Bischöfin Käßmann: "Wir werden für Abdul Rahman beten"

Nachricht 22. März 2006

Hannover (epd). Die hannoversche Bischöfin Margot Käßmann hat sich mit Blick auf den Fall Abdul Rahman enttäuscht über die Menschenrechtssituation in Afghanistan geäußert. Wenn die Religionsfreiheit eines Menschen derart mit Füßen getreten werde, sei das erschütternd, sagte Käßmann am Mittwoch in Hannover dem epd. Rahman droht in Kabul die Todesstrafe, weil er als Muslim zum Christentum übergetreten ist und nicht widerrufen will. "Wir werden Abdul Rahman in die Fürbitte in unseren Gottesdiensten einschließen", sagte Käßmann.

Ein Dialog der Kulturen und der Religionen werde unmöglich gemacht, wenn der Übertritt von einer Religion zur anderen mit der Todesstrafe geahndet werde, sagte die lutherische Bischöfin weiter. Dies widerspreche fundamental jedem Freiheitsverständnis. "Ich bin dankbar, dass deutsche Politikerinnen und Politiker sich energisch einmischen", so die Spitzenrepräsentantin der mit mehr als drei Millionen Christen größten deutschen Landeskirche.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0754/22.03.06)
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