Auf einen Blick (10./11. 5. erg.)

Nachricht 10. Mai 2006

Der Beitrag der Woche: "Eva Herrmann, die Emanzipation und Frau Käßmann". Produziert vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen (ekn) für Radio ffn.
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"Kirche unterwegs" sucht Mitarbeiter für Campingplätze

Aurich (epd). Die "Kirche unterwegs" sucht noch ehrenamtliche Mitarbeiter, die zwei bis vier Wochen lang im Sommer auf Campingplätzen an der Nordseeküste die Urlauberseelsorge unterstützen wollen. Auf elf Plätzen zwischen Norddeich und Otterndorf wolle "Kirche unterwegs" wieder Zeltkirchen und weitere Aktionen anbieten, sagte Urlauberpastor Hartmut Schneider am Dienstag in Aurich dem epd.

"Die Leute sollten mindestens 18 Jahre alt sein und Spaß am Leben auf einem Campingplatz haben", sagte Schneider. Zudem sollten sie Lust haben, die Kirche bei Strand- und Zeltgottesdiensten, bei der Kinderkirche oder dem Abendsegen zu vertreten. Die Helfer erhielten Fahrtkosten, 11 Euro Tagegeld und ein Vorbereitungsseminar. Willkommen seien auch Paare oder Familien. Auf den Campingplätzen seien sie in modernen Wohnwagen untergebracht. Interessierte können sich bei "Kirche im Tourismus - Nordsee" in Aurich unter Telefon 04941-959251 melden.

Die "Kirche unterwegs" ist bundesweit ein spezielles Angebot der evangelischen Landeskirchen für Urlauber auf Campingplätzen. Neben vielen Ehrenamtlichen kümmern sich nach Angaben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mehr als 200 Pastorinnen und Pastoren auf rund 90 Campingplätzen im In- und Ausland um Menschen, die Ruhe und Erholung suchen. Weitere Informationen zu den Einsatzorten gibt es im Internet unter www.kirche-im-tourismus.de.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1223/10.05.06)
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Hanns-Lilje-Stiftung vergibt rund zehn Millionen Euro

Hannover (epd). Mit einem Kapital von rund 13 Millionen Euro gehört die Hanns-Lilje-Stiftung der hannoverschen Landeskirche zu den 20 Prozent der größeren Stiftungen in Deutschland. "Seit unserer Gründung vor 17 Jahren haben wir Projekte mit rund zehn Millionen Euro gefördert und das Stiftungskapital auftragsgemäß erhalten", sagte der neue Kuratoriumsvorsitzende Jürgen Fitschen am Donnerstag im epd-Gespräch. Fitschen, der Direktor des Bremer Bildhauermuseums Gerhard-Marcks-Haus ist, hat turnusgemäß den früheren Kirchentagspräsidenten Eckhard Nagel abgelöst.

Zurzeit gibt es in Deutschland nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen etwa 13.490 Stiftungen bürgerlichen Rechts. Rund 80 Prozent aller Stiftungen verfügen über weniger als eine Million Euro. Allein im vergangenen Jahr kam es zu 880 Neugründungen. "Stiftungen sind inzwischen auch für die Kirche unverzichtbar", sagte Fitschen, der das Kuratorium im Ehrenamt leitet. Aufgabe der Hanns-Lilje-Stiftung sei es, einen fachübergreifenden Dialog der Kirche mit Wissenschaft, Technik, Wirtschaft, Kunst und Politik beständig zu fördern.

"Wir wollen vor allem Themen aufgreifen, die von kirchlichen Einrichtungen aus finanziellen Gründen nicht so berücksichtigt werden können", sagte Fitschen. Auch der Geschäftsführer, Pastor Ralf Tyra, sagte, das strategische Ziel sei von Anfang an gewesen, Geld für Ideen zu sichern, die am ehesten in knappen Zeiten geopfert werden. Die Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers hatte die Gründung mit einem Grundkapital von 20 Millionen Mark 1989 beschlossen.

Vor allem Projekte aus Kunst und Kultur seien im Laufe der Jahre nachgefragt worden, sagte Tyra. Andere Schwerpunkte hätten sich erst entwickelt, wie die Förderung des protestantischen Nachwuchses oder die Stärkung des Ehrenamtes in der Kirche. Die Stiftung habe aber auch Geld gegeben, um die Folgen der Schweinepest für die Landwirte zu erforschen.
Das meiste Geld, rund 200.000 Euro, sei zwischen 2001 bis 2003 in das Projekt "Stiften ist menschlich" geflossen. Es sei gelungen, den Stiftungsgedanken in der hannoverschen Landeskirche so zu beleben, dass rund 240 Stiftungen neu gegründet wurden.

Um interessante Projekte zu unterstützen, suche die Hanns-Lilje-Stiftung nach Mitfinanzierern wie zum Beispiel der Klosterkammer Hannover oder der Niedersächsischen Lottostiftung. "Die Mittel, die wir geben, können so oft um das Drei- bis Dreieinhalbfache erhöht werden", sagte Tyra. Fast alle Anträge würden von namhaften externen Gutachtern geprüft: "Darin steckt sehr viel Arbeit für die Gutachter, die hierfür nicht bezahlt werden. Um so mehr wissen wir die Empfehlungen zu schätzen."

