Diakonie-Präsident fordert uneingeschränkte soziale Gerechtigkeit für Familien

Nachricht 15. Mai 2006

Berlin, 15.Mai 2006. Zum heutigen Familientag fordert der Präsident des Diakonischen Werkes der EKD, Dr. h. c. Gohde, Staat und Gesellschaft auf, alles zu tun, um Familie in jeder Hinsicht zu stärken und zu schützen. "Familie ist auch heute von höchster Bedeutung. Hier werden nach wie vor entscheidende Weichen für das Gelingen von Leben gestellt. Ein stabiles Selbstwertgefühl, soziale Fähigkeiten, Wertebewusstsein, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, füreinander einzutreten - die Wurzeln für all dies werden, wenn es gut geht, in der Familie gelegt", so Gohde. "Aus diesem Grunde treten wir für eine engagierte Familienpolitik ein, die auf größtmögliche Gerechtigkeit setzt und "Familie als soziale Institution" schützt." Gohde warnt zugleich davor, "Familienpolitik als einen versteckten Arm der Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik zu betreiben". Eine solche Instrumentalisierung trage zur Verkennung des eigentlichen Wertes von Familie bei.

Neben dem Elterngeld, dessen Einführung zu 2007 die Diakonie prinzipiell begrüßt, sei aber nach wie vor der Ausbau von Tageseinrichtungen für unter Dreijährige zwingend notwendig. "Es gibt keinen anderen Weg, wenn wir Frauen wirklich die Berufstätigkeit ermöglichen wollen, und hier haben wir noch enormen Aufholbedarf", so Gohde.

Insgesamt sei bei neuen familienpolitischen Weichenstellungen darauf zu achten, dass sie nicht sozial Schwächere weiter belaste. Auch Menschen mit wenig Geld in der Tasche müssten es sich künftig leisten können, Kinder zu bekommen und Familie als Glück zu erleben, ohne dass dies unweigerlich den Weg ins finanzielle Abseits bedeute, "sonst ist in unserer Gesellschaft etwas Wesentliches faul", mahnt der Chef des Diakonischen Werkes der EKD. "Die Regierungskoalition darf ruhig noch eine Menge Kreativität im Hinblick auf Familie entfalten." Der vielzitierte "Paradigmenwechsel" stehe in Wirklichkeit noch aus, sagt Gohde. "Den sehe ich erst, wenn unsere Gesellschaft Müttern, die viel Zeit für Kinder und Familie investieren, gleich, ob sie zusätzlich berufstätig sind oder nicht, und Vätern, die für ihr Kind auch mal für gewisse Zeit aus dem Beruf aussteigen, den angemessenen Respekt zollt."

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Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V.
Barbara-Maria Vahl
Pressesprecherin
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