Landesbischöfin: Es gibt keinen "Fußballgott"

Nachricht 02. Juni 2006

Hannover/Frankfurt a.M. (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat sich gegen die Rede vom "Fußballgott" gewandt. "Gott ist vereinsfrei", schreibt sie in der Juni-Ausgabe des evangelischen Monatsmagazins "Chrismon" anlässlich der bevorstehenden Fußball-WM. Es gebe keinen "Fußballgott", und es führe nicht weiter, wenn Begriffe wie "Fußballkathedrale" aus der Religion in den Sport übertragen würden.

"Wenn es im Leben um wirklich elementare Dinge geht, erst recht im Leiden und im Sterben, hilft kein Fußballverein, hat Erfolg auf dem Rasen schlicht und ergreifend keine Bedeutung mehr", schreibt Käßmann in dem in Frankfurt a.M. erscheinenden Magazin. Sie befürworte jedoch Kapellen in den Stadien. Dort könnten Menschen inmitten der Fußball-Raserei zur Besinnung kommen und darüber nachdenken, was wichtig im Leben sei und was die schönste Nebensache der Welt sei´n möge.

Die Bischöfin wandte sich gegen die Kommerzialisierung des Fußballs und den "Regelungswahn" des Weltfußballverbandes FIFA. "Gott hat sicher Freude am Spiel und fairen Wettkampf", schreibt sie: "Aber wahrscheinlich hat Gott wesentlich mehr davon, sich in Kenia Jungs anzusehen, die mit echter Emotion und ohne Hightech-Schuhe kicken, als diese geradezu plastikmäßigen FIFA-Spiele."
(epd Niedersachsen-Bremen/b1503/02.06.06)
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