Auf einen Blick (1.6.)

Nachricht 01. Juni 2006

Diakonielied als Klingelton
Auf der Diakonie-Website kostenlos zum Herunterladen

Hannover, 1.Juni 2006. Auf der neu gestalteten Website des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers steht die Diakonie-Hymne als Klingelton kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung. Unter www.diakonie-hannovers.de kann das Lied in verschiedenen Versionen auf das Handy geladen werden. Als Vokal- oder Instrumentalversion in verschiedenen Formaten kann es über eine Infrarotschnittstelle, Bluetooth oder einem Datenkabel auf das Handy oder auch MP3-Player übertragen werden.
Die Erkennungsmelodie und der Text des Liedes "Diakonie heißt jetzt oder nie - und mit dem Herzen sehen" stammen von Fritz Baltruweit, Pastor und Liedermacher in Hannover.

Die neue Website der Diakonie hat viele verbesserte Servicefunktionen und ist barrierefrei.
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An jedes gesunkene Schiff erinnert ein Glockenschlag

Wittmund (epd). Mehr als 100 Schiffe sind im vergangenen Jahr auf den Weltmeeren gesunken. An sie soll am Sonntag, dem 18. Juni, im ostfriesischen Carolinensiel in einem ökumenischen Gottesdienst im Museumshafen erinnert werden. Zum zehnten Mal werde dann für jedes gesunkene Schiff die Glocke des vor 150 Jahren gestrandeten Auswanderer-Seglers "Johanne" einmal ertönen. Bei der Katastrophe vor der Insel Spiekeroog ertranken damals 80 Menschen, sagte der Gründer der Schiffsandachten, Vormann Bernd F. Kürten, am Mittwoch dem epd.

Außerdem sollten traditionell wieder internationale Grüße von Schiffen auf allen Weltmeeren übermittelt werden, sagte Kürten. Zahlreiche Botschaften von Frachtern und Kreuzfahrtschiffen seien bereits mit der Bitte eingegangen, sie in die Gebete mit einzuschließen. Auch den Opfern der zunehmenden Piraterie, besonders in der Malakka-Straße zwischen Malaysia und Sumatra, solle besonders gedacht werden.

Die Carlolinensieler Schiffsandacht wurde vor zehn Jahren nach dem tragischen Unfall des auf Borkum stationierten Seenotrettungskreuzers "Alfried Krupp" ins Leben gerufen, berichtete Kürten. Die Besatzung habe in der Neujahrsnacht 1995 einem niederländischen Seenotretter helfen wollen, der bei Sturm über Bord gerissenen wurde. Auf dem Rückweg seien dann der Vormann und der Maschinist von Bord der "Alfried Krupp" gespült worden. Sie konnten nicht gerettet werden. Der Niederländer wurde später von einem Hubschrauber aus dem Meer gezogen.

Carolinensiel, heute ein Ortsteil von Wittmund, hatte im 19. Jahrhundert nach Emden den zweitgrößten Handelshafen Ostfrieslands. Die Sielhäfen entstanden an den Mündungen der Wasserläufe in die Nordsee. Internet:www.schiffsandacht.de.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1466/31.05.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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Gansäuer für Bleiberecht bis zum Schulabschluss

Osnabrück (epd). Der niedersächsische Landtagspräsident Jürgen Gansäuer (CDU) hat sich für ein Bleiberecht abgelehnter Asylbewerber mindestens bis zum Schulabschluss ausgesprochen. "Ich würde persönlich, rein menschlich sagen wollen: Wenn Kinder hier etliche Jahre zur Schule gegangen sind, wird es problematisch, sie abzuschieben", sagte Gansäuer in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (Donnerstagausgabe). Der Stichtag für eine Altfallregelung könne etwa Ende der 90er Jahre liegen.

Das Problem entstehe bei denjenigen Asylsuchenden, die infolge des alten Rechts seit vielen Jahren in Deutschland lebten und hier Kinder bekommen hätten. Menschen, die integriert seien, in die Schule gingen, zum Teil in den Kirchen engagiert seien oder keine Sozialhilfe benötigten, müsse man eine Chance geben, sagte der Landtagspräsident.

