Missionswerk übergibt 162 Häuser an Tsunami-Opfer

Nachricht 16. März 2006

Hermannsburg/Kr. Celle (epd). Im indischen Bundesstaat Tamil Nadu beziehen bis Ende März 162 Familien, die durch den Tsunami ihr Heim verloren haben, neue Häuser. Ende Februar seien in der Ortschaft Kadapakkam feierlich die Schlüssel übergeben worden, teilte das Evangelisch-lutherische Missionswerk in Niedersachsen am Donnerstag mit.
Die Häuser wurden durch eine Spendenaktion des Werkes mit Sitz in Hermannsburg und des Missionswerkes in Leipzig finanziert.

Seit der Flutkatastrophe im Dezember 2004 sei rund eine Million Euro für die Aktion eingegangen, sagte der Spendenbeauftragte des Werkes, Stephan Liebner. Allein 160.000 Euro habe eine Sammelaktion der Goslarschen Zeitung zusammengebracht. Die Hilfe in Indien leisten die beiden Missionswerke gemeinsam mit lutherischen Kirchen vor Ort.

Laut Liebner sind weitere Hilfen zur Existenzsicherung und zur Bewältigung der emotionalen Nachwirkungen der Katastrophe geplant. In die knapp 30 Quadratmeter großen Häuser zögen Fischerfamilien ein, sagte der Asien-Referent des Missionswerks, Ponniah Manoharan. "Einige von ihnen haben ihre Häuser ganz verloren und in Übergangshütten gelebt." Andere würden umgesiedelt, weil ihre zum Teil zerstörten Häuser zu nah am Meer lägen.

"Die Menschen sind sehr froh", berichtete Manoharan, der bei der Schlüsselübergabe dabei war. Sie seien dankbar, dass ihnen die Spender über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg geholfen hätten. Im vom Tsunami stark betroffenen Landkreis sei dies das erste große Projekt, das abgeschlossen wurde, führte Manoharan aus. Liebner sagte, die Spendenbereitschaft sei nach dem Tsunami ausgeprägt gewesen. "Das Missionswerk hat wenig solcher großen Projekte."
(Internet: www.elm-mission.net)

(epd Niedersachsen-Bremen/b0712/16.03.06)
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