Die Landeskirche hat gewählt

Nachricht 27. März 2006

442.252 Mitglieder der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers haben am Sonntag die Kirchenvorstände in allen Gemeinden neu gewählt. Von 12.932 Kandidatinnen und Kandidaten wurden 7904 für dieses verantwortungsvolle Ehrenamt gewählt. Diese 4.372 Frauen und 3.532 Männer werden die Kirchengemeinden in den nächsten sechs Jahren leiten. Mit 55,31 % ist der Anteil der Frauen in den Kirchenvorständen um 2,3 % höher als vor sechs Jahren.

Die Wahlbeteiligung ist gegenüber der letzten Wahl auf 17,26% gesunken. Die höchste Wahlbeteiligung hat der Sprengel Göttingen mit 20,08% gefolgt vom Sprengel Hildesheim mit 19,56%.
8.606 Wählerinnen und Wähler waren 16-18 Jahre alt. Erfreulicherweise haben die Jugendlichen stärker von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht als bei der letzten Wahl. Sie haben gezeigt, dass sie mitbestimmen wollen, wohin sich die Kirche in den nächsten Jahren entwickelt.
Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann dankte den Kandidatinnen und Kandidaten, den Wahlvorständen, die den Wahltag organisiert haben, und allen, die mit ihrer Stimme ausgedrückt haben, dass ihnen ihre Kirche wichtig ist. „Alle, die sich zur Wahl stellen und alle, die von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, zeigen: Kirche lebt durch viele Menschen. Sie gründet sich auf Gottes Wort und ist gleichzeitig ein Zeichen für die Erkenntnis Martin Luthers, dass wir einander Priester sind. Kirche wird vom Engagement der Menschen vor Ort getragen, das erlebe ich immer wieder. Eine Bischöfin oder ein Pastor machen noch keine Gemeinde. Es ist wichtig, dass die Entscheidungen über die Zukunft unserer Kirchen von einer breiten Basis getragen werden. Den neu gewählten Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern wünsche ich, dass sie ihr Amt vor allem als Bereicherung erfahren, bei aller Verantwortung und Belastung, die es bedeuten kann und vor allem von Herzen Gottes Segen.“
Etwa die Hälfte der Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher ist zum ersten Mal gewählt, die andere Hälfte ist durch die Wahl in ihrem Amt bestätigt worden. Das Durchschnittsalter beträgt 49,95 Jahre.
Jetzt haben die Kirchenvorstände noch Gelegenheit, weitere Mitglieder zu berufen. Im Juni werden die neuen Kirchenvorstände in ihr Amt eingeführt.
Ausführliche Ergebnisse im Internet unter: www.kirchenvorstandswahl2006.de
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Die Statistik zur Wahl steht unter www.kirchenvorstandswahl2006.de
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Mehr Frauen in die Kirchenvorstände gewählt

Hannover (epd). Mehr als 440.700 Mitglieder der hannoverschen Landeskirche haben am vergangenen Sonntag insgesamt 7.876 Kirchenvorsteher für die kommenden sechs Jahre gewählt. Mit 57,44 Prozent liege der Anteil der gewählten Frauen um 4,7 Prozent höher als vor sechs Jahren, teilte die Pressestelle am Montag mit. Insgesamt sei die Wahlbeteiligung mit 17,21 Prozent um 3,11 Prozent niedriger gewesen als im Jahr 2000. In der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland mit mehr als drei Millionen Mitgliedern waren 2,6 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen.

Die höchste Wahlbeteiligung habe es im Sprengel Göttingen mit 20,08 Prozent gegeben, gefolgt vom Sprengel Hildesheim mit 19,56 Prozent, heißt es. Die wenigsten Wählerinnen und Wähler mit 14,8 Prozent habe der Sprengel Osnabrück zu verzeichnen. Im Sprengel Hannover hätten 15,36 Prozent der Wahlberechtigten gewählt.

Landesbischöfin Margot Käßmann dankte am Montag allen Kandidaten und Wählern. Sie hätten gezeigt, dass die Kirche durch das Engagement der Menschen vor Ort lebe. "Eine Bischöfin oder ein Pastor machen noch keine Gemeinde", sagte Käßmann. Es sei wichtig, dass die Entscheidungen über die Zukunft der Kirchen von einer breiten Basis getragen werde. Den neu gewählten Kirchenvorständen wünschte die Bischöfin, dass sie ihr Amt bei aller Verantwortung und Belastung vor allem als Bereicherung erfahren sollten.

Das Amt des Kirchenvorstehers hat eine lange Tradition. Schon im Mittelalter verwalteten freie Bürger als "Kirchenjuraten", "Älteste"
oder "Provisoren" das Kirchenvermögen und erwarben das Recht, Pfarrer zu berufen. Seit der Reformation fiel ihnen die Aufgabe zu, den kirchlichen Grundbesitz zu verpachten und den Bauzustand von Kirche und Schule zu überwachen. 1848 wurden diese Ämter durch gewählte Kirchenvorsteher ersetzt. Frauen dürfen erst seit 1922 mitwählen. (epd
Niedersachsen-Bremen/b0801/27.03.06)

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