Jeder Einzelfall müsse geprüft werden. Es müsse geklärt werden, ob die Kinder ohne ihre Eltern in Deutschland bleiben könnten. Es könne aber nur um Extremfälle gehen, in denen die Kinder die Leidtragenden seien. Für Straftäter oder Menschen, die ihre Papiere vernichtet hätten, dürfe eine solche Altfallregelung nicht gelten.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1481/01.06.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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Stiftung Weltbevölkerung sucht Partner in Schulen

Hannover (epd). Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung sucht Schüler und Schulklassen als Paten und Partner für ihre Jugendclubs in aller Welt. Dort beraten Jugendliche ihre Altersgenossen über Sexualität, Aids-Gefahr und Familienplanung, sagte Geschäftsführer Jörg Maas am Donnerstag in Hannover. Allein in Kenia gebe es rund 400 "Youth to Youth Clubs", die eine geschätzte Zahl von zwei bis drei Millionen junger Menschen erreichten, berichtete Projekt-Koordinatorin Emma Odegi aus Nairobi vor Journalisten.

Von der Stiftung erhalten die Clubs Informations- und Arbeitsmaterial sowie Kondome. Damit würden junge Leute zwischen 10 und 24 Jahren für die Beratungen geschult, sagte Odegi. Die Clubs verbreiteten ihre Botschaft auch mit Gesang, Tanz und Theater in der Bevölkerung. Der Andrang, Clubmitglied zu werden, sei groß, berichtete die 26-jährige Soziologin. Odegi arbeitete ehrenamtlich in den Clubs mit, bevor sie Projektleiterin für die Arbeit in den großen Slums rund um die Hauptstadt Nairobi wurde.

"Jugendliche sollen ihr Leben selbst bestimmen können", sagte Maas über das Ziel der Jugendclubs in Kenia, Tansania, Uganda und Äthiopien. Als bester Weg habe sich die Information unter Jugendlichen selbst erwiesen. "Einen Gleichaltrigen kann man als Freund anhören", sagte Odegi. Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung mit Sitz in Hannover will mit der Aufklärung der Jugend Aids und ungewollte Schwangerschaften verhindern und die Armut bekämpfen. Am Donnerstag überreichte die Commerzbank einen Scheck über 5.000 Euro für die Arbeit in Kenia.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1487/01.06.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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Neuerscheinungen im Lutherischen Verlagshaus:

FÜRBITTEN sollen zeitgemäß und doch nicht zu umgangssprachlich, persönlich, aber auch nicht zu privat ... sein. So sagt es Mechthild Werner in der Einleitung. "Etwas andere" Fürbitten als so oft finden Sie also zu den Sonn-und Feiertagen im Kirchenjahr und zu Kasualien in diesem Band.

Jochen Arnold, Fritz Baltruweit, Mechthild Werner (Hg.) Fürbitten für die Gottesdienste im Kirchenjahr Band 5 in unserer erfolgreichen Reihe ggg (gemeinsam gottesdienst gestalten) 232 Seiten, Festeinband, Lesebändchen Euro 16,90 ISBN 3-7859-0947-0

Das zweite Buch trägt auf der Rückseite den Satz: CONFESSIO AUGUSTANA - geht es nicht ein bisschen moderner? In der Tat - es geht! Das Augsburger Bekenntnis, im Jahr 1530 auf dem Reichstag in Augsburg veröffentlicht, ist bis heute das wichtigste Bekenntnis der evangelisch-lutherischen Kirche. In "Augsburg für Anfänger" wird lebendig und leicht verständlich erklärt, worum es dabei geht. U.a. werden Fragen beantwortet "Wie kann uns ein 400 Jahre alter Text heute noch etwas sagen?" oder "Andere Gemeinden, andere Sitten - warum eigentlich?"

Achim Behrens, Erik Braunreuther, Wolfgang Schillhahn Augsburg für Anfänger 96 Seiten, Broschur Euro 9,90 ISBN 3-7859-0965-9
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„Sanierungsprojekt 2010“ St. Michael in Hildesheim: Bauarchäologische Untersuchungen widerlegen frühere Forschungen

Im Jahr 2010 wird die Kirchengemeinde St. Michael in Hildesheim ihre 1000 Jahr-Feier der Grundsteinlegung begehen. 50 Jahre nach dem Wiederaufbau der im 2. Weltkrieg zerstörten Kirche haben im Oktober 2005 umfangreiche Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten begonnen, die 2010 abgeschlossen sein sollen. Seit 1985 gehört die doppelchörige, durch Bischof Bernward (993-1022) gegründete Basilika - eine der bedeutendsten Bauschöpfungen ottonischer Zeit - zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Bevor mit der Herrichtung des Fußbodens begonnen werden kann, wurde in den Monaten März bis Mai 2006 der Bauabschnitt zur Installation einer neuen Heizung in Angriff genommen.
Alle Arbeiten unterhalb des Fußbodens wurden dabei von Bauarchäologen begleitet, damit Spuren vergangener Zeiten nicht verloren gehen.
Diese bauarchäologischen Untersuchungen haben jetzt zutage gebracht, dass dem ursprünglichen Grundriss in späterer Zeit nichts hinzugefügt worden ist. Die Kirche zeigt noch heute die Umrisse, wie sie einst von Bernward geplant worden waren.