Im Schnitt fördere die Stiftung, die nach dem ehemaligen hannoverschen Landesbischof Hanns Lilje (1899 bis 1977) benannt wurde, rund 100 Projekte pro Jahr. Das unterste Antragsvolumen liegt Tyra zufolge bei 400 Euro. Durchschnittlich würden Vorhaben mit etwa 7.000 Euro bewilligt. Förderungen, die mehr als 35.000 Euro betrügen, seien eher selten.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1216/11.05.06)
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Kirchen wollen zwischen Demonstranten vermitteln

Göttingen (epd). Kirchliche Konfliktmanager wollen an diesem Sonnabend in Göttingen bei möglichen Auseinandersetzungen zwischen Rechtsextremisten, linken Gegendemonstranten und der Polizei vermitteln. Für hauptamtliche kirchliche Mitarbeiter, die sich dies zumuten könnten und wollten, sehe er den Platz "am ehesten zwischen den Linien", sagte der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Göttingen, Wolf-Dietrich Köhler, am Dienstag dem epd. Es sei zu erwarten, "dass so ein Einsatz bitter nötig sein wird" .

Die Polizei begrüße einen Einsatz von Kirchenmitarbeitern ausdrücklich, sagte Köhler. Vor dem Wochenende werde es deshalb ein Treffen und Absprachen mit polizeilichen Konfliktmanagern geben. Die Kirchenvertreter, die auf diese Weise zu einer Deeskalation beitragen wollten, würden Namensschilder tragen.

Gleichzeitig rief Köhler dazu auf, am Sonnabend gegen den Rechtsextremismus Stellung zu beziehen. Dafür gebe es Möglichkeiten bei einer Demonstration des "Göttinger Bündnisses gegen Rechts" sowie bei einer Kundgebung, zu der die Stadt Göttingen, die Universität und die christlichen Kirchen eingeladen hätten. "Beide Veranstaltungen richten sich gegen den NPD-Aufmarsch", betonte Köhler.

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hatte am vergangenen Freitag eine Kundgebung von Rechtsextremisten für Sonnabend auf dem Göttinger Bahnhofsvorplatz erlaubt und damit das zuvor von der Stadt Göttingen erlassene und vom Verwaltungsgericht bestätigte Verbot gekippt. Die NPD will beim Bundesverfassungsgericht noch durchsetzen, dass ihr auch ein Demonstrationszug durch Göttingen gestattet wird. Die Polizei hat ein Großaufgebot von 6.000 Beamten angekündigt. Bei Protesten gegen eine NPD-Demonstration in Göttingen im Oktober war es zu Ausschreitungen gekommen.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1234/09.05.06)
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Experten fordern neue Wohnkonzepte für Senioren

Hannover (epd). Für die wachsende Zahl alter Menschen in Deutschland müssen nach Ansicht von Experten dringend neue Wohn- und Unterstützungskonzepte entwickelt werden. Bis zum Jahr 2050 werde die Zahl der Senioren, die älter als 80 Jahre sind, von jetzt 3,6 Millionen auf 9,1 Millionen ansteigen, sagte der Vorsitzende des niedersächsischen Diakonie-Fachverbandes für Altenhilfe, Martin Raabe, am Mittwoch am Rande eines Fachtages in Hannover. Neue Konzepte dürften jedoch nicht ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Kostensenkung diskutiert werden.

"Wir müssen künftig viel stärker den Wunsch der meisten Menschen berücksichtigen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu bleiben", sagte Raabe. Umfragen zeigten, dass nur 13 Prozent aller Frauen und Männer in einer stationären Einrichtung leben möchten. Ein weiterer Ausbau von Pflegeheimen dürfe deshalb nicht die einzige Antwort auf die demographische Entwicklung sein. Allein in Niedersachsen gebe es zurzeit einen Überhang von 4.000 Pflegebetten.

Der Altenhilfereferent des Diakonischen Werks der hannoverschen Landeskirche, Frank Piepenbrink, sagte, dass es bereits viele neue Wohn- und Betreuungskonzepte in gemeindlichen Strukturen gebe: "Zwingende Voraussetzung für den Ausbau ist jedoch, dass diese Lebensformen vom Gesetzgeber anerkannt werden und gleichzeitig eine weitere Überfrachtung durch gesetzliche Regelungen vermieden wird." Dafür müsse das "Heimgesetz", das dem Schutz der Heimbewohner dienen soll, massiv reformiert werden.

Als Beispiel für bürokratische Hürden nannte Raabe den Fall eines Altenheimes, das seinen dementen Bewohnern anbot, beim Kartoffelschälen zu helfen. "Das Gesundheitsamt wollte eine Hygiene-Belehrung abhalten, die die verwirrten Senioren anschließend unterschreiben sollten. Weil dies unrealistisch war, hieß es dann, die Bewohner dürften die Kartoffeln zwar schälen, aber wir müssten sie anschließend wegkippen." Ein anderes Beispiel sei eine Altenwohngemeinschaft von acht Senioren, die sich von einem ambulanten Pflegedienst betreuen lässt. "Laut Heimgesetz muss es in dieser Wohnung eine Pflegedienstleitung und nach Geschlechtern getrennte Badezimmer geben", sagte Raabe.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1242/10.05.06)
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Himmelfahrtstreffen im Kloster Bursfelde

Bursfelde/Kr. Göttingen (epd). Die Universität Göttingen hat für den 25. Mai zu ihrem traditionellen Himmelfahrtstreffen ins Kloster Bursfelde an der Weser eingeladen. Die Veranstaltung beginnt um zehn Uhr mit einem Gottesdienst. Predigen wird der Abt von Bursfelde, der Göttinger Theologie-Professor Joachim Ringleben.

Um 11.30 Uhr hält der Medizinprofessor Gerd Hasenfuß einen Vortrag über "Stammzellen zur Herzregeneration". Die Bursfelder Sommerkonzerte werden am Nachmittag mit einem Auftritt der Kantorei St. Blasius aus Hann. Münden eröffnet. - Das im Jahr 1093 gegründete Kloster Bursfelde ist eine ehemalige Benediktinerabtei. Nach der Reformation wurde das Kloster evangelisch.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1228/09.05.06)
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