Kirchliche Öffentlichkeitsarbeiter fordern Transparenz

Nachricht 09. Mai 2006

Emden (epd). Die Leitungen von Kirchen und kirchlichen Einrichtungen sollten nach Ansicht von Experten mehr Wert auf ihre interne Kommunikation legen. Eine gute Öffentlichkeitsarbeit nach außen brauche auch einen guten Informationsfluss innerhalb der Einrichtung, sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Öffentlichkeitsarbeit im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, Wolf Clüver (Heide), am Dienstag in Emden auf der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft.

In den Arbeitsgruppen der fast 80 Teilnehmer wurde immer wieder die Forderung nach mehr Transparenz in den kirchlichen Abläufen laut. Das gelte gerade auch in Zeiten knapper werdender Finanzen. "Wenn man ein Unternehmen umstrukturieren will, muss man die Leute mitnehmen und an den Entscheidungen beteiligen. Sonst wird es 'da oben' bald ziemlich einsam", sagte ein Teilnehmer.

Ulrich Pohl, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei den von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel in Bielefeld berichtete über eine Mitarbeiterbefragung in der Einrichtung. Dabei sei es zu unerwarteten Ergebnissen gekommen. Ganz oben stand die Forderung der Mitarbeitenden nach mehr Informationen von den übergeordneten Leitungsebenen. Wichtig sei es gewesen, aus den Ergebnissen Konsequenzen zu ziehen und in mehr als 1.500 Maßnahmen umzusetzen.

Gastreferent Peter Kadel der Firma Roche Diagnostics aus Mannheim sagte, eine professionelle interne Kommunikation ist für ein Unternehmen unerlässlich. Wenn Klarheit über betriebliche Vorgänge und Ziele der Einrichtung bestehe, entlaste das beide Seiten von Ängsten und Gerüchten. So vermittle man den Mitarbeitenden Wertschätzung und fördere die innere Bindung an das Unternehmen. Das wiederum präge das Bild des Unternehmens in der Öffentlichkeit. Die Firma Roche wurde im vergangenen Jahr von der Evangelischen Kirche in Deutschland mit dem Arbeitsplatzsiegel "Arbeit Plus 2005" für ihre besonders soziale Beschäftigungspolitik ausgezeichnet.

In der Arbeitsgemeinschaft Öffentlichkeitsarbeit haben sich bundesweit mehr als 100 hauptamtliche Öffentlichkeitsarbeiter aus Kirche und Diakonie und anderen kirchlichen Einrichtungen zusammengeschlossen. Sie fördert die Zusammenarbeit von kirchlichen Stellen und Einrichtungen, knüpft Kontakte in der Ökumene, der Gesellschaft und der Wirtschaft und pflegt das Netzwerk der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeiter.
(epd Niedersachsen-Bremen/b1231/09.05.06)
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