Landesbischöfin fordert bessere Bezahlung für Frauenberufe

Nachricht 20. April 2006

Hamburg/Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat eine bessere Bezahlung von "typischen Frauenberufen" gefordert. Zwar wachse die Selbstverständlichkeit, dass Frauen und Männer gleichermaßen leitende Positionen wahrnähmen, doch würden "notwendige Dienste in Erziehung und Pflege weniger wert geschätzt", sagte Käßmann am Mittwochabend zum Thema "Frauen in Chefsesseln" in der Hamburger Hauptkirche St. Nikolai.

Noch immer gebe es überdies zu viele Vorurteile gegenüber berufstätigen Müttern, gerade auch in der Kirche, sagte Käßmann. Vor ihrer Wahl zur Bischöfin im September 1999 habe sie sich immer wieder fragen lassen müssen, "wie das denn gehen solle - mit vier Kindern". Ihr Gegenkandidat habe fünf Kinder gehabt, und ihm sei diese Frage nie gestellt worden.

Käßmann verwies auf eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung, die belege, dass gerade Mütter über ein "hervorragendes Zeitmanagement" verfügten. Zugleich sei ihnen eine pragmatische und kompromissbereite Grundhaltung eigen. Unternehmen könnten nach der Studie von "familienbezogenen Fähigkeiten" wie Gelassenheit und Organisationstalent durchaus profitieren. Solche Einsichten müssten auch in der Kirche noch wachsen, sagte Käßmann.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1028/20.04.06)
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