Holze-Stäblein: Sprengel Ostfriesland erhalten

Nachricht 11. Mai 2006

Emden (epd). Landessuperintendentin Oda-Gebbine Holze-Stäblein hat einer möglichen Abschaffung des evangelisch-lutherischen Sprengels Ostfriesland erneut eine Absage erteilt. "Eine Zusammenlegung mit dem Sprengel Osnabrück wäre das falsche Signal", sagte die Regionalbischöfin in Emden vor der "Generalkonferenz der Evangelisch-lutherischen Geistlichen in Ostfriesland". Ostfriesland ist einer von acht Sprengeln der hannoverschen Landeskirche. Zurzeit wird darüber diskutiert, ob die Gebietsaufteilung aus Spargründen verändert werden soll.

Der Sprengel Ostfriesland sei vor allem durch seine regionale und kulturelle Identität geprägt und müsse erhalten bleiben, forderte Holze-Stäblein. "Über Jahrhunderte haben sich in Ostfriesland reformierte und lutherische Christen aneinander gerieben", sagte sie. Heute gebe es viele ausbaufähige Kooperationen wie etwa die gemeinsamen ostfriesischen Kirchentage. In Osnabrück hingegen müsse der Sprengel ein Gegengewicht zur katholischen Mehrheit schaffen: "Doch das ist nicht unsere Frage."

Ein Groß-Sprengel Osnabrück-Ostfriesland sei zudem von einer Landesuperintendentin oder einem Landesuperintendenten nicht mehr zu betreuen. "Der Amtsinhaber würde jede Menge tote hochbezahlte Zeit im Auto verbringen", sagte Holze-Stäblein. Eine "Handsteuerung" vor Ort bei schwierigen Personalfragen sei schlicht unmöglich. Bereits 1925 habe es einen Sprengel Osnabrück-Ostfriesland gegeben, der aber schnell wieder abgeschafft worden sei: "Alte Fehler soll man nicht wiederholen."

"Wir können nur hoffen, dass die Synode im November diesem Modell eine Absage erteilt", führte sie aus. Ob mit einer Reduzierung der Sprengel tatsächlich Geld gespart werden könne, sei mehr als zweifelhaft. Das werde auch im hannoverschen Landeskirchenamt so gesehen. Doch liege die Entscheidung bei der Synode.

Auch einer gemeinsamen Nordwestkirche, bestehend aus dem lutherischen Sprengel Ostfriesland, den Landeskirchen Bremen und Oldenburg sowie der reformierten Kirche könne sie nichts abgewinnen. Zu unterschiedlich seien diese Kirchen. "Was uns eint ist lediglich der Zwang zum Sparen", so die Landesuperintendentin.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1248/11.05.06)
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