Landesbischöfin: Familien dürfen nicht in Armut abrutschen

Nachricht 26. Mai 2006

Saarbrücken/Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat vor weiteren Kürzungen bei Familien und Kindern gewarnt. "In unserem Land müssen wir aufpassen, dass nicht noch mehr Menschen in Armut abrutschen", sagte sie in einem Interview der "Saarbrücker Zeitung" (Freitags-Ausgabe). Dass zehn Prozent der Kinder in Deutschland in Armut lebten nannte die hannoversche Bischöfin "drastisch".

Damit ging die evangelische Landesbischöfin auch klar auf Distanz zu einer Erklärung, die der Präsident des Diakonischen Werkes, Jürgen Gohde, mit unterzeichnet hatte. In dem gemeinsamen Schreiben mit den kommunalen Spitzenverbänden an die Fraktionsvorsitzenden im Bundestag hatte er sich für Kürzungen bei Hartz-IV-Leistungen ausgesprochen. Dazu sagte Käßmann: "Ich denke, dass das, was Herr Gohde unterschrieben hat, im Moment benutzt wird von denen, die weiter Mittel kürzen wollen."
(epd Niedersachsen-Bremen/b1417/26.05.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen