Tschernobyl-Kinder treffen in Hannover ein

Nachricht 24. Mai 2006

Hannover (epd). Die hannoversche Landeskirche setzt ihr Engagement für strahlengeschädigte Kinder fort, die unter den Folgen der Tschernobyl-Katastrophe leiden. Am Mittwoch sind am Flughafen Hannover 118 Kinder, zwölf Mütter mit Kleinkindern und sieben Dolmetscherinnen gelandet, die sich in den kommenden vier Wochen in niedersächsischen Gastfamilien erholen werden, teilte die Landeskirche mit. Bis zum 12. September werden rund 1.000 Gäste aus dem von dem Reaktorunfall besonders betroffenen Gebiet Gomel in Weißrussland erwartet. Insgesamt beteiligten sich 24 evangelische Kirchenkreise an der Aktion.

Das Flugzeug, das noch am Mittwoch zurück nach Gomel flog, habe knapp drei Tonnen an Medikamenten und medizinischen Hilfsgütern mitgenommen, die aus Spenden finanziert worden seien, hieß es weiter. Die Folgen der Katastrophe seien noch immer dramatisch. Neben einer Vielzahl von Schilddrüsen-Erkrankungen nähmen in den vergangenen Jahren Herz- und Blutkrankheiten sowie Brust-, Lungen-, Haut- und Magenkrebs-Erkrankungen besonders bei Kindern und Jugendlichen spürbar zu.

Die Anzahl der erkrankten Kinder sei beklemmend hoch und steige weiter an. Viele Kinder litten an zwei bis drei Krankheiten gleichzeitig. Auch deshalb seien die Erholungsaufenthalte in Deutschland weiterhin dringend nötig und sinnvoll.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1405/24.05.06)
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