen Ausdruck finden im Handeln,
im Frieden zwischen Einzelnen, Kirchen und kirchlichen Verantwortlichen,
zwischen Religionen, Völkern und Staaten.
Deine Gnade, die die Kraft hat, die Welt zu verwandeln, möge uns antreiben, Hand in Hand
Zeichen des Friedens zu sein, den deine Liebe schenkt.
Gib uns deinen reichen Segen, wenn wir auf unserem Weg weitergehen
und die gute Nachricht von Gerechtigkeit, Dienst und Angenommensein verkünden.
Amen.


Die Präsidentinnen und Präsidenten des Ökumenischen Rates der Kirchen

Erzbischof Dr. Anastasios von Tirana und ganz Albanien, Autokephale Orthodoxe Kirche von Albanien
John Taroanui Doom, Evangelische Kirche von Maòhi, Tahiti
Pfarrer Prof. Dr. Simon Dossou, Protestantisch-Methodistische Kirche von Benin
Pfarrer Dr. Soritua Nababan, Protestantisch-Christliche Batak-Kirche (HKBP), Indonesien
Pfarrerin Dr. Ofelia Ortega, Presbyterianisch-Reformierte Kirche in Kuba
Patriarch Abune Paulos, Äthiopische Orthodoxe Kirche Tewahedo
Pfarrerin Dr. Bernice Powell Jackson, Vereinigte Kirche Christi, USA
Dr. Mary Tanner, Kirche von England, Großbritannien

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Der Ökumenische Rat der Kirchen fördert die Einheit der Christen im Glauben, Zeugnis und Dienst für eine gerechte und friedliche Welt. 1948 als ökumenische Gemeinschaft von Kirchen gegründet, gehören dem ÖRK heute mehr als 348 protestantische, orthodoxe, anglikanische und andere Kirchen an, die zusammen über 560 Millionen Christen in mehr als 110 Ländern repräsentieren. Es gibt eine enge Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche. Der Generalsekretär des ÖRK ist Pfr. Dr. Samuel Kobia, von der Methodistischen Kirche in Kenia. Hauptsitz: Genf, Schweiz.

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Aktuelle Informationen für alle Lehrerinnen und Lehrer, die das Fach Evangelische Religion erteilen:
-> Kirchliche Bestätigung für Religionslehrkräfte - Vokation

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Diakonie-Helpline bei Hit-Radio Antenne geht in die WM-Pause
25 Sendungen erreichten 3 Mio. Zuhörer

Hannover, 30. Mai 2006. Nach dem kommenden Sonntag wird die Diakonie-Helpline bei Hit-Radio Antenne in die WM-Pause starten. In der vorerst letzten Sendung mit dem Titel „Der Papa sitzt im Knast - Familienleben mit Haftstrafe“ geht es um die Straffälligenhilfe der Diakonie. Insgesamt ging die Helpline seit Dezember 2005 25 mal auf Sendung und konnte laut Media-Analyse insgesamt 3 Millionen Zuhörer erreichen. Jeden Sonntagabend berichten Menschen in Not Antenne-Moderatorin Maren Sieber auf sehr persönliche Weise, wie sie in scheinbar ausweglose Situationen geraten sind. Versierte Experten der Diakonie in Niedersachsen zeigen Lösungswege und geben Tipps zur Selbsthilfe. Parallel zur Sendung vermitteln Diakonie-Mitarbeitende Hilfe vor Ort. Insgesamt riefen 400 Hilfebedürftige aus ganz Norddeutschland an. Besonders bei den Sendungen „Leben mit Hartz IV“ und „Burn out“ stand das Telefon nicht mehr still.

Am kommenden Sonntag ist Sabine in der Helpline von 20.00 – 22.00 Uhr zu Gast. Sie und ihre Kinder erzählen, wie sie gelebt haben, nach dem ihr Ehemann und Vater inhaftiert wurde. Sie konnte Unterstützung bei der Straffälligenhilfe in Osnabrück finden. Dort hilft der Sozialpädagoge Burkhard Teschner Familien, die mit einer Haftstrafe leben müssen.

Nach der WM wird die Helpline am 16. Juli 2006 fortgesetzt. Die Helpline-Sendungen werden redaktionell vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen (ekn) verantwortet.

Die Helpline-Hotline bleibt auch während der WM geschaltet. Sie ist erreichbar von Montag bis Donnerstag von 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr sowie Freitag von 8.30 Uhr bis 13.30 Uhr. Unter der Telefonnummer: 01805-98 77 66 informiert die Diakonie über ihre 3.000 Angebote in Niedersachsen.

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"Ich fühl' das richtig" - Modellprojekt öffnet Kindern die Welt historischer Orgeln

Von Dieter Sell (epd)

Stade (epd). Ein tiefes und fast unheimliches Brummen füllt die St.-Wilhadi-Kirche in Stade bei Hamburg. Das Holz vibriert, als Annegret Kleindopf der größten Pfeife der weltberühmten historischen Orgel auf der Empore des gotischen Hallenbaus einen langgezogenen Ton entlockt. "Ich fühl' das richtig", ruft Robin mit der Hand auf seinem Bauch. Der Achtjährige steht vor einem gewaltigen Instrument, das er zusammen mit anderen Kindern in einem mehrteiligen Kurs erforscht. Das Angebot gehört zu einem Modellprojekt unter dem Titel "Alte Orgeln für junge Menschen".

Initiator ist die Orgelakademie Stade. "Wir wollen Kindern und Jugendlichen den Schatz der weltweit bedeutenden Instrumente in der Stadt nahe bringen", erläutert Vorsitzender Hans-Eckhard Dannenberg. Vor der fast 250 Jahre alten Bielfeldt-Orgel in St. Wilhadi ist das Projektleiterin Annegret Kleindopf ohne Zweifel gelungen. Mit großen Augen recken die Kinder ihre Köpfe und blicken auf das technische Wunderwerk aus Holz, Metall und Leder. Bald darauf lassen sie ihre Finger über den dreiteiligen Spieltisch flitzen oder hören zu, wie eine Toccata klingt.

Stade ist das Zentrum eines Orgelparadieses, das vom niederländischen Groningen entlang der Nordseeküste bis nach Hamburg reicht. Allein zwischen Elbe und Weser stehen mehr als 80 Denkmalorgeln aus fünf Jahrhunderten. Da gibt es viel zu entdecken. "Kinder möchten gerne alles selber fühlen und ausprobieren", sagt die studierte Organistin und Sängerin Annegret Kleindopf. Dass es dabei nicht nur um den Spaß an der Orgel geht, wird wohl vor allem die Eltern freuen. Denn in den Instrumenten steckt neben Musik jede Menge Kunst, Physik, Mathematik und Geschichte.

Das alles vermittelt Kleindopf altersgemäß, wenn die Kinder beispielsweise auf der Tastatur eigenhändig "Alle meine Entchen" klimpern. Die 39-Jährige ist selbst von der ebenso alten wie genialen Technik fasziniert. Mit ihrer Begeisterung steckt sie die Gruppe an, besonders dann, wenn sie mit Robin, der gleichaltrigen muslimischen Ala und den anderen Kindern zu einer Expedition in das Innere der Orgel startet. "Ist da Gift drin?", fragt Ala respektvoll, als dabei plötzlich ein Wald bleierner Pfeifen auftaucht, die man besser nicht berührt.

In Zusammenarbeit mit Schulen werden Kinder und Jugendliche aus den unterschiedlichsten Kulturen in die Geheimnisse der alten Orgeln eingeweiht. Dazu laufen bereits Kursangebote. Ausflüge und besondere Konzerte sind geplant. "Die meisten Kinder haben noch keine Orgel gesehen", hat Kleindopf erfahren. Auch viele Erwachsene in Stade ahnen nach ihren Worten nicht, dass sie in der reichsten Orgellandschaft der Welt leben.

Diese Wissenslücke will die Akademie schließen, ganz nach dem Sprichwort: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Die kleine Lucca-Katharina jedenfalls ist schon jetzt ganz hin und weg. "Das klingt so schön", schwärmt sie und bedauert: "Aber man kann die Orgel gar nicht überall mitnehmen." (Internet: www.orgelakademie.de) (epd Niedersachsen-Bremen/b1500/02.06.06)

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In Herzberger Kirche regnet es durch

Herzberg (epd). Die evangelische Herzberger Christusgemeinde sucht dringend finanzielle Hilfe für die Renovierung ihrer undichten Kirche. Weil das Mauerwerk unter dem schadhaften Dach mit Wasser vollgesogen sei, komme jeder Regenguss umgehend im Kircheninneren an, sagte Pastor Ludwig Doerne am Freitag. Immer häufiger würden Gottesdienstbesucher an Regentagen von ihren Stammplätzen in der Kirche vertrieben.

Gemeindemitglieder haben die Schäden fotografiert und die Bilder ans Landeskirchenamt nach Hannover geschickt. Für eine Aufnahme hätten die Kirchgänger extra ihre Schirme aufgespannt, sagte Doerne. Eine Unterschriftenliste, mit der die Gemeinde die Landeskirche um finanzielle Unterstützung bittet, hätten mehr als 400 Personen unterschrieben.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1510/02.06.06)
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