Kirchenvorstandswahl: Landesbischöfin ermutigt Erstwähler

Nachricht 27. Februar 2006

Rund 230 000 Jugendliche zwischen 16 und 22 Jahren dürfen am 26. März in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers zum ersten Mal mitbestimmen, wer ihre Kirchengemeinde in Zukunft leiten wird. Etwa 80 000 von ihnen sind bei den diesjährigen Kirchenvorstandswahlen unter 18 Jahre alt.

Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann wünscht sich, dass junge Kirchenmitglieder von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen: „Ganz besonders möchte ich die jungen Leute in unserer Kirche ermutigen, zur Wahl zu gehen. Wo sonst können sie mit 16 schon aktiv wählen, sich demokratisch einbringen. Das ist eine tolle Chance, die Zukunft unserer Kirche mitzubestimmen.“

Derzeit sind etwa 10 600 Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher im Amt. Rund 8000 von ihnen sind regulär gewählt, die Übrigen durch eine Berufung in das Amt gelangt. Von den gewählten Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern sind 140 zwischen 18 und 24 Jahren alt – knapp zwei Prozent. Der Altersdurchschnitt liegt unter den gewählten Kirchenvorstandsmitgliedern bei 49 Jahren.
Der Kirchenvorstand leitet gemeinsam mit dem Pfarramt die Kirchengemeinde. Er setzt die Schwerpunkte der Arbeit vor Ort und ist Arbeitgeber für die Beschäftigten in den Gemeinden, zum Beispiel Kirchenmusikerinnen und Küster.

Das Wahlrecht für 16jährige gibt es in der Landeskirche Hannovers seit 1994. Kandidieren darf aber erst, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat. Wahlberechtigte wie Kandidaten müssen seit mindestens drei Monaten der Kirchengemeinde angehören. Insgesamt sind in der Landeskirche rund 2,6 Millionen Personen wahlberechtigt.

Die Jugendkirche in Hannovers Nordstadt lädt Erstwähler am 26. März zu einer Wahlparty ein. Melanie und Daniel, beide 17, aus der Nordstädter Kirchengemeinde wollen auf jeden Fall wählen und anschließend feiern. „Aufgeschlossenheit“, erwarten beide vom neuen Kirchenvorstand. „Und gesprächsbereit sollen die sein. Und mal zu uns in den Jugendkeller kommen. Damit die sehen, was wir so machen.“