Verschiedene Umstände hatten die Fachleute bisher vermuten lassen, dass in St. Michael die bauarchäologischen Untersuchungen nur wenige neue Ergebnisse für die Forschung liefern können. Der Einbau von insgesamt sieben unterschiedlichen Warmluftheizungen von Anlagen aus billigen Backsteinen (1855) bis zu solchen aus asbesthaltigen Platten (1974), Kabelkanäle und Leitungsgräben, üppige Einbringung von Beton in der Wiederaufbauzeit nach dem Krieg, sowohl in Kellern im Westchor, als auch breite Betonfundamente für die dem Bernwardsbau nachempfundenen drei Apsiden im Osten ließen nicht vermuten, dass neuerliche Grabungen andere Resultate zeitigen würden. Nicht zuletzt schienen schließlich die Ergebnisse einer Nachkriegs-Ausgrabung dies abzusichern, die den Kreuzaltar und die Fundamente der Bernwardssäule genau lokalisieren, aber sparsam dokumentieren.

In gemeinschaftlicher Anstrengung haben ein Archäologe als Grabungsleiter, die Studenten des Instituts für Baugeschichte der Universität Braunschweig mit ihrem Professor und die archäologische Bauforschung des Landesdenkmalamtes in knapp drei Monaten die Fläche untersucht, bevor nun die moderne Heizungsanlage (eine Kombination von Fußboden- und Warmluftheizung) in den neuen Sandsteinfußboden eingebaut wird.

Waren die Arbeitsbedingungen für die Archäologen bei laufendem Baubetrieb nicht ideal, ergaben sich dennoch durch das sorgfältige Vorgehen bemerkenswerte Ergebnisse, die die bisherigen Meinungen der Forschung von Vorgängerbauten und unterschiedlichen Bauerweiterungen widerlegen.
Es ist nun erkennbar, dass der Bauplan Bischof Bernwards († 1022) seit Baubeginn feststand und konsequent umgesetzt wurde. Die an zahlreichen Stellen untersuchten Fundamente sind von stets gleicher Machart: In die senkrecht in den Löss um 1,30 m eingetieften Fundamentgräben wurden schichtig gebrochene Sandsteine von einer Größe eingemörtelt, die noch von Hand versetzt werden konnten.

Diese Beobachtung gilt auch für die Fundamente der Krypta im Westen: Es gab keine Eingangshalle und keinen Vorgängerbau.
Damit ist auch endgültig klargestellt, dass die seit 1035 im Mariendom befindliche Bernwardstür nicht für St. Michael gefertigt worden ist und dort auch nicht hingehört.

Die von TCHAN* in der Bernwards-Monographie (1951) publizierten Ergebnisse der Grabung von 1946/47, die die Fundamente der Taufe, der Bronzesäule und der Irmin-Säule nachgewiesen haben will, haben sich bei der Nachgrabung als unrichtig erwiesen. Dort, wo angeblich das Altarfundament des Hl.-Kreuz-Altars gefunden worden war, befinden sich drei Abtsgräber des 11./12. Jahrhunderts, die bereits geplündert waren, bevor sie 1960 beim Heizungsumbau voll Beton gelaufen sind.

*Tchan,Francis J.
Saint Bernward of Hildesheim Band 2 His. Work of Art
Indiana 1951
Publications in Mediaeval Studies. The University of Notre Dame, XII


Weitere Informationen:
Dipl.-Ing. Architektin Eva-Maria Eilhardt-Braune, landeskirchliche Baudirektorin, Tel 0511-1241-351


Hannover, 31.5.2006
Pressestelle der Landeskirche

Hinweis Spendenkonto:

Freundeskreis für den Erhalt des Weltkulturerbes St. Michael e.V.
Sparkasse Hildesheim Konto Nr. 11233 BLZ 259 500 01