Zukunft der weltweiten Christenheit kann nur eine oekumenische sein

Nachricht 11. April 2006

Wuerttembergischer Landesbischof Frank O. July laedt LWB-Vollversammlung 2010 zu einem Fest des Glaubens nach Stuttgart ein

Genf, 10. April 2006 (LWI) - Das Signal, dass die Zukunft der weltweiten Christenheit nur eine oekumenische sein koenne, erhofft sich der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Wuerttemberg, Frank Otfried July, von der Elften Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) 2010 in Stuttgart (Deutschland). "Wir wollen, dass Stuttgart ein Doppelpunkt wird fuer eine gemeinsame oekumenische Zukunft in der Welt", betonte July bei seinem Antrittsbesuch im Oekumenischen Zentrum am 7. April in Genf. Seiner Kirche sei es wesentlich, dass zur Vollversammlung zumindest starke Gastdelegationen aus anderen Kirchen dabei sind, so der Landesbischof im Gespraech mit der Lutherischen Welt-Information (LWI).

Aus einem grossen oekumenischen und missionarischen Engagement heraus wolle die Evangelische Landeskirche in Wuerttemberg die Tore weit aufmachen und viele Menschen verschiedener Nationalitaet, Herkunft und auch Glaubensueberzeugung 2010 nach Stuttgart einladen, um ein Fest des Glaubens zu feiern. Wichtig sei, versoehnte Verschiedenheit sichtbar zu machen und moeglicherweise eine neue Tuer zu oeffnen in der oekumenischen Geschichte des LWB, so July, seit Juli 2005 Landesbischof der mit 2,35 Millionen Mitgliedern drittgroessten LWB-Mitgliedskirche in Deutschland.

Die wuerttembergische Landeskirche, die 1947 zu den Gruendungsmitgliedern des LWB gehoerte, sei von ihrer Geschichte her eine Kirche, die sich ganz besonders auch dem oekumenischen Engagement verschrieben habe. "Wir wollen mit unserer Gastgeberschaft in Stuttgart unterstreichen, dass wir weiterhin eine oekumenische Vision haben und dass wir als Landeskirche das unsere dazu beitragen, dass diese Vision vorangetrieben werden kann", betonte der wuerttembergische Landesbischof.

Fuer seine Landeskirche erhofft sich Bischof July, dass noch einmal deutlich werde, "dass wir Teil einer weltweiten Gemeinschaft sind, die in dieser Welt aus dem lutherischen Bekenntnis heraus Zeugnis vom Evangelium geben will, aber auch auf gesellschaftliche Fragen Antworten geben moechte." Als Gastgeberin der Vollversammlung wolle die wuerttembergische Landeskirche auch zeigen, dass die deutschen Kirchen auch bereit seien, sich weltweit zu engagieren. Er glaube, so July, dies koenne auch eine Staerkung fuer die Kirchen in Deutschland sein. "Wir sind auch dankbar fuer all das, was wir von anderen Kirchen an Gemeinschaft erfahren haben."

Im Gespraech mit LWB-Generalsekretaer Pfr. Dr. Ishmael Noko und weiteren leitenden LWB-MitarbeiterInnen berichtete Landesbischof July, dass die wuerttembergische Landeskirche bereits eine Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der LWB-Vollversammlung in Stuttgart konstituiert habe. "Wir haben in Stuttgart viel Erfahrung mit grossen Events", betonte July mit Verweis auf den 28. Deutschen Evangelischen Kirchentag, der 1999 in Stuttgart stattfand. Die Erfahrungen des Kontaktbueros fuer den Kirchentag sollen auch fuer die Vorbereitung der LWB-Vollversammlung genutzt werden. Weiterhin habe die wuerttembergische Landeskirche einen Beitrag im Blick auf die Ausrichtung der Vollversammlung in die mittelfristige Finanzstrukturplanung aufgenommen, berichtete July.

Hinsichtlich der Erteilung der notwendigen Visa fuer die TeilnehmerInnen der Vollversammlung betonte der Landesbischof, dass bereits Kontakt mit PolitikerInnen aufgenommen worden sei. "Wir werden natuerlich unsere guten politischen Kontakte, die wir haben, dafuer nutzen, um bei der Bundesregierung, beim Aussenministerium und auch durch Kontakte zum Bundespraesidenten deutlich zu machen, dass wir Gastgeber einer weltweiten Versammlung sein wollen und dass zur Gastgeberschaft auch gehoert, dass man die Tueren oeffnet fuer die Gaeste, die man eingeladen hat." Natuerlich sei heute noch nicht vorhersehbar, wie die politische Situation weltweit im Jahr 2010 aussehen werde, doch "was an uns liegt, wird alles getan werden, dass es moeglichst keine Probleme in dieser Richtung gibt", so July.

Landesbischof July traf auf seiner ersten Auslandsreise in Genf mit VertreterInnen des LWB sowie des Oekumenischen Rates der Kirchen (OeRK), des Reformierten Weltbundes (RWB) und der Konferenz Europaeischer Kirchen (KEK) zusammen, um sein Interesse an der Oekumene deutlich zu machen. In den kommenden Monaten plant Bischof July einen Besuch bei Kardinal Walter Kasper, Praesident des Paepstlichen Rates zur Foerderung der Einheit der Christen, in Rom. (616 Woerter)

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Der Lutherische Weltbund (LWB) ist eine Gemeinschaft lutherischer Kirchen weltweit. 1947 in Lund (Schweden) gegruendet, zaehlt er inzwischen 140 Mitgliedskirchen, denen rund 66,2 Millionen ChristInnen in 78 Laendern weltweit angehoeren.

Das LWB-Sekretariat befindet sich in Genf (Schweiz). Das ermoeglicht eine enge Zusammenarbeit mit dem Oekumenischen Rat der Kirchen (OeRK) und anderen weltweiten christlichen Organisationen. Der LWB handelt als Organ seiner Mitgliedskirchen in Bereichen gemeinsamen Interesses, z. B. oekumenische und interreligioese Beziehungen, Theologie, humanitaere Hilfe, Menschenrechte, Kommunikation und verschiedene Aspekte von Missions- und Entwicklungsarbeit.

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