Ellen Ueberschär wird neue Generalsekretärin des Kirchentages

Nachricht 23. März 2006

Das Amt bleibt fest in Frauenhand -
Ellen Ueberschär wird neue Generalsekretärin des Kirchentages

Von Michael Grau und Stephan Cezanne (epd)

Bonn/Loccum (epd). Das Amt der Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages ist fest in Frauenhand. Künftig wird die 38-jährige Theologin Ellen Ueberschär aus Loccum bei Hannover für die Organisation des Protestantentreffens verantwortlich sein, wie Vorstand und Präsidium des Kirchentages am Donnerstag bekanntgaben. Ueberschär übernimmt am 1. Juli die Nachfolge von Friederike von Kirchbach, die seit Juni 2005 Pröpstin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist. Zuvor war die heutige hannoversche Bischöfin Margot Käßmann Generalsekretärin des alle zwei Jahre stattfindenden Kirchentages.

Ueberschär zeigte sich auf Anfrage erfreut über ihre Berufung zur neuen Generalsekretärin. Sie wolle dazu beitragen, dass das "Erfolgsprojekt Kirchentag" auch in Zukunft auf seinem guten Kurs bleibe. Die Kirchentage seien ein wichtiger Beitrag für die "Präsenz des Protestantismus" in der Öffentlichkeit. Die in den nächsten Jahren in dichter Folge stattfindenden Laientreffen müssten daher auch in Zukunft medial gut umgesetzt werden, sagte sie. Als Generalsekretärin wird Ueberschär bereits für den 31. Kirchentag vom 6. bis 10. Juni 2007 in Köln verantwortlich sein.

Die promovierte Theologin ist derzeit noch Studienleiterin für Theologie, Ethik und Recht an der Evangelischen Akademie Loccum. Sie wurde 1967 in Berlin-Pankow geboren und absolvierte eine Berufsausbildung in der Datenverarbeitung. Von 1988 bis 1995 studierte sie in Berlin und Heidelberg Theologie. Anschließend war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Theologie der Universität Marburg tätig.

Während ihres Vikariats arbeitete sie unter anderem an der Evangelischen Akademie zu Berlin im Bereich Zeitgeschichte und Politik.
Ueberschär, die sich auch in der Heinrich-Böll-Stiftung engagierte, gehörte auch der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter. Als Jugendliche wäre sie gern Ärztin geworden. Dies blieb ihr in der ehemaligen DDR aber verwehrt.

Der Leiter der Evangelischen Akademie Loccum, Fritz Erich Anhelm, zeigte sich erfreut über die Berufung Ueberschärs. "Das ist für sie eine wunderbare Aufgabe", sagte er: "Der Kirchentag bekommt eine ausgezeichnete Kollegin, die in den zwei Jahren, in denen sie hier war, vieles bewegt hat." Ueberschär habe etwa 15 große Tagungen konzipiert, geleitet und ausgewertet und an der Akademie den neuen Arbeitszweig "Erinnerungskultur" aufgebaut. Die Tagungsthemen reichten von der neuen Spiritualität über das Insolvenzrecht bis zum Zuwanderungsgesetz.

Zudem habe sie sich mit dem Thema Kirchenreform profiliert, sagte Anhelm. Die Verantwortlichen des Kirchentages hatten im Vorfeld des 30.
evangelischen Kirchentages 2005 in Hannover engere Kontakte nach Loccum geknüpft. So luden sie die ausländischen Referenten des Treffens zu einer gemeinsamen Tagung an die Akademie ein. Als der Kirchentag nach dem Rücktritt Friederike von Kirchbachs eine Nachfolgerin suchte, fiel die Wahl auf die Loccumer Studienleiterin. Zum Kirchentag 2005 kamen rund 105.000 Teilnehmer.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0777/23.03.06)
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