Hannoversche Landeskirche startet Mitgliederbefragung

Nachricht 09. März 2006

Hannover (epd). Die hannoversche Landeskirche hat ihre erste flächendeckende Mitgliederbefragung gestartet. Bis zum 26. März soll auf
2,6 Millionen Fragebögen nach den Einstellungen und Erwartungen in der größten evangelischen Landeskirche Deutschlands gefragt werden. "Die Meinung unserer knapp 3,1 Millionen Mitglieder ist uns wichtig", sagte am Donnerstag Kirchensprecherin Gabriele Arndt-Sandrock. Die größte Aktion dieser Art in Deutschland kostet nach ihren Angaben rund 275.000 Euro. Die Bögen werden zusammen mit Wahlbenachrichtigungen per Post versandt.

Auf zwei Seiten wird unter anderem danach gefragt, ob die Veranstaltungen in den knapp 1.400 Gemeinden der Landeskirche gut ankommen, ob das Personal bekannt ist und wie die Kirchenräume auf die Mitglieder wirken. Die Auswertung läuft in Zusammenarbeit mit dem Sozialwissenschaftlichen Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Spätestens im Herbst sollen die Gemeinden über Ergebnisse informiert werden.

Die Initiative ist an die Wahl zu den Kirchenvorständen in der hannoverschen Landeskirche am 26. März gekoppelt. Die Fragebögen können laut Arndt-Sandrock in den Gemeindebüros oder in den Wahllokalen abgegeben werden. Begleitet wird die Studie durch eine repräsentative telefonische Umfrage des Meinungsforschungs-Institutes Emnid unter 1.200 ausgewählten Personen. Vorläufer und Ideengeber war eine Umfrage der evangelischen Kirchengemeinde Cuxhaven-Altenbruch vor vier Jahren. "Wir wollten den Blick von außen wagen", sagte Gemeindepastor Michael Hartlieb dem epd.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0640/09.03.06)
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Mit dem Fragebogen am Puls der Mitglieder
Bundesweit erste landeskirchliche Umfrage läuft in Niedersachsen

Von Dieter Sell (epd)

Hannover (epd). Die hannoversche Landeskirche will es in diesen Tagen ganz genau wissen: Kommen die Veranstaltungen in der Kirchengemeinde gut an? Welchen Eindruck machen Personal und Räume?
Deutschlands erste flächendeckende landeskirchliche Mitgliederbefragung spürt mit 2,6 Millionen Fragebögen Einstellungen und Erwartungen nach.
"Die Meinung unserer Mitglieder ist uns wichtig", wirbt Kirchensprecherin Gabriele Arndt-Sandrock für die rund 275.000 Euro teure Aktion.

Gekoppelt ist die Befragung mit den Wahlen zu den Kirchenvorständen in der hannoverschen Landeskirche am 26. März. Wer den zweiseitigen Bogen mit neun Fragekomplexen per Post bekommen und dann ausgefüllt hat, kann ihn im Wahllokal oder zuvor im Gemeindebüro abgeben. "Die Antworten helfen den neuen Kirchenvorständen, ihre Arbeit gezielt auf die Bedürfnisse vor Ort abzustimmen", betont Arndt-Sandrock. Sie organisiert das Projekt zusammen mit dem Sozialwissenschaftlichen Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover.

Für EKD-Sozialwissenschaftlerin Petra-Angela Ahrens ist die bisher beispiellose Initiative in der mit knapp 3,1 Millionen Mitgliedern größten Landeskirche Deutschlands "ein Kraftakt". Die Antworten werden mit dem Computer ausgewertet. Eine Telefon-Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Emnid unter 1.200 ausgewählten Personen wenige Tage vor der Kirchenvorstandswahl soll zeitgleich für repräsentative Erkenntnisse sorgen. "Spätestens bis zum Herbst werden die Gemeinden über Resultate in ihrem Einzugsbereich unterrichtet", verspricht Ahrens.

Die Idee stammt aus der evangelischen Kirchengemeinde Altenbruch bei Cuxhaven, die eine ähnliche Umfrage auf lokaler Ebene bereits vor vier Jahren organisiert hat. "Wir haben damals die Landtagswahl genutzt und waren mit Ständen vor den Wahllokalen präsent", erinnert sich Gemeindepastor Michael Hartlieb. Der Erfolg konnte sich sehen lassen: Von 1.700 Wählern haben sich 950 beteiligt. Aus den Ergebnissen hat die Kirchengemeinde mittlerweile Konsequenzen gezogen und die Arbeit mit und für Familien und Kinder kräftig ausgebaut.

"Wir wollten den Blick von außen wagen und fragten uns, wie die Menschen unsere Gemeinde wahrnehmen", schildert Hartlieb die Beweggründe des Kirchenvorstands für die Pilotstudie. Auch bei relativ großer Zufriedenheit sei es den Gemeindemitgliedern wichtig gewesen, dass sich die Kirche für ihre Meinung interessiere. "Alle wissen, dass wir wegen knapper Mittel 'die Kirche umbauen' müssen", betont sein Kollege Kay Oppermann aus dem ländlichen Kirchwistedt bei Bremervörde. "Mit der Umfrage bekommen die frisch gewählten Kirchenvorstände das nötige Handwerkszeug."

(epd Niedersachsen-Bremen/b0627/09.03.06)
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