Synode der Konföderation tagte in Hannover

Nachricht 11. März 2006

Die IV. Tagung der 8. Synode der Konföderation fand am Samstag in Hannover statt. Aufgrund der heftigen Schneefälle in Niedersachsen waren allerdings nicht genug Synodale anwesend, um die Beschlussfähigkeit zu erreichen. Alle Tagesordnungspunkte, die einen Beschluss erfordern, wurden deshalb auf eine weitere Synode verschoben, deren Termin noch bekanntgegeben wird.

Berichte und Fotos von der Konföderationssynode
++++

Religionslehrer sollen kirchliche Bestätigung erhalten

Hannover (epd). Evangelische Religionslehrer in Niedersachsen sollen künftig eine kirchliche Bestätigung oder "Vocatio" erhalten. Ein entsprechender Gesetzentwurf lag der Synode der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen am Sonnabend in Hannover vor. Er konnte jedoch nicht verabschiedet werden, weil die Synode nicht beschlussfähig war.

In Absprache mit dem Kultusministerium wollen die fünf Kirchen der Konföderation die "Vocatio" zur Voraussetzung machen, dass ein Lehrer das Fach Evangelische Religion erteilen kann. Damit folgten sie dem Verfahren in fast allen anderen Bundesländern außer Schleswig-Holstein, sagte Kerstin Gäfgen-Track als Schulbeauftragte der Konföderation dem epd. Die Kirchen verpflichteten sich gegenüber den Lehrkräften zu Fortbildung, Beratung und didaktischen wie methodischen Hilfen. Für katholische Religionslehrer ist eine ähnliche Bestätigung, die "Missio", vorgeschrieben.

Zahlreiche Synodale, besonders aus dem Raum Oldenburg, hatten die Tagungsort in Hannover aus Witterungsgründen nicht rechtzeitig erreichen können. Das Kirchengesetz wird nun voraussichtlich am 17. Juni verabschiedet. Zur Konföderation gehören die lutherischen Kirchen von Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Schaumburg-Lippe sowie die Evangelisch-reformierte Kirche mit insgesamt rund vier Millionen Mitgliedern.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0662/11.03.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
+++

Kirchen: Integrierte Ausländer sollen bleiben können
Hannover (epd). Die Kirchen in Niedersachsen haben erneut ein Bleiberecht für langjährig in Deutschland lebende Flüchtlingsfamilien gefordert. Der braunschweigische Bischof Friedrich Weber berichtete am Sonnabend in Hannover von Gesprächen mit den Regierungsfraktionen CDU und FPD im Landtag, bei denen die Kirchen die Notwendigkeit einer Härtefallkommission bekräftigt hätten. Vor der Synode der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen betonte Weber als Ratsvorsitzender, dass die evangelischen Kirchen und die katholische Kirche im Bundesland einstimmig hinter beiden Forderungen stünden.

Bischof Weber hatte am Freitag gegenüber CDU und FDP "ein verlässliches und dauerhaftes Bleiberecht" für solche Flüchtlinge gefordert, die seit langem in Deutschland leben, gut integriert und nicht straffällig geworden seien. Das gelte insbesondere für Familien mit Kindern, die in Deutschland geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen sind. "Viele dieser jungen Menschen werden ein Gewinn für unser Land sein", sagte der Bischof. Der CDU-Fraktionsvorsitzende David McAllister habe der Konföderation angekündigt, eine Arbeitsgruppe der Fraktion werde sich mit den so genannten "Altfällen" beschäftigen, berichtete Weber.

Weber bemängelte auch, dass Niedersachsen noch immer keine Härtefallkommission nach dem Zuwanderungsgesetz eingerichtet hat. Wenn stattdessen weiterhin der Petitionsausschuss des Landtags entscheide, müsste das inzwischen eingerichtete Beratergremium mit Vertretern von Kirchen, Wohlfahrt und Kommunen früher herangezogen werden. Bisher sei der Petitionsausschuss noch in keinem Fall dem Votum der Berater gefolgt, wenn diese einen Härtefall feststellten, bedauerte der Bischof.
(epd Niedersachsen-Bremen/b0661/11.03.06)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen